Ovidiu Hategan erlebt eine durchaus turbulente Champions-League-Saison. Der Rumäne war in der Gruppenphase schon als Schiedsrichter in einen Skandal involviert, als sein vierter Offizieller Sebastian Coltescu wegen einer rassistisch aufgefassten Äußerung für den Abbruch der Partie Paris Saint-Germain gegen Istanbul Basaksehir sorgte.
Coltescu wurde später wegen "unangemessenen Verhaltens" - wohl gemerkt nicht wegen einer rassistischen Äußerung - von der UEFA suspendiert.
Hategan durfte dennoch im Wettbewerb verbleiben und am Dienstagabend das Viertelfinal-Hinspiel zwischen Manchester City und Borussia Dortmund leiten, bei dem der 40-Jährige teilweise einen überforderten Eindruck machte.
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So musste der Schiedsrichter einen in der 29. Minute verhängten Elfmeter für Manchester City nach Sichtung der Videobilder in Verbund mit VAR Marco Di Bello aus Italien wieder zurücknehmen - die Bilder zeigten eindeutig, dass Emre Can seinen Gegenspieler Rodri nicht mit der Hacke im Gesicht, sondern nur leicht am Knie getroffen hatte.

Aufregung bei Bellingham gegen Ederson

Die Gelbe Karte für Can, die sich der Deutsch-Türke offenbar wegen Meckerns eingehandelt hatte, ließ Hategan jedoch (regelkonform) bestehen.
Noch größere Aufregung gab es in der 37. Minute, als Jude Bellingham beinahe den 1:1-Ausgleich für den BVB erzielt hätte, hätte Hategan ihn nicht zurückgepfiffen. ManCity-Torhüter Ederson hatte den Ball außerhalb des Strafraums schlampig angenommen und den Ball hochspringen lassen.
Bellingham spritzte mit gestrecktem Ball dazwischen, spielte den Ball, ehe Ederson mit seiner Ausholbewegung den Fuß des BVB-Spielers traf und zu Boden ging. Bellingham lief alleine aufs leere Tor zu.
Statt die Szene aber zunächst weiterlaufen zu lassen und nach Torerzielung auf den VAR-Check zu warten, pfiff Hategan die Aktion gleich ab - ein regelkonformes, aber für Dortmund bitteres Vorgehen. Bellingham sah für sein vermeintliches Foul zudem noch die Gelbe Karte.

Sancho, Reus und Terzic wütend

Beim BVB sorgte die Szene logischerweise für Unmut. So twitterte der verletzt in Deutschland gebliebene Jadon Sancho wütend: "Dieser Schiri braucht nen Check!"
Bellingham sagte: "Meiner Meinung nach war das kein Foul." Und Marco Reus meinte nach Abpfiff bei "Sky": "Jude war als Erstes am Ball. Ederson kommt raus und trifft ihn."
Trainer Edin Terzic sagte: "Ich hätte mir gewünscht, dass er es laufen lässt und sich die Bilder anguckt, dann kann er's immer noch wegnehmen. So pfeift er's direkt und entscheidet sich sofort die Gelbe Karte. Das ist brutal ärgerlich. Aber so ist Fußball und da passieren Fehler."
ManCity sprach selbst auf dem Vereinsaccount davon, dass Ederson vom Pfiff des Schiedsrichters "gerettet" worden sei.
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