Wenn man ehrlich ist, gilt Kylian Mbappé nicht erst seit seinem Dreierpack im Champions-League-Achtelfinale beim 4:1-Sieg der Pariser in Barcelona als vielleicht größtes Versprechen im Weltfußball.
Wenn man ganz ehrlich ist, wird der Begriff "Versprechen" dem Franzosen auch überhaupt nicht mehr gerecht. Ebenfalls verbieten sich Titulierungen, wie "Talent", "Youngster" oder Mann der Zukunft.
Denn Mbappé mischt nicht erst seit gestern die Gegenwart auf und darf, da sollten sich die Experten einig sein, seit mehreren Jahren in keiner Auflistung der besten Fußballer des Planeten fehlen.
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Falls das in den vergangenen Wochen und Monaten bei irgendjemandem in Vergessenheit geraten sein sollte, so diente das Spiel am Dienstagabend als Erinnerungsstütze.

PSGs Messi-Pläne dürften überprüft werden

Vor allem die Verantwortlichen bei PSG dürften sich freundlich daran erinnert fühlen, welch außergewöhnlichen Fußballer sie da in den eigenen Reihen wissen. Dass es einen Friendly Reminder gebraucht haben könnte, zeigen die seit Wochen anhaltenden Spekulationen um einen Abgang des Weltmeisters im Sommer.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Scheichklub darauf abzielt, den sechsmaligen Weltfußballer Lionel Messi an die Seine zu lotsen. Auch wenn der Argentinier ablösefrei wechseln dürfte, müsste ein Topstar gehen, um das Salärvolumen für den 34-Jährigen freizusetzen.
In diesem Zusammenhang fiel in der Vergangenheit immer wieder der Name Mbappés. Neymar, Messis Kumpel aus alten Barça-Zeiten, hat seinen Vertrag hingegen erst kürzlich bis 2023 verlängert.
Bislang, so der allgemeine Tenor, hatten sich die Pariser Scheichs durchaus mit der Variante angefreundet, Mbappé zugunsten eines Messi-Transfers ziehen zu lassen - vor allem aus Prestigegründen. Wer heftet sich nicht gerne den vermeintlich besten der Neuzeit ans Revers?

Lionel Messi (links; FC Barcelona) und Kylian Mbappé (PSG)

Fotocredit: Getty Images

Mbappé ist das beste Aushängeschild für PSG

Ohnehin soll der Spieler ja selbst immer wieder mit einem Abschied aus Frankreich kokettieren und von einem Engagement bei Real Madrid träumen. Oder aber ist Paris doch aktuell die bessere Adresse?
"Es ist eine langfristige Sache, meine Entscheidung wird nicht auf einem oder zwei Spielen basieren", betonte Mbappé nach dem Sieg gegen Barça noch in den Katakomben des Camp Nous. Aber er sei nach diesem Spiel sicher "noch glücklicher" als ohnehin in Paris.
Es liegt nahe zu behaupten, PSG würde gut damit fahren, in Zukunft weiter auf den jungen Franzosen zu setzen. Denn rein sportlich muss man sich bei den Messi-Planspielen die Frage nach der Sinnhaftigkeit durchaus gefallen lassen, denn der Argentinier ist 34 Jahre alt.
Die internationale Presse hatte nach dem direkten Aufeinandertreffen der beiden Weltstars jedenfalls eine klare Meinung. Während Mbappé als "Hurrikan" ("Marca") oder "unkontrollierbarer Riese" ("Sport") bezeichnet wurde, verglich beispielsweise der "Telegraph" Messi mit "einer Glühbirne, die ihren Strom verliert". Das englische Boulevardblatt "Sun" urteilte gar, dass der "elektrisierende Franzose" Mbappé nun bereit sei, "Messis Krone als König des Weltfußballs zu beanspruchen“.
Ganz ohne Zweifel kann der sechsmalige Weltfußballer noch immer auf einem Niveau spielen, das nur wenige andere Spieler jemals erreichen können. Mit Mbappé hat PSG jedoch genau einen solchen bereits im Kader. Noch dazu einen, der zwölf Jahre jünger ist und in als französischer Nationalspieler gleichzeitig so etwas wie ein Hometown-Hero - welch besseres Gesicht für den größten französischen Klub könnte es geben?

Schlechte Nachrichten für Real Madrid?

"PSG hat einen zukünftigen Star in ihren Reihen, der eines Tages auf dem Niveau von Leo Messi oder Cristiano Ronaldo sein wird", prognostizierte auch Antoine Griezmann.
Keine allzu kühne These des französischen Nationalspielers, der genau wie der damals 19-jährige Mbappé im WM-Finale gegen Kroatien traf.
Es verwundert daher niemanden, dass Real Madrid seit Monaten am pfeilschnellen Stürmer baggert und in ihm den legitimen Nachfolger Ronaldos sieht. Doch wie genau soll die Verpflichtung des Superstars in Pandemiezeiten überhaupt funktionieren?
Wie auch Barça schwimmen auch die Königlichen nicht gerade im Geld - und Mbappé würde sicherlich eine Summe im dreistelligen Millionenbereich kosten. Auftritte wie der am Dienstag im Camp Nou helfen zudem freilich nicht, den Preis in bezahlbarere Sphären zu drücken.
PSG-Coach Mauricio Pochettino stellte richtigerweise fest: "Die großen Fußballer schreiben ihre Geschichten in den größten Spielen." Eine Aussage, die in gewisser Weise sicherlich auch als Wink mit dem Zaunpfahl an die Adresse der Entscheidungsträger im eigenen Klub gerichtet war.
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