Mit großen Sorgenfalten auf der Stirn reiste RB Leipzig am 5. Spieltag der Champions League nach Brügge – Nach zahlreichen Ausfällen bedingt durch Corona-Quarantäne und Verletzungen, musste Assistenztrainer Achim Beierlorzer eine bunt zusammengewürfelte Mannschaft mit zahlreichen Debütanten und Reservisten an den Start bringen. Auch in der Liga setzte es zuletzt nach desolater Leistung eine Niederlage.
Doch was die Leipziger dann entgegen den meisten Erwartungen auf dem Spielfeld abbrannten, war ein wahres Offensivfeuerwerk. Christopher Nkunku eröffnete den Torregen, indem er nach einem Schussversuch von André Silva aus kürzester Distanz zum 1:0 abstaubte (12.). Nur fünf Minuten später erhöhte Emil Forsberg per Foulelfmeter auf 2:0 (17.).
Die Bullen spielten sich regelrecht in einen Rausch und ließen eine Angriffswelle nach der anderen auf den Kasten von Brügge-Keeper Simon Mignolet zurollen, der heute zahlreiche gute Paraden zeigte.
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Doch wenig später konnte auch er den sehenswerten Treffer von André Silva nicht verhindern, der nach maßgeschneiderter Flanke von Angeliño zum 3:0 ins lange Eck einköpfte (26.).
Kurz vor der Pause wurden die Gastgeber aus Brügge erstmals gefährlich, doch die RB-Defensive präsentierte sich am heutigen Abend in guter Form und verhinderte einen Anschlusstreffer. Im Gegenzug setzte Forsberg seiner starken Leistung in Durchgang eins die Krone auf und verwandelte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte per Weitschuss zum 4:0 (45.+1).
Spätestens nach dem vierten Gegentreffer schien Brügge gebrochen, doch die Belgier bewiesen in Halbzeit zwei Kampfgeist, wodurch sich ein offener Schlagabtausch entwickelte. Doch De Ketelaere vergab einige Kontersituationen leichtfertig (57.) und auch Gulasci-Ersatz Josep Martínez ließ keinen Treffer von Brügge zu und parierte wiederholt stark (55./76.).
Auf der Gegenseite hätte auch RB weitere Tore erzielen können, doch Silva scheiterte wiederholt am starken Mignolet (74.). Die Belgier versuchten derweil über körperbetontes Spiel dagegenzuhalten, was in der zweiten Hälfte zu einigen unschönen Szenen führte. So holten sich auf Seiten der Gastgeber Noa Lang (63.) und Éder Balanta (86.) jeweils nach überharten Aktionen Gelbe Karten ab und hatten dabei Glück, von Referee Davide Massa nicht mit Rot des Feldes verwiesen zu werden.
In der Nachspielzeit sorgte dann Nkunku mit seinem siebten Treffer in der laufenden Champions-League-Saison für den 5:0-Endstand (90.+3).
Durch diesen furiosen Sieg zogen die Roten Bullen mit vier Punkten mit dem FC Brügge gleich und übernahmen dank des gewonnenen direkten Vergleichs Europa-League-Rang drei. Somit können die Sachsen am letzten Spieltag aus eigener Kraft ihr Überwintern im Europapokal sichern.
Jedoch erwartet RB am 6. Spieltag mit Manchester City eine schwere Aufgabe. Im Fernduell muss Brügge bei Paris Saint-Germain antreten. Sollten die Belgier beim Gruppenfinale mehr Punkte holen als RB, würden sie wieder an der Mannschaft von Trainer Jesse Marsch vorbeiziehen und ihrerseits in der Europa League überwintern.
Im Parallelspiel gewann Manchester City am Mittwochabend gegen Paris Saint-Germain 2:1 (0:0) und sicherte sich damit vorzeitig den Gruppensieg. PSG ist jedoch ebenfalls als Zweiter sicher in der K.o.-Runde. Für Leipzig und Brügge ist der zweite Platz nicht mehr erreichbar.

Die Stimmen zum Spiel:

Achim Beierlorzer (Trainer RB Leipzig): "Wenn wir in so einem wichtigen Spiel am Ende mit 5:0 dastehen, dann sind wir überglücklich, auch angesichts der Gesamtsituation, in der wir uns befunden haben. Wir haben es in der eigenen Hand, in Europa zu überwintern. Das ist das Wichtigste. Die Mannschaft hat die Situation super angenommen, ich kann nur den Hut ziehen."
Emil Forsberg (RB Leipzig): "Wir haben ein super Spiel gemacht, ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Es passiert nicht so oft, dass man vier Tore in der ersten Hälfte macht, aber es war verdient. Wir haben jetzt noch ein wichtiges Spiel gegen Manchester City vor uns."
Kevin Kampl (RB Leipzig): "Wir wollten dem Trainer und den Jungs, die heute nicht dabei sein konnten, zeigen, dass sie sich auf uns verlassen können. In der ersten Halbzeit haben wir ein Feuerwerk abgebrannt."
Philippe Clement (Trainer FC Brügge): "Das ist eine der größten Enttäuschungen meiner Karriere. Wir müssen den Fokus aufs nächste Ligaspiel am Sonntag lenken und uns wieder aufrichten. Das ist eine kleine Krise im Team aber die Spieler haben in anderen Spielen bereits gezeigt, dass sie mehr Qualität haben als heute auf dem Platz zu sehen war..."

Der Tweet zum Spiel:

Mit dieser verschmitzten Anspielung auf den Kultfilm beschreibt man den heutigen Sieg von RB am besten. Die Roten Bullen zeigten, wie einfach spektakulärer Offensivfussball sein kann und spielte Brügge vor allem in Halbzeit eins förmlich an die Wand.

Das fiel auf: Leipzigs Offensiv-Trio

Christopher Nkunku: Mit nun 7 CL-Treffern ist der Franzose Leipzigs Rekordschütze in der noch jungen Champions League Historie, und brachte die Bullen auch heute wieder mit seinem 1:0 auf die Siegerstraße.
Emil Forsberg: Der Schwede war sicher vom Elfmeterpunkt und mit zweit Treffen wieder ein Erfolgsgarant.
André Silva: Der Portugiese hatte die meisten Torchance des Abends und war in der Spitze immer anspielbereit.

Die Statistik: 6

Nur 6 Reservespieler nahmen heute bei RB Leipzig auf der Bank Platz, da das Team durch Covid-Quarantänen und Verletzungen derart ersatzgeschwächt anreisen musste - erlaubt wären normalerweise bis zu 9 Spieler.
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