Trainer Julian Nagelsmann hatte die beste ihm zur Verfügung stehende Elf aufgeboten - diese überzeugte mit einem sehr seriösen Auftritt und unbedingtem Siegeswillen. Unter den sieben fehlenden Spielern waren unter anderem Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry. Vor der Abwehr kam neben Corentin Tolisso Jung-Nationalspieler Musiala zum Einsatz.
Barcelona erwischte eigentlich einen guten Start, dennoch hätte ein früher Aussetzer von Marc-André ter Stegen die Katalanen fast ins Hintertreffen gebracht. Der deutsche Schlussmann spielte Robert Lewandowski den Ball 25 Meter vor dem Tor genau in die Füße, doch Sergio Busquets schaltete schnell und brachte den Polen von hinten zu Fall - Gelb (3.).
Barça konnte dann auch den ersten Schuss aufs Tor abgeben, als Frenkie de Jong Jordi Alba links an der Sechzehnerkante bediente. Dessen Schuss mit dem schwachen Fuß war jedoch kein Problem für Manuel Neuer (7.). Die wohl größte Chance in der Anfangsphase hatten aber dennoch die Bayern, nach einer Kopfballverlängerung von Lewandowski tauchten Jamal Musiala und Thomas Müller frei vor ter Stegen auf, doch der Pass des Youngsters war zu ungenau und wurde von Gerard Piqué abgegrätscht, zudem stand Musiala im Abseits (18.).
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VOR 8 STUNDEN
Nachdem Barcelona die Anfangsphase noch offen gestaltete, wurden die Münchner nach knapp 25 Minuten immer stärker und drängten auf die Führung. Müller wurde in die gegnerische Hälfte geschickt und war quasi schon frei durch, sein Zuspiel auf den rechten Pfosten für Lewandowski wurde von ter Stegen allerdings noch entscheidend abgefälscht (28.).
Die Bayern erhöhten den Druck weiter. Lewandowski marschierte die linke Außenbahn entlang und chippte die Kugel gefühlvoll an den Fünfmeterraum, wo Müller mit geschlossenen Augen gegen die Laufrichtung von ter Stegen köpfte - Ronald Araújo schlug den Ball erst hinter der Torlinie weg (34.). Ein Treffer, der bei den Gästen Wirkung zeigte.
Durch einen Distanzschuss, bei dem ter Stegen nicht gut aussah, erhöhte Leroy Sané nur neun Minuten später auf 2:0 und sorgte damit für eine beruhigende Halbzeitführung der Bayern.

Nagelsmann zur Barça-Krise: "Als wäre ich der Schlauberger ..."

Barcelona, das durch den Zwischenstand aus dem Parallelspiel zwischen Benfica und Dynamo Kiew (Endstand: 2:0) zum Siegen verdammt war, kam auch nach dem Seitenwechsel vor leeren Rängen in der verschneiten Allianz Arena nicht mehr ins Spiel zurück.
Kingsley Coman legte eine flache Hereingabe von Alphonso Davies für Sané ab, der in Rücklage genau in die Arme des schon am Boden liegenden ter Stegens schob (47.). In der 62. Minute machten die Bayern dann aber endgültig den Deckel drauf, als Davies mit einer Klasse Vorarbeit auf Jamal Musiala legte, der nur noch einschieben musste.
Die Katalanen waren mit der puren Dominanz der Münchner schlichtweg überfordert und konnten auch keine Nadelstiche mehr setzen.
Für Barça bedeuten nur sieben Punkte bei einem Torverhältnis von 2:9 den Abstieg in die Europa League, wo die Katalanen zuletzt 2003/04 spielten. In der Champions-League-Vorrunde war Barcelona zuletzt 2000/01 gescheitert.
Bayern hat hingegen jedes seiner sechs Gruppenspiele gewonnen, was in der laufenden Champions-League-Saison auch Ajax Amsterdam und dem FC Liverpool gelungen ist. Zur besten Vorrunde der Vereinsgeschichte fehlte den Bayern nur ein Treffer - in der Triple-Saison 2019/20 hatten die Münchner die Gruppenphase mit sechs Siegen und 24:5 Toren (+19) abgeschlossen - diesmal waren es 22:3 Treffer (ebenfalls +19).
Die Münchner sind in nunmehr 28 Gruppenspielen in Serie unbesiegt. Im Achtelfinale, das am kommenden Montag ausgelost wird, können sie aber schon auf einen sehr namhaften Gegner treffen: Als Gruppenerster bekommt es der FC Bayern ab Mitte Februar mit einem Gruppenzweiten zu tun, damit ist ein Duell unter anderem gegen Titelverteidiger FC Chelsea, Paris St.-Germain, Inter Mailand oder Atlético Madrid möglich.

Thomas Müller

Fotocredit: Getty Images

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München): “Wichtig, dass wir heute zu Null gespielt haben, was wir uns sonst immer ein bisschen angekreidet. Wenn man bei 22 geschossenen Toren nur drei Gegentore in der Gruppenphase bekommt, ist das eine gute Quote. Wir waren heute sehr souverän. Wir haben gegen einen Gegner gespielt, der einen sehr großen Namen hat und eigentlich gewinnen musste. Wir haben sie aber zu keinem Zeitpunkt zur Entfaltung kommen lassen, und ich glaube, wenn wir richtig anziehen, können wir sogar noch mehr als drei Tore machen."

Nagelsmann zur Favoritenfrage: "Ist so ein Thema für Journalisten"

Xavi Hernández (Trainer FC Barcelona): "Sie waren besser als wir, sie waren überlegen. Wir haben unser Bestes versucht, wir haben sie unter Druck gesetzt und ihnen den Ball abgenommen, aber sie haben uns schnell überrannt. Heute müssen wir uns ganz einfach mit dieser Situation abfinden, auch wenn sie schwer ist. Wir müssen bei Null anfangen. Ich habe gehofft, dass wir eine bessere Leistung abrufen können, aber das war nicht so. Die Bayern sind derzeit ein besseres Team als wir. Heute ist eine harte, traurige Situation, wir fühlen uns machtlos. Aber es ist, wie es ist. Wir werden alle zusammen weiter hart arbeiten, um Barcelona wieder auf ein anderes Niveau zu heben, Champions League, nicht Europa League."
Thomas Müller (FC Bayern München): "Wir haben gut gespielt, natürlich war nicht alles perfekt. Gerade wenn du gegen Barça spielst, die ja hoch pressen, ergeben sich durch unsere Außenstürmer extreme Räume. Da hatten wir heute nicht immer das Timing für Pass- und Laufwege, sonst wäre sogar mehr gegangen."
Ronald Araújo (FC Barcelona): "Es ist ein vernichtendes Ergebnis und sie hatten die Chancen, es noch schlimmer zu machen. Wir haben gut angefangen, aber sie haben einige Chancen kreiert und das erste Tor erzielt. Das hat unser Selbstvertrauen erschüttert. Letztlich haben wir uns nicht wegen dieses Spiels nicht qualifiziert, sondern wegen dem, was wir in den anderen Spielen gemacht haben. Wir müssen weiter arbeiten und hoffen, dass bald wieder gute Dinge auf uns zukommen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Barça ist Bayern erneut nicht gewachsen

Der FC Bayern hat den FC Barcelona zum dritten Mal in Folge eine ordentliche Abfuhr verteilt. In der Saison 2019/20 zerlegten die Münchner die Katalanen im Viertelfinale der Champions League in einem Spiel 8:2. Im Hinspiel der aktuellen Spielzeit musste Barcelona schon eine 0:3-Klatsche zu Hause hinnehmen, nun gab es erneut dasselbe Ergebnis. Spielerisch waren die Spanier dem deutschen Rekordmeister erneut nicht gewachsen. Nach einem guten Beginn schalteten die Münchner einen Gang hoch - schon waren die Gäste abgemeldet und rannten in einen Gegenangriff nach dem anderen.

Die Statistik: 8

Thomas Müller erzielte im siebten Spiel gegen Barcelona bereits sein achtes Tor - die Katalanen sind offensichtlich sein Lieblingsgegner in der Champions League. Mit insgesamt 50 Champions-League-Treffern zog Müller in der ewigen Torschützenliste des Wettbewerbs auf Rang sieben mit Thierry Henry gleich. Ruud van Nistelrooy (56) auf Platz sechs ist nur noch sechs Treffer entfernt, dann klafft jedoch eine Lücke zu Raúl (71). Robert Lewandowski - am Mittwoch torlos - steht auf Platz drei (82). Es führt Cristiano Ronaldo (140) vor Lionel Messi (125).
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