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Ajax Amsterdam scheitert trotz Überlegenheit an Benfica Lissabon - Darwin Núñez mit dem entscheidenden Treffer
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Publiziert 15/03/2022 um 23:00 GMT+1 Uhr
Nach einer perfekten Gruppenphase ist für Ajax Amsterdam im Achtelfinale der Champions League Endstation. Die Mannschaft von Erik ten Hag verlor das Rückspiel gegen Benfica Lissabon trotz großer Überlegenheit nach einem Kopfballtreffer von Darwin Núñez (77.) unglücklich 0:1 (0:0). Durch das 2:2 im Hinspiel scheiterte der Geheimfavorit - die Mannschaft um Julian Weigl steht im Viertelfinale.
Nach perfekter Gruppenphase: Ajax scheitert im Achtelfinale an Benfica
Fotocredit: Getty Images
Beide Mannschaften veränderten ihre Startformation jeweils auf drei Positionen im Vergleich zu ihren Generalproben in den heimischen Ligen. Die Hausherren konnten am Wochenende den SC Cambuur mit 3:2 schlagen und setzten auch heute wieder auf die Dienste des Ex-Frankfurters Sébastien Haller. Die Gäste aus Portugal waren in der Primeira Liga nicht über ein 1:1 gegen den FC Vizela hinausgekommen. Unter anderem ließ Benfica-Chefcoach Nélson Veríssimo den Ex-Dortmunder Julian Weigl von Beginn an spielen.
Die Hausherren erwischten den besseren Auftakt und kamen direkt durch einen Kopfball von Antony nach einer Flanke von Dušan Tadić zu ihrer ersten guten Möglichkeit (2.). In der siebten Spielminute zappelte die Kugel dann zum ersten Mal im Tor, die Freude währte bei den Niederländern allerdings nur äußerst kurz. Daley Blind hatte Tadić mit einem herrlichen Steckpass auf die Reise gen Strafraum geschickt. Von dort hatte der Serbe noch das Auge für den mitgelaufenen Haller, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Allerdings stand Tadić bereits beim Zuspiel von Blind im Abseits, folgerichtig zählte das Tor nicht (7.).
Bereits nach einer halben gespielten Stunde standen über 60 Prozent Ballbesitz, rund 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, sowie 4:1 Torschüsse auf der Habenseite bei Ajax Amsterdam. Problematisch blieb weiterhin nur die Chancenverwertung bei den Gastgebern. Auch Antony per Distanzschuss aus rund 23 Metern (35.) und Ryan Gravenberch von halblinks aus 20 Metern (36.) konnten den Bann nicht brechen.
Mit 8:1 Torschüssen für die Niederländer, sowie knapp 70 Prozent Ballbesitzquote, allerdings weiterhin ohne Tore, sollte es in den zweiten Spielabschnitt gehen.
Nach Wiederanpfiff zeigte sich das gewohnte Bild. Ajax machte Druck, Benfica war darum bemüht, kompakt zu stehen und mit viel Kampf den eigenen Strafraum zu verteidigen. Der weiterhin sehr aktive Tadić versuchte es in der 49. Minute aus rund 20 Metern. Dabei verfehlte er das Tor der Gäste aber etwa um drei Meter.
Nach einer guten Stunde war es Blind, der den Ball bis zur Grundlinie vortrug, um dann von dort eine scharfe Flanke Richtung Elfmeterpunkt zu schlagen. Dort setzte sich Antony im Luftduell durch und wuchtete die Kugel auf das linke obere Toreck. Wieder verfehlte der Abschluss sein Ziel nur knapp (62.).
In der 71. Minute hatten die Adler dann Glück, als zunächst Alex Grimaldo einen gefährlichen Chipball abfangen konnte, welcher für Antony am zweiten Pfosten bestimmt gewesen war. Nur Sekunden später traf Gravenberch dann Julian Weigl mit seiner Volley-Abnahme im Strafraum an der Hand. Schiedsrichter Carlos Del Cerro Grande entschied sich allerdings dafür, weiterspielen zu lassen.
In der Schlussviertelstunde wagten sich die Portugiesen dann noch einmal nach vorne und konnten durch Darwin Núñez den entscheidenden Treffer zum 1:0 für Benfica erzielen (77.).
Vorausgegangen war ein Foul von Edson Àlvarez an Gonçalo Ramos nahe der rechten Seitenauslinie. Den fälligen Freistoß brachte Grimaldo in den Fünfmeterraum, wo Onana aus seinem Kasten stürmte, dabei allerdings nur in die Luft boxte und den Ball verfehlte. Núñez stieg zentral vor dem Tor hoch und nickte zum goldenen Treffer für Benfica ein.
Die Gastgeber warfen in der Schlussphase nochmal alles nach vorne, bliesen mit einem Doppelwechsel zur Aufholjagd. Allerdings fingen sich die Spieler von Erik ten Hag auch noch drei Gelbe Karten ein. Es nützte alles nichts mehr, am Ende stand ein knapper 1:0-Auswärtserfolg für die Gäste aus Portugal auf der Anzeigetafel. Diese erreichen mit dem Sieg zum ersten Mal seit der Saison 2015/16 das Viertelfinale der Champions League.
Die Stimmen zum Spiel:
Erik ten Hag (Trainer Ajax Amsterdam): "Kleine Dinge haben große Auswirkungen. Ich dachte nicht, dass es ein Freistoß war, das war eine zu harte Entscheidung vor dem 0:1-Treffer. Danach war es dann ein Missverständnis zwischen zwei Spielern im Strafraum. Wir wissen, wie gefährlich Benfica sein kann. Wir haben sie bis auf einen Moment vollständig neutralisiert. Die individuelle Qualität sollte ausschlaggebend sein, aber das war heute Abend nicht der Fall."
Dušan Tadić (Ajax Amsterdam): "Wir haben es nicht verdient, heute Abend hier zu verlieren. Wir wussten, dass sie (Benfica Lissabon, Anm. d. Red.) sehr gefährlich sind durch ihre Konter. Da haben wir nichts zugelassen, aber durch einen Freistoß passiert es dann. Gebe ich André Onana die Schuld an diesem Gegentor? Natürlich nicht. Wir gewinnen und wir verlieren zusammen. Wir hätten selbst treffen müssen, hatten vor dem Tor selbst noch eine gute Möglichkeit."
Noussair Mazraoui (Ajax Amsterdam): "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber was dann schiefgelaufen ist, ist, dass wir kein Tor erzielt haben. Wir hatten viele Möglichkeiten. Es gibt solche Spiele, bei denen der Ball einfach nicht reingehen will. Wir haben gut verteidigt. Es war ein ungerechtfertigter Freistoß, aus dem sie dann ein Tor erzielen. Sie sind dafür bekannt, ihre Spiele auf diese Weise zu gewinnen. Es ist schwer, gegen sie zu spielen. Es fühlt sich unverdient an."
Nélson Veríssimo (Trainer Benfica Lissabon): "Wir wussten nach der Auslosung, dass wir mit Ajax eine sehr schwierige Aufgabe haben würden, aber wir haben nie aufgehört, daran zu glauben. Wir hatten zwei schwierige Spiele, auch in unserem eigenen Stadion war es schwer. Ajax ist eine Mannschaft in Europa, die über die höchste offensive Qualität verfügt. Wir haben es nicht geschafft, den Ball zu haben. Wir wussten, dass wir mutig verteidigen müssen, um dann durch eine Umschalt- oder Standardsituation zu einer Chance kommen zu können. So ist es dann auch passiert."
Julian Weigl (Benfica Lissabon): "Wir werden zeigen, dass Benfica es verdient hat, im Viertelfinale zu stehen. Wir werden mit unserem unglaublichen Stadion und unseren unglaublichen Fans zeigen, dass es nicht einfach ist, uns zu schlagen."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Extremer Chancenwucher kostet Ajax das Viertelfinal-Ticket
69 Prozent Ballbesitz, 16:4 Torschüsse, 634:285 gespielte Pässe, 10:4 Ecken. Wenn man die nackten Zahlen betrachtet, kann man sich nur verwundert an den Kopf fassen. Die Niederländer dominierten die Portugiesen über weite Strecken nach Belieben. Vor allem in den Luftduellen hatte Ajax ein starkes Übergewicht, kam immer wieder zu gefährlichen Kopfbällen im Strafraum der Gäste. Diese rührten über 90 Minuten lang Beton an, angeführt von den sehr routinierten Innenverteidigern Jan Vertonghen und Nicolás Otamendi. Die beiden 34-Jährigen entschärften mit viel Leidenschaft eine brenzlige Situation nach der anderen. Und in der Offensive genügte den Adlern ein einziger Schuss auf den Kasten von André Onana. Es war Darwin Núñez, der den entscheidenden Nadelstich setzte und das Weiterkommen in die nächste Runde klarmachte.
Die Statistik: 1969
Mit dem knappen 1:0-Sieg feiert Benfica Lissabon den erst zweiten Erfolg im direkten Vergleich mit Ajax Amsterdam. Gleichzeitig beendet dieser auch eine große Durststrecke. Der erste Sieg liegt nämlich über 50 Jahre zurück und datiert vom 12.02.1969. Damals gewann man auswärts mit 3:1.
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Quelle: Perform
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