Robert Lewandowski, Leon Goretzka, Manuel Neuer. Bayern-Trainer Hans-Dieter Flick verzichtet im eigentlichen Topduell in der Champions League bei Atlético Madrid (ab 21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) ganz bewusst auf einige seiner Stammkräfte. Der Gruppensieg ist längst unter Dach und Fach, also verschafft der 55-Jährige einigen seiner Vielspieler eine wohlverdiente Pause.
Nicht in den Genuss der unverhofften Erholungsphase kommt Kingsley Coman - und das will er im Moment wohl auch gar nicht. Warum auch? Es läuft ja auch wie am Schnürchen für den Franzosen.
Mit demTor zum 1:1 und der Vorlage zum 2:1 war "King" der Matchwinner beim 3:1-Erfolg in Stuttgart. "Er hat wieder sehr gut gespielt. Er sucht immer wieder die Eins-gegen-eins-Situationen und versucht, der Antreiber zu sein. Das ist das, was er kann. Er macht auch die Tore. Wir sind sehr froh, dass wir den King haben", lobte Sportvorstand Hasan Salihamidzic nach dem Sieg in der Mercedes-Benz-Arena.
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In der laufenden Spielzeit hat der Franzose endlich die Effizienz, die ihm in der Vergangenheit häufig fehlte und ihn daran hinderte, in der öffentlichen, aber auch internen Wahrnehmung den letzten Schritt in Richtung "unverzichtbar" zu machen.

Coman profitiert vom Champions-League-Finale

Aktuell steuert Coman statistisch alle 80 Minuten eine Torbeteiligung bei. Ein großer Schritt nach vorne, wie seine Werte aus den vergangenen Spielzeiten zeigen.
  • 2019/20: 163 Minuten/Torbeteiligung
  • 2018/19: 113 Minuten/Torbeteiligung
  • 2017/18: 108 Minuten/Torbeteiligung
  • 2016/17: 362 Minuten/Torbeteiligung
  • Gesamt Bayern: 135 Minuten/Torbeteiligung
Für den 24-Jährigen, der in der Vergangenheit immer wieder von Verletzungen ausgebremst wurde, spielt vor allem ein Schlüsselereignis eine besondere Rolle in der jüngsten Entwicklung. "Ich habe viel mehr Selbstvertrauen seit dem Tor im Champions-League-Finale. Ich probiere viel. Mal geht er rein, mal nicht."

Kingsley Coman trifft zum Champions-League-Sieg

Fotocredit: Getty Images

Im aktuellen Bayern-Kader ist es unabdingbar, dass sich Coman dieses Selbstvertrauen beibehält. Im Sommer ist mit Leroy Sané ein Konkurrent hinzugekommen, der die Spielanteile des Franzosen kurz- bis mittelfristig bedroht.

Coman im Vorteil - aber Sané drängt

Momentan bringt Flick den deutschen Nationalspieler noch vornehmlich von der Bank. Das könnte sich jedoch schon bald ändern, denn Sané überzeugt in Sachen Effizienz mit einem noch besseren Wert: Alle 52 Minuten ist der Königstransfer des Sommers bislang an einem Bayern-Tor direkt beteiligt.
Sané fehle "nicht allzu viel", um es in die Startelf zu schaffen, sagte Flick vor dem Spiel in Stuttgart und führte seine Gedankenspiele auf den offensiven Flügelpositionen aus. Man habe "vier Topspieler" auf diesen Positionen - doch aktuell sieht der Trainer Coman und Serge Gnabry vor Sané und Rückkehrer Douglas Costa.

Leroy Sané, Robert Lewandowski und Kingsley Coman (v.l.n.r.)

Fotocredit: Getty Images

"Sie kennen die Abläufe", sagte der 55-Jährige und meinte damit vor allem die Arbeit gegen den Ball. Dort sieht er vor allem bei Sané noch Luft nach oben. "Bei der Arbeit gegen den Ball muss er mehr Disziplin und Engagement zeigen", übte Flick zuletzt deutlich Kritik am ehemaligen Schalker.

Coman zahlt Vertrauen zurück

Coman ist daher erste Wahl auf dem linken Flügel und zahlt dem Trainer das Vertrauen mit Leistung zurück. Für seine Gegenspieler ist er im Eins-gegen-eins meist kaum zu halten. Sein explosiver Antritt, die engen Haken - Coman bringt das Flügel-Gesamtpaket mit.
"Er kann mit beiden Füßen die Tore schießen", lobte zuletzt auch Torwart Manuel Neuer, der auf dem Spielfeld meist weit entfernt von seinen offensiven Kollegen steht.
Die deutsche Nummer eins, die sich selbst seit Monaten in absoluter Galaform befindet, dürfte die Entscheidung seines Trainers, Coman mit nach Madrid zu nehmen, zudem aus einem weiteren Grund stützen: "Er hat jetzt aktuell einen Lauf und das soll weiterhin so bleiben."
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