Beging Nagelsmann beim FC Bayern den nächsten "Wechsel-Fehler"? Trainer stellt klar: Hernández war verletzt
Der FC Bayern München scheitert im Viertelfinale der Champions League überraschend am FC Villarreal. Beim 1:1 (0:0) im Rückspiel sorgt ein Wechsel von Trainer Julian Nagelsmann kurz vor dem folgenschweren Ausgleich durch Samuel Chukwueze (88.) für Diskussionen: Hätte er Lucas Hernández lieber erst in der Verlängerung gegen Alphonso Davies austauschen sollen? Nagelsmann sagt: Es ging nicht anders.
Alphonso Davies kommt für Lucas Hernández ins Spiel - FC Bayern München vs. FC Villarreal
Fotocredit: Getty Images
Der FC Bayern ist in der Champions League 2021/22 krachend gescheitert.
Als Favorit zogen die Münchner im Duell mit dem FC Villarreal nach 180 Minuten in Addition mit 1:2 (0:1, 1:1) den Kürzeren. Dabei lagen die Bayern im Rückspiel am Mittwoch kurz vor Schluss zumindest auf Kurs Verlängerung.
Unmittelbar vor dem Treffer hatte Trainer Julian Nagelsmann in der Abwehr einen Wechsel vorgenommen: Lucas Hernández ging für Alphonso Davies aus der Dreierkette (87.).
Davies verliert Torschütze Chukwueze aus den Augen
Davies war es prompt, der beim 1:1 das Abseits zugunsten von Vorbereiter Gerard Moreno aufhob und Chukwueze danach aus den Augen verlor.
"Das war am Ende dämlich verteidigt von Bayern bei dem Spielstand", kritisierte Ex-Nationalspieler Mario Gomez bei "Amazon Prime Video".
Ex-Sportvorstand Matthias Sammer äußerte sich direkt zu Davies. "Das ist ja brutal - du bringst ihn, weil du denkst, er hat die Schnelligkeit, aber dann hast du die physische Voraussetzung und nicht die taktische", sagte Sammer.
Er ergänzte zusammenfassend: "Wenn er die Linie hält, ist es Abseits. Das ist ein taktisches Fehlverhalten."
Für Gomez war allerdings bei weitem nicht nur Davies der Schuldige. "Moreno ist nicht der schnellste Spieler des Planeten", meinte der Ex-Bayern-Stürmer: "Das war in der Entstehung schon nicht gut. Da musst du schon an der Mittellinie stellen und blocken."
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Quelle: Perform
Nagelsmann sagt: Hernández war verletzt
Sammer meinte indes, dass Bayern es bis zur 88. Minute "gegen den Ball und in der Spielkontrolle herausragend gemacht" habe. Dass es dennoch nicht reichte, sei "bitter. Aber: Bayern hat das Brett nicht gebohrt."
Auf der anschließenden Pressekonferenz äußerte sich auch Bayern-Trainer Nagelsmann zum folgenschweren Wechsel.
Er stellte klar: "Der Wechsel war nicht freiwillig - Lucki ist verletzt gewesen." Offenbar war bei Hernández eine Oberschenkelblessur wieder aufgebrochen. Ob der Franzose noch bis Ablauf der regulären Spielzeit hätte durchhalten können, darf also zumindest angezweifelt werden.
Allerdings war Hernández vor seiner Auswechslung auch noch am Ball gewesen und lief recht flott zum Wechsel nach draußen.
Nagelsmann: Bayern hat sehr gut verteidigt
Hernández hatte zuvor kaum Probleme mit der zumeist harmlosen Villarreal-Offensive gehabt - wie alle Bayern-Defensiven. Der Franzose versuchte sich ein ums andere Mal als Flankengeber einzubringen, seine Hereingaben fanden aber keinen Abnehmer.
Den Wechsel auf Davies erklärte Nagelsmann so: "Villarreal hat einen sehr schnellen Spieler gebracht - da war die Entscheidung, ob wir Phonzy bringen oder Tanguy (Nianzou, Anm. d. Red.). Eine zusätzliche Überlegung war: Man hätte in einer etwaigen Verlängerung auch auf Viererkette umstellen können." Das erübrigte sich dann allerdings.
Das Gegentor schilderte der Bayern-Trainer so: "Wir sind nicht richtig in der Struktur, wo wir den Konter kriegen, das ist immer ein bisschen eine Gratwanderung am Ende. Wir sind beim Gegenpressing ein bisschen in einem anderen Personal, Josh (Joshua Kimmich, Anm. d. Red.) ist hinten in der Kette. Dann gehen wir raus in der Drucksituation und machen leider hinten den Raum auf. Das war ein Angriff. Er trifft den Ball gar nicht richtig, zu allem Überfluss. Sehr bitter.
Fazit Nagelsmann: "Wir haben sehr gut verteidigt und sie über weite Strecken dominiert. Bringt nur nichts, weil wir ausgeschieden sind."
Weil Chukwueze 99 Sekunden nach dem folgenschweren Wechsel traf.
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Quelle: Perform
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