Am Mittwoch tritt das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zusammen. Das 18-köpfige Gremium um DFB-Vizepräsident Rainer Koch berät dann über eine mögliche Reform der Champions League ab der Saison 2024/25.
Es deuten sich tiefgreifende Änderungen an, auch um das Ausbrechen großer Vereine in eine mögliche Superliga zu verhindern. Da in einem Punkt noch Uneinigkeit besteht, wird aber doch noch keine finale Entscheidung fallen. Die soll es erst am 19. April geben.
So könnten den erfolgreichen Top-Klubs einige Zugeständnisse gemacht werden. Unter anderem soll es mehr Gruppenspiele geben, was höhere Einnahmen garantieren dürfte.
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Außerdem könnten die Top-Klubs die Möglichkeit bekommen, sich über eine Extra-Rangliste zu qualifizieren, sollten die Champions-League-Qualifikation in der nationalen Liga verpasst haben.
Auch eine Aufweichung des Financial Fairplays steht zur Debatte. Diese Pläne kommen jedoch nicht überall gut an. Der Widerstand wächst. Zudem sind auch noch einige Fragen ungeklärt. Eurosport.de fasst die wichtigsten Fragen und Antworten zusammen.
Wie soll die "neue" Champions League aussehen?
Die UEFA will in Kooperation mit der Klubvereinigung ECA die Königsklasse angeblich von derzeit 32 auf 36 Teilnehmer aufstocken. Zudem soll der Wettbewerb künftig im sogenannten "Schweizer Modell" gespielt werden. Demnach würde jeder Klub zehn Gruppenspiele gegen zehn zugeloste Gegner bestreiten. Daraus soll eine Gesamttabelle der 36 Teams ermittelt werden, anhand derer die bestplatzierten Mannschaften direkt in die K.o.-Runde einziehen. Weitere Teilnehmer der K.o.-Runde würden durch Play-offs ermittelt.

19 von 36 Startplätzen für die fünf großen Ligen

Wer würde von der Neuerung profitieren?
Vor allem die großen Nationen und Vereine wären Gewinner des neuen Formats. Frankreich würde als derzeit Fünfter in der UEFA-Fünfjahreswertung einen dritten Fixplatz in der Königsklasse erhalten, 19 von 36 Startplätzen wären somit von den großen fünf Nationen belegt. Dazu soll es noch zwei bis drei Startplätze über die Zehn-Jahres-Rangliste der Klubs geben. So würden Vereine, die sich über die Liga nicht qualifiziert haben, von ihren Erfolgen vergangener Tage profitieren. Prominente Ausfälle wären nahezu ausgeschlossen. Dazu würden zusätzliche Spiele sowohl der UEFA als auch den Klubs mehr Geld bringen.
Welche Streitpunkte gibt es noch?
Ein paar Fragen sind noch offen. Die Zahl der Gruppenspiele steht zur Debatte, auch acht oder gar zwölf Vorrundenpartien scheinen möglich. Zudem dürfte die Verteilung der Startplätze noch hitzig diskutiert werden. Vor allem die Fixplätze nicht über die Liga qualifizierter Vereine sind vielen ein Dorn im Auge. Dazu wird es ums liebe Geld gehen. Die Ligavereinigung European Leagues fordert bei den Einnahmen eine stärkere Einbeziehung der nicht teilnehmenden Klubs, um dem Ungleichgewicht in den Ligen entgegenzuwirken.

Kahn verspricht sich neue "Einnahmepotenziale"

Wie ist die Stimmungslage?
Das Meinungsbild ist sehr gespalten. Viele Verantwortliche großer Klubs haben sich bislang klar für die angedachte Reform ausgesprochen. Bayern-Vorstand Oliver Kahn unterstützt das "Schweizer Modell" ebenso wie Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Dies sei "der einzige Weg", sagte Watzke unlängst mit Blick auf die Reform, "um eine Super League der internationalen Topklubs zu verhindern". Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hofft künftig auf einen Wettbewerb, der "viel spektakulärer und lebhafter als die jetzige Gruppenphase" ist. Kahn verspricht "sich neue Einnahmepotenziale".

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In England sieht man dagegen einige Punkte kritisch, auch viele kleinere Ligen und Vereine sowie das Bündnis European Leagues sind skeptisch. Die Fanseite begegnet der UEFA bei den Reformplänen mit großer Ablehnung. Teile der Fans aus Deutschland laufen dagegen schon seit Wochen Sturm, noch mehr Spiele im rappelvollen Kalender sind für sie ein Unding. Eine "weitere Aufblähung" lehnt etwa das Bündnis "Unsere Kurve" strikt ab.
Was hat die UEFA aktuell sonst noch auf dem Plan?
Der europäische Dachverband plant womöglich eine tiefgreifende Reform des Financial Fairplay. Laut einem Bericht des "Kicker" könnte das Limit für Investorengelder komplett aufgehoben werden. Während Geldgeber bislang innerhalb von drei Jahren maximal 30 Millionen Euro Defizit eines Vereins ausgleichen durften, könnten sie dann ungezügelt Geld zuschießen. Die UEFA hält sich in dieser Frage bedeckt, am Mittwoch soll das Thema wohl noch nicht auf der Tagesordnung stehen.
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