Zinedíne Zidane tigerte in der ersten Halbzeit ungläubig durch seine Coaching Zone.

Der Franzose muss sich vorgekommen sein wie im falschen Film, denn nach der bitteren 0:1-Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Aufsteiger FC Cádiz ließ sich sein Team zuhause schon wieder düpieren.

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21/10/2020 AM 22:28

"Wir haben schlecht gespielt. Es ist schwierig heute über das Spiel zu sprechen", sagte ein enttäuschter Vinicius Junior nach Abpfiff: "Niemand hat heute überzeugt und wir konnten nicht umsetzen, was der Boss (Zidane, Anm. d. Red.) von uns verlangt hat. Wir müssen hart an uns arbeiten."

Innerhalb von 13 Minuten gab die mit Stars gespickte Truppe die Partie im Estadio Alfredo Di Stefano völlig aus der Hand und ließ sich von den Ukrainern herspielen.

Tete (29.), Raphael Varane mit einem Eigentor (33.) und Manor Solomon (42.) besorgten die 3:0-Halbzeitführung für Donezk. Seit 20 Jahren hatten die Madrilenen in einem Heimspiel in der Königsklasse nicht mehr so viele Gegentore im ersten Spielabschnitt hinnehmen müssen.

Damals hieß der Gegner FC Bayern München.

Zwar steigerte sich Real nach der Pause und kam durch Ex-Weltfußballer Luka Modric (54.) und Vinicius (59.) noch zum Anschluss, am Ende stand mit dem 2:3 (0:3) aber die zweite Heimniederlage in Folge.

Real Madrid: Zidane nimmt die Schuld auf sich

"Wir wussten, dass Schachtjor ein gutes Team hat und haben sie nicht unterschätzt. Nach dem 0:1 haben wir jedoch die Köpfe hängen lassen", so Modric: "Nach der Pause waren wir besser, aber natürlich sind wir nicht glücklich mit dem Auftritt."

Bei den Königlichen schrillen schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison die Alarmglocken. Vor allem, weil am Samstag mit dem Clásico beim FC Barcelona das wichtigste Duell der Hinrunde ansteht. Zidane suchte die Schuld auf der anschließenden Pressekonferenz bei sich: "Ich bin der Trainer, ich muss die Lösung finden. Ich habe sie aber nicht gefunden, und deshalb war es schwierig für meine Spieler. Diese Art von Spiele dürfen uns einfach nicht passieren. Wir verdienen die Kritik, wir alle, und ich zuerst."

Dass mit Sergio Ramos der Kapitän und emotionale Anführer aufgrund einer Knieverletzung ausfiel, machte die Sache für die Madrilenen nicht einfacher, darf aber keine Entschuldigung sein. Ob der 34-Jährige in Barcelona wieder dabei sein kann, ist unklar.

Zidane: "Halte mich für fähig, diese Situation zu lösen"

Zweifel an seiner Person wollte Zidane derweil nicht aufkommen lassen: "Ich halte mich für fähig, diese Situation zu lösen", so der Franzose, der nun weniger als 72 Stunden hat, um sein Team wieder aufzupeppeln und für das Prestigeduell am Samstag vorzubereiten.

Sollten sich die Königlichen allerdings noch einmal so desolat wie in der ersten Halbzeit gegen Donezk präsentieren, ist eine Trainer-Diskussion in der spanischen Hauptstadt nicht mehr weit.

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