Mit dem FC Sevilla wartete auf den BVB eine der aktuell formstärksten Mannschaften Europas: Schließlich hatte der Vierte der spanischen Liga zuvor neun Pflichtspiele in Serie gewonnen und seit über 700 Minuten keinen Gegentreffer mehr kassiert.
Und die Partie nahm trotz eines konzentrierten Beginns der Dortmunder nach sieben Minuten zunächst den gewünschten Verlauf für die Hausherren. Suso vernaschte Jadon Sancho am Strafraum und zog aus 20 Metern flach ab. Mats Hummels hielt seinen Fuß in den Schuss und fälschte den Ball mit der Spitze unhaltbar für Marwin Hitz ins eigene Tor ab (7.).
Doch die Dortmunder schüttelten sich nur kurz und gaben wenig später die passende Antwort durch Mahmoud Dahoud. Der Mittelfeldspieler fasste sich nach zuvor starker Ballbehauptung von Erling Haaland aus der Distanz ein Herz und traf aus 25 Metern sehenswert in die rechte obere Ecke zum Ausgleich (19.).
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Der Treffer zum 1:1 schien dem BVB eine gehörige Spritze an Selbstvertrauen zu geben, denn in der Folge kam der BVB-Express wie beim zwischenzeitlichen 2:1 so richtig ins Rollen.
Haaland nahm vor seinem Treffer an der Mittellinie Tempo auf und marschierte unaufhaltsam Richtung Strafraum. Die kurze Ablage des Norwegers chippte Jadon Sancho sofort wieder in den Lauf von Haaland, der die Kugel aus sieben Metern unter Sevilla-Torwart Bono zur Führung ins Netz grätschte (27.).
Doch die BVB-Show in Hälfte eins war noch nicht zu Ende: Marco Reus stibitzte dem ansonsten so ballsicheren Papu Gómez den Ball noch in Sevillas Hälfte, zog Richtung Strafraum und bediente im richtigen Moment den mitgelaufenen Haaland. Der Norweger vollendete flach mit der Innenseite in die lange Ecke und bejubelte seinen 18. Champions-Legue-Treffer im 13. Spiel.
Sevilla kassierte in den ersten 45 Minuten damit genauso viele Gegentreffer wie den vorangegangenen zehn Pflichtspielen zusammen.
Nach dem Seitenwechsel verlor die Partie ihre Dynamik, weil der BVB mit dem komfortablen Vorsprung seine Offensivbemühungen nahezu komplett einstellte und Sevilla bereitwillig das Spielgerät überließ.
Die Gastgeber agierten lange Zeit offensiv jedoch weitgehend pomadig, sodass der Dortmunder Erfolg erst in der Schlussphase nochmal ernsthaft in Gefahr geriet. Nachdem der kurz zuvor eingewechselte Óscar Rodríguez erst noch per Freistoß den Pfosten traf (74.) fand er zehn Minuten später Freistoßflanke aus dem Halbfeld Luuk De Jong, der allein gelassen aus wenigen Metern volley mit der Innenseite in die lange Ecke verkürzte (84.).
Der BVB rettete den knappen Sieg in den letzten Minuten mit großer Leidenschaft über die Zeit und verschaffte sich für das Rückspiel am 9. März eine vielversprechende Ausgangsposition.

Die Stimmen:

Marco Reus (Borussia Dortmund): "Die erste Halbzeit ist abgesehen vom Gegentor genauso gelaufen wie wir uns das vorgestellt haben. Wir hatten gute Balleroberungen und haben schnell nach vorne gespielt. Die zweite Halbzeit war nicht so gut, weil wir zu passiv wurden und den Ball zu schnell verloren haben. Dennoch sind wir froh, dass wir hier ein Ausrufezeichen setzen konnten."
Erling Haaland (Borussia Dortmund): "Wir hatten heute etwas mehr Leidenschaft als in den letzten Wochen. Edin hat zu mir gesagt, dass heute mein Tag ist und zum Glück sind mir zwei Tore gelungen. Wir müssen aber weiter an unseren defensiven Standardsituationen arbeiten, da sind wir noch nicht gut genug."
Mahmoud Dahoud (Borussia Dortmund): "Das Tor tat mir sehr gut, endlich hat es mal geklappt Heute war der Schlüssel, dass die Mannschaft den Kopf nicht hängen lassen und jeder migemacht hat."
Luuk de Jong (FC Sevilla): "In der ersten Halbzeit waren wir nicht wir selbst. Im zweiten Durchgang haben wir dann viel besser gespielt, das zweite Tore am Ende kann noch sehr wichtig werden."
Suso (FC Sevilla): "Dortmund hat unser Ballverluste in der ersten Hälfte ausgenutzt. Das zweite Tor gibt uns etwas mehr Hoffnung. Wir haben nun ein Finale in Dortmund vor uns, wo wir viele Dinge korrigieren müssen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Reus, der Rechtsaußen

Gegen Sevilla lief Kapitän Reus nicht wie in den letzten Jahren fast immer auf der Zehn auf, sondern glänzte stattdessen in neuer Rolle auf dem rechten Flügel. Die neue Position resultierte auch aus einer Systemumstellung von Terzic: Die Dortmunder agierten in einem 4-3-3-System ohne Mann hinter den Spitzen und liefen stattdessen mit zwei Achtern auf.
Reus fand sich in ungewohnter Rolle schnell zurecht, zog immer wieder vom Flügel nach innen und kreierte so Mismatches in Sevillas Defensivzentrum. Herausragend seine Balleroberung und Vorarbeit zu Haalands zweitem Treffer, grundsolide und ballsicher sein Auftritt über 80 Minuten bis zu seiner Auswechslung.

Die Statistik: 24

Borussia Dortmund hat zum ersten Mal seit über 24 Jahren wieder ein Europapokalspiel auf spanischem Boden gewonnen. Im Oktober 1996 feierten die Schwarz-Gelben einen 1:0-Erfolg bei Atlético Madrid – in jener Saison gewann die Borussia anschließend die Champions League.
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