Drei Dinge, die beim FC Bayern gegen Benfica auffielen: Kompanys Rotationsfail und ein unglückliches Bischof-Debüt
Update 25/06/2025 um 08:13 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München kassiert mit dem 0:1 gegen Benfica Lissabon die erste Niederlage bei der Klub-Weltmeisterschaft und verspielt dadurch den Gruppensieg. Die Mega-Rotation von Trainer Vincent Kompany zerstört den Flow der Mannschaft und führte zu einem unglücklichen Debüt von Tom Bischof. Eine indiskutable Chancenverwertung tut ihr Übriges. Drei Dinge, die in Charlotte auffielen.
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Quelle: Perform
Harry Kane und Co. schlichen nach dem Gruselkick im Glutofen von Charlotte völlig ausgebrannt vom Platz. Mit dem unnötigen 0:1 (0:1) gegen Benfica Lissabon bei 36 Grad im Schatten hat der FC Bayern den Gruppensieg bei der Klub-WM verspielt.
Die eine Halbzeit lang viel zu behäbigen Münchner mussten den geradezu unmenschlichen Temperaturen Tribut zollen und ziehen nur als Zweite der Gruppe C ins Achtelfinale ein.
Andreas Schjelderup erzielte in der 13. Minute den Siegtreffer für die Portugiesen - es war Bayerns erste Niederlage gegen Benfica überhaupt.
Die Konsequenz lässt sich allerdings verschmerzen: Als Gruppenzweiter trifft der FC Bayern am Sonntag in Miami Gardens auf Flamengo Rio de Janeiro aus Brasilien (22:00 Uhr im Liveticker). Hätten sie die Gruppe gewonnen, wäre der FC Chelsea der Gegner gewesen - und das schon einen Tag früher, wieder in Charlotte.
Drei Dinge, die auffielen.
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Klub-WM- Andreas Schjelderup (2.v.r.) jubelt über das 1:0 für Benfica gegen den FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
1. Kompany verrotiert sich
Bayern-Trainer Kompany nahm gegenüber dem zweiten Gruppenspiel gegen Boca Juniors gleich sieben Veränderungen an der Startelf vor. Lediglich Manuel Neuer, Josip Stanisic, Raphael Guerreiro und Serge Gnabry begannen erneut.
Die "B-Elf" offenbarte jedoch gleich große Probleme. Auf den Außenseiten kamen von Leroy Sané und Gnabry – Letzterer agierte gegen Boca noch zentraler – kaum Impulse. Thomas Müller, der anstelle von Harry Kane als Stürmer agierte, kam kaum mal an den Ball.
Es vergingen über 43 Minuten, ehe der FC Bayern die erste Torchance zustande bekam. Gnabry setzte sich an der Torauslinie durch und spielte in den gefährlichen Raum – doch Sané knallte den Ball weit über das Tor. Insgesamt schlichen sich viele technische Fehler und Ungenauigkeiten in das Spiel des FC Bayern. Ein Gegenpressing nach Ballverlusten fand nicht statt.
Ein weiteres Problem: Die fehlende defensive Absicherung! Innenverteidiger Dayot Upamecano fand sich als letzter Mann mehrmals in Eins-gegen-Eins-Situationen wieder. Auch die beiden Außenverteidiger taten sich schwer.
Linksverteidiger Raphael Guerreiro ließ seine Seite oftmals frei, dadurch wurde das Gegentor zum 0:1 über seine Seite eingeleitet. Rechtsverteidiger Sacha Boey (später mit Krämpfen raus) gab ebenfalls kein gutes Bild ab, da er den Torschützen Schjelderup aus den Augen ließ.
"Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann die Aufstellung von Vincent Kompany, die nicht funktioniert hat", sagte "DAZN"-Experte Michael Ballack: "Vielleicht war es der eine oder andere Wechsel zu viel."
Kompany selbst begründete seine Aufstellung damit, dass er bei den schier unmenschlichen Temperaturen "lieber mit einer starken Elf aufhören als anfangen" wollte. So aber lief Bayern dem Rückstand hinterher - und holte ihn nicht mehr auf.
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Klub-WM: Harry Kane und Thomas Müller (v.l.) lamentieren - FC Bayern München vs. Benfica Lissabon
Fotocredit: Getty Images
2. Hitze, Rasen und Chancenverwertung als Bayern-Killer
Der FC Bayern zeigte in der zweiten Halbzeit ein anderes Gesicht. Harry Kane, Joshua Kimmich und Michael Olise kamen ins Spiel - und schon stand gefühlt eine komplett andere Mannschaft auf dem Platz. Plötzlich war alles da: Offensivdrang, Spielfreude, Gegenpressing, Spielverlagerungen und Abschlüsse - nur kein Tor.
In der 61. Minute erzielte Kimmich vermeintlich das verdiente 1:1, doch Kane versperrte dem Torwart die Sicht - Abseits. Der FC Bayern hatte über die gesamte Spielzeit 73 Prozent Ballbesitz und ein Torschussverhältnis von 13:7, doch der Ball ging einfach nicht rein.
Müller sagte: "Wir haben viele klare Chancen ausgelassen. Es ist wirklich unsere eigene Schuld." Neuer fügte hinzu: "Es fehlte das Momentum, das wir das Tor erzielen."
Die Hitze und der atypische Rasen (Kompany: "Der ist total anders") erschwerte die Aufgabe zusätzlich. Die Ersatzspieler verfolgten die Partie sogar von der Kabine aus, um nicht in der Sonne zu sitzen. Den Spielern auf dem Platz war dagegen mit steigender Einsatzdauer die Erschöpfung anzusehen.
Neuer wollte die Hitze jedoch nicht als Ausrede nutzen: "Es war brutal heiß. Die Bedingungen sind schwierig, aber alle haben die gleichen Voraussetzungen."
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Klub-WM: Sacha Boey (FC Bayern München) im Match gegen Benfica Lissabon
Fotocredit: Getty Images
3. Schwaches Debüt unter schwierigen Umständen vom Tom Bischof
Tom Bischof gab sein Bayern-Debüt im schlechtmöglichsten Spiel. Im zentralen offensiven Mittelfeld musste der 19-Jährige die Rolle einnehmen, die ansonsten Jamal Musiala bekleidet. Allerdings stellte Benfica das Zentrum so dicht, dass der Ex-Hoffenheimer überhaupt keinen Raum hatte.
In den ersten 45 Minuten hatte Bischof so lediglich 25 Ballkontakte - keiner davon spielprägend. Zum Vergleich: Kimmich kam in der zweiten Halbzeit auf 53 Ballkontakte.
Zwar kamen 18 seiner 20 Pässe beim Mitspieler an, allerdings nur selten in den gefährlichen Räumen. Bischof führte lediglich zwei Zweikämpfe, gewann aber keinen davon und hatte nur eine Ballaktion im gegnerischen Strafraum. So blieb das neue Bayern-Talent zur Pause auch folgerichtig in der Kabine.
Zukünftig kann es für Bischof eigentlich nur besser laufen.
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Quelle: Perform
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