Drei Dinge, die bei Manchester United gegen Atlético Madrid auffielen: Simeones Ekel-Taktik geht auf
Manchester United muss nach dem 0:1 vor heimischer Kulisse gegen Atlético Madrid bereits die Champions-League-Segel streichen. Nachdem die Red Devils zunächst dominant agierten, fanden die Gäste nach und nach besser in ihre Grundordnung. Wer Atlético kennt, weiß: Wenn die Mauer einmal steht, wird es für den Gegner schwer. Selbst Cristiano Ronaldo avancierte nicht zum erfolgreichen Steineklopfer.
Rangnick sauer: "Schiri machte es Atletico leicht"
Quelle: Perform
Als der Schlusspfiff ertönte, setzte Diego Simeone in simeonetypischer Manier zum Jubellauf an, sprintete prompt in die Kabine, während ManUnited-Trainer Ralf Rangnick die Szenerie mit versteinerter Miene vom Seitenrand aus betrachtete. Zwei konträre Gefühlslagen.
Das 0:1 im altehrwürdigen Old Trafford gegen Atlético Madrid hatte das Achtelfinal-Aus der Red Devils in der Champions League besiegelt. Der englische Rekordmeister, bei dem neben Superstar Cristiano Ronaldo auch der ehemalige Dortmunder Jadon Sancho in der Startelf stand, agierte zunächst dominant und schnürte die spanischen Gäste ein, ohne das Übergewicht in etwas Zählbares umzumünzen.
Auch, weil Atlético-Torhüter Jan Oblak - anders als seine Kollegen - schnell auf Betriebstemperatur war. Nach rund 20 Minuten sortierten sich die Rojiblancos, Simeones Marschroute, die gemeinhin nicht sonderlich attraktiv, dafür aber effektiv ist, griff nach und nach.
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29/12/2025 um 15:00 Uhr
Die Maurermeister vom Manzanares bewiesen einmal mehr, dass sie zu den Besten ihrer Zunft gehören, selbst CR7, zuletzt noch dreifach erfolgreich, blieb ein Steineklopfer auf verlorenem Posten.
Drei Dinge, die auffielen.
1. Atléticos Ekel-Taktik geht auf - mal wieder
Simeone arbeitet seit 2011 als Trainer bei den Hauptstädtern, unter seiner Ägide gewannen die Colchoneros zwei spanische Meisterschaften, zweimal die Europa League, zudem zogen sie zweimal ins Finale der Champions League ein.
Erfolge, die nicht von ungefähr kommen, Erfolge, die auf einem gleichermaßen einfachen wie altbekannten Prinzip fußen: erfolgreichem Verteidigen. Simeone hat das Mauern perfektioniert und mit einzelnen offensiven Nadelstichen verfeinert. Manch einer mag die Philosophie als Ekel-Taktik deklarieren, Defensivfreunde dürften das Ganze ausgeklügelt nennen.
Während Atléticos Hintermannschaft - anders als in der Vergangenheit - in der heimischen Liga in dieser Saison strauchelt, zeigte sie im Old Trafford am Mittwochabend wieder ihr traditionelles Gesicht. Aus einer weitestgehend sicheren Abwehr agierend, schalteten die Madrilenen ein ums andere Mal schnell um und fuhren vor der Pause aussichtsreiche Konter.
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Renan Lodi gelang der Treffer des Abends
Fotocredit: Getty Images
Nachdem João Félix' Treffer aufgrund einer vorangegangenen Abseitsstellung seines Mitspielers Llorente noch aberkannt worden war, veredelte Renan Lodi nur wenige Augenblicke später eine sehenswerte Griezmann-Flanke per Kopf zum 1:0 (40.).
Im Anschluss konzentrierte sich die Simeone-Elf wieder auf ihr Kerngeschäft. Weil ManUnited vor allem nach dem Seitenwechsel kaum noch etwas einfiel, reichte Lodis Tor. Atlético-Minimalismus par excellence.
2. Torhüter Oblak überragt
Bei allem Lob für Simeones Simplizität - dass es fürs Weiterkommen reichte, war besonders einem Protagonisten in der Maurergilde zu verdanken: Torhüter Jan Oblak.
In der 14. Minute entschärfte der Slowene einen Elanga-Schuss aus kürzester Distanz etwas glücklich per Kopf, im weiteren Verlauf des Spiels stellte er seine Qualitäten auf der Linie darüber hinaus etliche Male unter Beweis.
Ganz besonders, als er rund zehn Minuten vor Schluss einen Kopfball von Raphaël Varane mit einem sehenswerten Reflex vor dem Einschlagen bewahrte. Fünf Paraden standen am Ende in den Statistikbüchern.
Teamkollege Koke fand nach der Partie überschwängliche Worte für den Schlussmann: "Für mich ist er der beste Torhüter der Welt. Das hat er heute Abend einmal mehr gezeigt."
Daran dürften sich zwar die Geister scheiden, allerdings ist eines unbestritten: Oblak zählt seit vielen Jahren zur absoluten Torhüter-Weltelite.
3. Ronaldo als hadernder Steineklopfer
Dass Ronaldo selbst im gehobenen Alter von 37 Jahren noch zu den ganz Großen gehört, zeigte er am vergangenen Wochenende. Beim 3:2 gegen Tottenham Hotspur hatte der Portugiese alle drei Tore beigesteuert und somit hauptverantwortlich für den Sieg gezeichnet.
Dementsprechend ruhten am Mittwochabend mal wieder alle Hoffnungen darauf, dass CR7 einen Sahnetag erwischen würde. Mit sichtlich Rückenwind ausgestattet, legte der Routinier in den ersten Minuten verheißungsvoll los, initiierte Angriff um Angriff.
Mit zunehmender Sicherheit der Gäste nahm der Tatendrang Ronaldos allerdings stetig ab. Besonders im zweiten Durchgang fiel er mehr als Haderer denn als Anheizer auf. Abwinken, Kopfschütteln, Schimpfen - die gesamte Klaviatur der Unzufriedenheit.
Nachvollziehbar, immerhin vermochten die Offensivkollegen ihn kaum einmal in Szene zu setzen. Die bittere Zahl zum gebrauchten Ronaldo-Abend: Der fünfmalige Weltfußballer brachte keinen einzigen Ball aufs gegnerische Tor.
Mit einer derartigen Harmlosigkeit sah sich der Angreifer zuvor in seiner ruhmreichen Champions-League-Karriere erst zweimal konfrontiert. Im November 2003 als frischgebackener United-Profi gegen Panathinaikos Athen und im Mai 2011 im Dress von Real Madrid gegen den Erzrivalen FC Barcelona.
Gegen die Atlético-Mauer fand der aus Manchester-Sicht erhoffte Steineklopfer ebenfalls kein Durchkommen.
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Quelle: Perform
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