Mindestens historisch, drunter geht's nicht. Das scheint in etwa das Motto zu sein, wenn Kingsley Coman derzeit in der Champions League für den FC Bayern aufläuft.
Im August hatte der Franzose seinen Verein in Lissabon mit seinem goldenen Tor zum zweiten Triple der Vereinsgeschichte geköpft und sich selbst damit prominent in allen Gechichtsbüchern verewigt. Nun, beim Auftakt in die neue Runde, nur knapp zwei Monate nach dem Triumph, setzte er sich erneut außergewöhnlich in Szene.
Beim 4:0-Sieg des deutschen Meisters gegen Atlético Madrid traf der Franzose zwei Mal und bereitete den Treffer von Leon Goretzka vor. Damit war er in einem Königsklassen-Kick an drei Toren direkt beteiligt. Das war ihm zuvor nie gelungen. Historisch eben.
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Kein Wunder also, dass der 24-Jährige nach dem Spiel Hauptgesprächsthema war. Goretzka beispielsweise lobte ihn als "Ausnahmekönner", in den sozialen Medien feierten die Bayern-Fans vor allem Comans Sololauf vor dem letzten Treffer frenetisch.
Auch Hansi Flick beteiligte sich an den allgemeinen Lobeshymnen. Allerdings nicht allzu ausschweifend. Dem Bayern-Coach war vielmehr daran gelegen, auf das Große und Ganze hinzuweisen. Sein Plan mit Coman ist langfristig.

Flick fordert mehr Konstanz von Coman

"Das ist jetzt die Messlatte, an der er gemessen wird", erklärte Flick und machte deutlich, sich mit einem guten Spiel hier und da nicht zufrieden geben zu wollen. Der 55-Jährige will schaffen, was kein Bayern-Trainer in den vergangenen fünf Jahren so wirklich erreichte: Kingsley Coman soll konstant und selbstverständlich auf höchstem Niveau spielen.
Es sei deshalb wichtig, dass Coman diese Effizienz "auch in anderen Wettbewerben", nicht nur der Champions League, zeige. "Er kann das, er hat die Qualität dazu", sagte Flick. "Da schauen wir jetzt mal die nächsten Wochen genau hin." Coman steht also unter Beobachtung.
Das ist für den Spieler allerdings eine alles andere als negative Entwicklung. Lieber im Fokus, als aus dem Sichtfeld. Da hielt sich Coman nämlich noch vor kurzer Zeit auf.

Bayerns Kingsley Coman traf doppelt gegen Atlético Madrid

Fotocredit: Getty Images

Coman: Saisonstart des Bayern-Stars verlief durchwachsen

Nach einem Coronakontakt musste der Flügelstürmer zwei Wochen in Heim-Quarantäne verbringen. Kurz darauf warfen ihn muskuläre Probleme für drei Tage zurück. Nur 140 Einsatzminuten in Pflichtspielen verbuchte der Franzose vor dem Spiel gegen Atlético. Der Saisonstart verlief also nicht zufriedenstellend.
Obendrein verpflichteten die Bayern in Douglas Costa eine weitere Flügelkraft. Leroy Sané hatte seinen Lebensmittelpunkt ja ohnehin schon im Sommer an die Säbener Straße verlegt. Serge Gnabry ist dort bekannterweise auch zu Hause. Jede Menge Konkurrenz also für Coman.
Eine Situation, die die Klubbosse um Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Flick mit Kalkül herbeiführten. Sie wissen: Unter Druck kommt der wahre Coman zum Vorschein.
Sanés Verletzung und Gnabrys positiver Coronatest spülten den fünffachen deutschen Meister nun in die Startelf. Und er nutzte seine Chance beeindruckend.

Coman gibt im Interview die Richtung vor

"Wir haben ein gutes Spiel gemacht, ich habe zwei Treffer erzielt und bin sehr glücklich. Die letzte Saison ist abgeschlossen, nun wollen wir neu angreifen", gab er nach seiner Gala am "Sky"-Mikrofon zu Protokoll. Dass er dabei deutsch sprach, darf ebenfalls als kleines aber feines Signal gewertet werden.
Kingsley Coman und der FC Bayern, das gehört seiner Ansicht nach zusammen - trotz aller Wechselgerüchte (erst am Deadline Day fragte Manchester United an), aller Zweifel und Bedenken. Der Franzose will nach mittlerweile fünf Jahren im Verein, 165 Pflichtspielen, 35 Toren und 36 Assists den nächsten Schritt machen und endlich unverzichtbar werden.
Das dürfte bei Verantwortlichen und Mitspielern sehr gut ankommen.
Flick wird ihn dabei nach Kräften unterstützen und fördern, auch wenn er seinen Spieler dabei etwas härter anfassen muss.
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