Zum Auftakt der Champions League nahm Jesse Marsch im Vergleich zur Bayern-Niederlage drei Änderungen vor: Für Kevin Kampl, Mohamed Simakan und Dominik Szoboszlai starteten Lukas Klostermann, Tyler Adams sowie Emil Forsberg.
Pep Guardiola, der zuletzt dreimal in Folge dieselbe Startelf ran ließ, nahm in seinem 300. Pflichtspiel als City-Coach vier personelle Wechsel vor: Für Aymeric Laporte, Kyle Walker, Ilkay Gündogan und Gabriel Jesus kamen Oleksandr Zinchenko, Nathan Aké, Riyad Mahrez und Kevin De Bruyne zum Zug. Der belgische Superstar feierte nach wochenlanger Verletzungspause sein Comeback.
Von Anfang an nahm City das Heft in die Hand und hatte deutlich mehr Ballbesitz. RBL fand sich meist in der eigenen Hälfte wieder, Entlastungen nach vorne waren rar gesät. Dennoch kam der Bundesligist gut in die Partie, machte die Räume sehr eng. Umso ärgerlicher, dass die Skyblues mit dem ersten Standard in Führung gingen, als Nathan Aké nach Ecke zum 1:0 einköpfte (16.). Wie schon gegen die Bayern kassierten die Roten Bullen einen frühen Gegentreffer.
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Diesen Rückschlag konnte Leipzig in der Folgezeit nicht mehr richtig verdauen. Die Sachsen kamen kaum noch in die Zweikämpfe und offenbarten große Probleme bei Standardsituationen. So arbeitete City am zweiten Treffer und durfte sich bei Nordi Mukiele bedanken, der per Kopf ins eigene Tor traf (28.). Danach nahm City etwas das Tempo heraus, wodurch RBL zu einigen ordentlichen Angriffen kam. Einen davon vollendete Christopher Nkunku per Kopf zum 1:2 (42.). Die Hoffnung auf Leipziger Seite währte jedoch nicht allzu lange, denn wenig später bekam Klostermann einen Kopfball an den Arm. Den fälligen Handelfmeter verwandelte Mahrez souverän zum 3:1 (45.+3).
Der zweite Durchgang war ein Auftakt nach Maß für die Gäste. Dani Olmo hatte im Halbfeld zu viel Zeit und Raum, nutzte dies für eine Flanke auf Nkunku, der mit seinem zweiten Kopfballtreffer das 2:3 markierte (51.). Ein neuer Hoffnungsschimmer für den Bundesligisten. Auch danach ließ City die nötige Konsequenz in den Zweikämpfen vermissen und presste nicht mehr so zwingend. Dennoch lud Leipzig die Hausherren zum 4:2 ein: Adams ließ Grealish in aller Ruhe aufziehen, der 118-Millionen-Mann traf in seinem CL-Debüt zum ersten Mal (56.). Und so schlug sich Leipzig einmal mehr selbst.
Der deutsche Vizemeister ließ sich auch in der Schlussphase nicht hängen, doch Manchester City hatte stets eine Antwort parat. Nkunku brachte mit seinem dritten Treffer zum 3:4 wieder heran (73.), doch quasi im Gegenzug stellte Joao Cancelo den alten Abstand wieder her (75.). Und so rannte Leipzig stets einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Anschließend waren die Hoffnungen dahin, auch weil Leipzig nach Angelinos Ampelkarte (79.) in der Schlussphase in Unterzahl auskommen musste. City zeigte in den Schlussminuten keine Gnade und kam durch Gabriel Jesus zum 6:3-Schlusspunkt (85.).
Für beide Teams geht es am Samstag weiter. City empfängt den FC Southampton, Leipzig muss im Abendspiel zu formstarken Kölnern.

Das fiel auf: Leipzig betreibt Sabotage an sich selbst

Es passiert nicht oft, dass die Gegner drei Treffer im Etihad Stadium erzielen, schon gar nicht, seit City in der Defensive so stabil steht. Für Leipzig war zum Champions-League-Auftakt sicherlich etwas drin, doch der Bundesligist kassierte viel zu einfach die Gegentreffer. Vor allen Dingen die schnellen Rückschläge waren bitter und unnötig. So betrieb Leipzig unterm Strich Sabotage an sich selbst und brachte sich um eine mögliche Sensation.

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Pep Guardiola, wie man ihn kennt. Nachdem Manchester City das 4:2 erzielte, war das Etihad Stadium aus dem Häuschen. Nur einer nicht: Guardiola zitierte Riyad Mahrez zu sich und lies dem Algerier die Leviten. Man weiß nicht, was Guardiola seinem Schützling mit auf den Weg gab, doch dieser schaut wie ein begossener Pudel zu Boden. Mit solchen Aktionen hält Guardiola die Spannung in seiner Elf hoch, zeigt sich nie zufrieden.

Die Zahl: 27.09.2020

Es passiert nicht oft, dass eine Mannschaft im Etihad Stadium zu drei Toren kommt. Leipzig zeigte stets Moral. Das letzte Mal als City drei Gegentore oder mehr in einem Heimspiel kassierte, geschah am 3. Spieltag der vergangenen Saison. Damals nutzte Leicester City den schwachen Saisonstart der Skyblues gnadenlos aus und kam zu einem klaren 5:2-Erfolg. Seitdem sind 63 Pflichtspiele vergangen.
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