Außerdem seien die Bayern zufrieden, "die Champions League zu erreichen", betonte Rummenigge, "und wir vergessen nicht die Verantwortung gegenüber unseren Fans, die grundsätzlich gegen eine solche Reform sind". Der Klub habe auch eine "Verantwortung gegenüber dem Fußball im Allgemeinen".
Rummenigge, der den abtrünnigen Andrea Agnelli als Vertreter der europäischen Klubvereinigung ECA im UEFA-Exekutivkomitee ersetzen soll, bedauere, "was passiert ist" und bekräftigte seine Kritik.
Es sei jetzt wichtig, den Dialog wiederaufzunehmen, fügte der 65-Jährige an, "meine Hoffnung ist, dass wir noch eine Lösung finden. Denn die Super League schadet dem ganzen europäischen Fußball. Das müssen wir verhindern."
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Nun sei laut Rummenigge "die Zeit für einen weniger arroganten Fußball gekommen".

"Wir müssen alles herunterfahren"

Mit der Super League würden die Klubs versuchen, das Schuldenproblem zu lösen, das sich mit der Corona-Pandemie verschärft hat. Allerdings könne der Weg "nicht jener sein, mehr Geld zu kassieren und die Spieler und Agenten immer mehr zu bezahlen. Wir müssen alles herunterfahren, wir haben alle mit den Ausgaben übertrieben", forderte der Bayern-Boss.
"Alle Unternehmen in Italien, Japan, Deutschland oder USA denken an eine Kostensenkung", ergänzte Rummenigge, "nur der Fußball denkt, alles mit einer Steigerung der Umsätze lösen zu können."
Den zurückgetretenen ECA-Chef Agnelli habe er noch nicht erreicht. "Ich kenne seine Gründe nicht und daher will ich ihn nicht kritisieren", sagte Rummenigge.
Der FC Bayern und Borussia Dortmund sollen laut "Spiegel" von den zwölf Gründungsmitgliedern eine Einladung zur Super League erhalten haben, zur Zusage gibt es angeblich ein Ultimatum von 30 Tagen. Auch der BVB hatte sich gegen eine Teilnahme ausgesprochen.

FC Bayern legt mit Presseerklärung nach

Am Nachmittag legte Bayern indes mit einer Presseerklärung nach. "Ich darf im Namen des Vorstandes ausdrücklich feststellen, dass der FC Bayern nicht an der Super League teilnimmt", wiederholte Klubchef Rummenigge dort und betonte: "Der FC Bayern steht solidarisch zur Bundesliga. Für den FC Bayern ist die Champions League der weltweit beste Klubwettbewerb."
Vereinspräsident Herbert Hainer betonte die Entscheidung des deutschen Rekordmeisters.
"Unsere Mitglieder und Fans lehnen eine Super League ab. Es ist unser Wunsch als FC Bayern und unser Ziel, dass die europäischen Vereine diesen wunderbaren und emotionalen Wettbewerb Champions League leben und zusammen mit der UEFA entwickeln", sagte er und bekräftigte: "Der FC Bayern sagt Nein zur Super League."

Klares Nein auch vom BVB

Auch der BVB wird auf keinen Fall im neuen Konstrukt mitspielen. Intern ist SID-Informationen zufolge "in Stein gemeißelt", dass sich der Klub den Plänen von bisher zwölf europäischen Giganten keinesfalls anschließend wird.
Ohnehin liegt dem Verein von der Liga bisher weder eine Anfrage noch ein konkretes Angebot noch eine Friststellung vor. Eine glasklar ausschließende Kommunikation ist allerdings aufgrund der Börsennotierung im S-Dax als KGaA schwer möglich.
Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte am Montag betont, zur geplanten Reform der Champions League zu stehen. Eine potenziell Hunderte Millionen Euro schwere Super-League-Option vorab öffentlich auszuschließen, könnte aber rechtliche Folgen nach sich ziehen.
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(mit SID)

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