RB Leipzig beendet schwarze deutsche Serie gegen Manchester City und sichert sich Platz in der Europa League

Versöhnlicher Abschluss der Champions-League-Saison für RB Leipzig: Im letzten Spiel der Gruppenphase haben die Sachsen gegen Manchester City 2:1 (1:0) gewonnen, sich damit Tabellenplatz drei und so auch die Teilnahme an der K.o.-Phase der Europa League gesichert. Für Leipzig trafen Dominik Szoboszlai (24.) und André Silva (71.), für City Riyad Mahrez (76.). Kyle Walker sah die Rote Karte (82.).

RB Leipzig sichert sic Ticket für die Europa League

Fotocredit: Getty Images

Im ersten Spiel nach der kurzen Leipzig-Ära von Jesse Marsch ging es für die Roten Bullen im letzten Gruppenspiel um das Überwintern in der Europa League. Die Sachsen mussten das Fernduell gegen Brügge gewinnen - konkret durften sie nicht weniger Punkte holen als die Belgier - um sich den dritten Platz in der Gruppe A hinter Manchester City und Paris Saint-Germain zu sichern.
Interimstrainer Achim Beierlorzer setzte gegen die Skyblues auf eine Viererkette und forderte Kompaktheit zwischen allen Mannschaftsbereichen mit und gegen den Ball. Die Engländer, die schon vor der Partie den ersten Tabellenplatz sicher hatten, agierten in einem 4-3-3-System.
Teammanager Pep Guardiola schonte seine Stammkräfte nicht, setzte auf namentliches Personal, unter anderem auf Kevin de Bruyne und Phil Foden.
Vor leeren Rängen (pandemiebedingt) entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit zurückhaltenden Gästen und zunehmend guten Chancen für Leipzig.
Während Brügge in Paris früh mit 0:2 in Rückstand geriet (Endergebnis 1:4), gingen die Roten Bullen in der 24. Minute in Führung: Konrad Laimer spielte einen starken Außenristpass kurz vor der Mittellinie in den Lauf von Dominik Szoboszlai, der alleine auf Zack Steffen zuging, den Keeper umkurvte und ins leere Tor einschob.
Manchester City übernahm nach dem Rückstand zwar den Ballbesitz, kam gegen gut verteidigende Leipziger allerdings nur selten gefährlich vor das Tor. Stattdessen verbuchten die Roten Bullen beste Abschlussmöglichkeiten und verpassten es, den zweiten Treffer nachzulegen.
Die beste Möglichkeit vergab André Silva in der 39. Minute. Christopher Nkunku flankte von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten, Szoboszlai legte quer und Silva vergab per Kopf aus vier Metern.
Kurz vor der Pause intensivierten die Skyblues ihr Offensivspiel und bestraften die Leipziger beinahe für das Auslassen der Chancen. Zunächst lenkte Péter Gulácsi einen Schuss von Foden aus 14 Metern halblinker Position an den rechten Torpfosten (41.), kurz darauf parierte der Torhüter einen direkten Freistoß von de Bruyne aus 24 Metern im linken Eck (43.) und hielt damit die Leipziger Führung fest.
Manchester City rollte auch zu Beginn der zweiten Halbzeit an, fand jedoch kaum ein Mittel gegen sehr kompakte und defensive Leipziger.
In der 71. Minute machten die Sachsen schließlich alles klar, legten das 2:0 nach. Emil Forsberg gewann den Ball im Mittelfeld und trieb ihn bis in die linke Strafraumhälfte. Dort behielt der Schwede den Überblick und legte quer auf Silva, der aus 15 Metern trocken ins rechte Eck verwandelte.
Den Skyblues, die insgesamt offensiv eher blass blieben, gelang jedoch nur fünf Minuten später der 1:2-Anschlusstreffer. Oleksandr Zinchenko bekam auf dem linken Flügel keinen Gegnerdruck und flankte die Kugel perfekt auf den zweiten Pfosten auf Riyad Mahrez, der aus sechs Metern per Flugkopfball zur Stelle war und sein fünftes Saisontor erzielte (76.).
In der Schlussphase dezimierten sich die Engländer noch in Person von Kyle Walker (82.). Der Außenverteidiger trat Silva ohne Chance auf den Ball auf der linken Seite von hinten in die Beine und sah die Rote Karte - eine korrekte Entscheidung, die es Leipzig in der Folge erleichterte, das knappe Ergebnis erfolgreich über die Zeit zu bringen und damit die Europa League zu buchen.
Manchester City verlor derweil das erste Mal nach 14 ungeschlagenen gegen deutsche Teams Partien (13 Siege, ein Remis) .

Die Stimmen zum Spiel:

Achim Beierlorzer (Interimstrainer RB Leipzig): "Wir haben eine tolle Reaktion der Mannschaft gesehen, leider vor leeren Rängen. Dieses Spiel gegen so einen Gegner hätte ein volles Stadion verdient gehabt. Wir haben diszipliniert gespielt, uns an den Matchplan gehalten, waren defensiv unheimlich kompakt und haben genau die Momente genutzt, die wir uns erarbeitet haben. Insofern haben wir hochverdient gewonnen."
Pep Guardiola (Trainer Manchester City): "Wir haben in der zweiten Halbzeit besser gespielt, waren aggressiver und sind auf Sieg gegangen. Doch am Ende haben wir verloren - von daher Gratulation an Leipzig."
Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig): "Wir haben nach den letzten turbulenten Tagen die Mannschaft in die Pflicht genommen und konnten eine Reaktion sehen. Das war kein einfacher Gegner, sondern ein Weltklasse-Team. Dass wir das gewinnen konnten, ist die Reaktion, die wir uns gewünscht haben."
Dominik Szoboszlai (RB Leipzig): "Wir haben vor dem Spiel gesagt: Mit Mut und Willen können wir alle besiegen. Das war der Plan und das hat geklappt. Wir konnten zeigen, dass wir auch gegen einen Top-Gegner richtig gut Fußball spielen können. Jetzt haben wir in der Bundesliga noch viel vor."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Erfolgs-Throwback

Bundesliga-Dritter, -Dritter, -Zweiter, DFB-Pokalfinalist, Champions League-Halbfinalist und -Achtelfinalist: Eine Kurzzusammenfassung der Erfolge der Leipziger in den letzten drei Jahren. Nun finden sich die Roten Bullen in ihrer ersten großen sportlichen Krise wieder und sehnen sich zurück nach ihren Erfolgen. Wie es weitergeht bei den Leipzigern ist unklar, noch steht Beierlorzer interimsweise an der Seitenlinie und schafft es dabei überraschenderweise den Fokus neu zu setzen.
Gegen Manchester City gelang es den Roten Bullen nach langer Zeit wieder auf fast unkonventionelle Art und Weise zu zeigen, wie man erfolgreich Fußball spielt und kämpft. Leipzig vertraute den eigenen Stärken - Umschaltspiel, Kombinationsfußball, kompaktes Verteidigen - arbeitete als Team und stellte dabei individuelle Bedürfnisse hinten an. Es könnte alles so einfach sein und im ersten Schritt schaffte es Beierlorzer, den Konjunktiv erfolgreich abzuwenden.

Die Statistik: 5

Das Leipziger Führungstor war der insgesamt fünfte Treffer in der Champions League für Szoboszlai. Damit ist er der treffsicherste Ungar aller Zeiten in der Königsklasse. Vier seiner fünf Tore erzielte er zudem im heimischen Stadion.
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