BVB-Trainer Edin Terzic vertraute im Rückspiel derselben Startelf, die vor einer Woche im Etihad Stadium nach einer respektablen Leistung mit 1:2 gegen City unterlegen war.
Somit durfte auch Ansgar Knauff - aktuell der BVB-Spieler der Stunde - wieder von Beginn an ran. Bei ManCity tauschte Trainer Pep Guardiola im Vergleich zum Hinspiel auf einer Position: Für den mit Gelb vorbelasteten João Cancelo begann der Ukrainer Oleksandr Zinchenko links in der Abwehr.
Der BVB legte gegen City enorm engagiert los und belohnte sich nach einer Viertelstunde für sein mutiges, direktes Ballbesitzspiel mit dem Führungstreffer. Erling Haaland behauptete sich nach einem langen Ball von Emre Can stark gegen Phil Stones und legte auf Mahmoud Dahoud zurück. Dessen Schuss von der Strafraumgrenze blockte Ruben Días genau vor die Füße von Jude Bellingham, der den Ball aus 15 Metern mit der Innenseite im rechten oberen Eck versenkte (15.).
Champions League
"Kein Konzept mehr und zu wild": Die Stimmen zum BVB-Knockout
14/04/2021 AM 22:02
Nach dem 1:0 zog sich der BVB zunehmend zurück, überließ den Gästen bereitwillig das Spielgerät und konnte kaum noch für Entlastung sorgen. Dank der eigenen Torlatte und Jude Bellingham rettete sich der BVB gegen immer dominantere Citizens mit der knappen Führung in die Pause: Kevin De Bruyne brachte nach 25 Minuten mit einem Schuss aus 13 Metern die Dortmunder Querstange zum Zittern, kurz darauf rettet Bellingham in höchster Not gegen den Abschluss von Riyad Mahrez aus kurzer Distanz (32.).
City setzte den Dauerdruck nach der Pause fort und bekam nach einem individuellen Fehler von Emre Can einen Elfmeter zugesprochen. Der deutsche Nationalspieler verschätzte sich bei einer Flanke und lenkte sich den Ball mit der Stirn an den weit ausgestreckten Arm. Den folgenden Handelfmeter verwandelte Mahrez sicher zum 1:1-Ausgleich (55.).
Die Szene dürfte im Nachgang aber noch für einiges an Diskussionsstoff sorgen, denn die FIFA-Regel besagt: Wenn ein Spieler den Ball erst absichtlich mit Kopf oder Körper spielt und der Ball dann an den Arm springt, ist das Handspiel nicht strafbar (auch wenn der Arm vom Körper abgespreizt oder erhoben war).
Nach dem Ausgleich fand der BVB aus dem Spiel weiter kaum offensive Lösungen, sodass die beste Gelegenheit im zweiten Durchgang aus einem Reus-Freistoß resultierte. Mats Hummels lenkte die Hereingabe des BVB-Kapitäns per Kopf auf das Tornetz (69.).
Wenig später sorgte schließlich Phil Foden wie schon im Hinspiel für den Siegtreffer der Guardiola-Elf: Nach einer kurz ausgeführten Ecke kam Englands Toptalent aus 17 Metern zum Abschluss und traf mit einem harten Schuss über den rechten Innenpfosten zum 2:1-Endstand (75.). bIm Halbfinale treffen die Skyblues nun auf Bayern-Bezwinger Paris Saint-Germain.
BVB - MANCITY: WIE BEWERTET IHR DIE ELFMETER-ENTSCHEIDUNG?

Die Stimmen:

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Man muss City gratulieren. Sie haben in beiden Spieler hervorragend gespielt und sind über zwei Spiel verdient weitergekommen. Uns wurde vor der Saison bei der Schiedsrichterschulung klar gesagt, dass es kein Elfmeter ist, wenn man sich selber an die Hand köpft."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Bis zum Elfmeter haben wir es sehr gut gemacht. Danach haben wir kein Konzept mehr gehabt und waren zu wild. Dann lässt einen City mit seinem sensationellen Positionsspiel laufen - man muss ehrlich zugeben, dass City heute besser war. Es ist trotzdem schade, weil wir das Gefühl hatten, dass heute mehr drin war."
Emre Can (Borussia Dortmund): "Im Großen und Ganzen war es okay, das bringt uns jetzt auch nicht mehr viel. Ich habe den Ball vor dem Elfmeter zuerst mit dem Kopf berührt. Ich glaube, in den Regeln steht, dass das kein Elfmeter ist. Wir können stolz auf uns sein, wir haben gezeigt, dass wir mit City mithalten können. Es ist natürlich trotzdem sehr schmerzhaft."
Pep Guardiola (Trainer Manchester City): "Endlich haben wir das Halbfinale erreicht, das ist der größte Erfolg in unserer Vereinsgeschichte. Wir sind unglaublich glücklich, dass wir das weiter sind. Für mich war die Situation beim Elfmeter ein klares Handspiel."

Guardiola froh über Halbfinal-Einzug: "War für uns alle notwendig"

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Dortmunder Passivität wird bestraft

Nach dem Führungstreffer von Bellingham zogen sich die Dortmunder zu weit an den eigenen Strafraum zurück und verfielen in enorme Passivität. Die Terzic-Elf konnte nach seltenen Ballgewinnen kaum noch für offensive Entlastung sorgen – auch weil man Erling Haaland kaum ins Spiel eingebunden bekam. Zu früh gingen die Bälle verloren, ehe das Spielgerät überhaupt die Chance hatte, bei Dortmunds Tormaschine anzukommen. Bezeichnend: Seinen allerersten Schuss im Spiel verbuchte Haaland erst in der 80. Minute mit einem Versuch, der meterweit über das City-Tor rauschte.

Wieder kein Tor: BVB-Coach Terzic verteidigt Haaland

Die Statistik: 8

Pep Guardiola erreichte als Trainer zum achten Mal das Halbfinale der Champions League. Damit zieht der Spanier in dieser Statistik mit José Mourinho gleich.
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