BVB gegen FC Sevilla - Drei Dinge, die bei Borussia Dortmunds Remis auffielen: Hey Jude, was soll das?
Publiziert 12/10/2022 um 00:44 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund hat den vorzeitigen Sprung ins Achtelfinale der Champions League verpasst, aber den Vorsprung auf den FC Sevilla und den FC Kopenhagen bei fünf Punkten gehalten. Gegen verbesserte Spanier rettete Jude Bellingham dem BVB einen Punkt, sorgte mit seinem Verhalten aber einmal mehr für Gesprächsstoff. Die Rotation von Trainer Edin Terzic macht Sorgen. Drei Dinge, die uns auffielen.
Terzic über BVB-Auftritt: "War kein gutes Spiel von beiden Seiten"
Quelle: Perform
Der BVB ist zwei Spieltage vor Schluss noch einen kleinen Schritt vom Achtelfinale der Champions League entfernt.
Gegen den FC Sevilla reichte es am 4. Spieltag zuhause nur zu einem 1:1 (1:1), in den beiden abschließenden Gruppenspielen gegen Manchester City und beim FC Kopenhagen fehlt aber nur ein Punkt, um sicher ins Achtelfinale einzuziehen.
Rätsel gibt indes Jude Bellingham auf. Der Engländer war gegen die Spanier einmal mehr einer der besten BVB-Profis und auch Torschütze, sein Verhalten aber sorgt für Aufsehen.
Derweil konnten die Spieler, die Coach Edin Terzic in die Startelf rotiert hatte, ihre Chance nicht nutzen.
Drei Dinge, die bei BVB gegen Sevilla auffielen:
1.) Bellingham muss an Emotionen arbeiten
Es wird viel und gerne darüber diskutiert, wer der beste 19-Jährige im Weltfußball ist: Pedri vom FC Barcelona, Jamal Musiala vom FC Bayern oder doch Jude Bellingham von Borussia Dortmund. Die Antwort ist vermutlich Geschmacksfrage. In einem Bereich steht Bellingham seinen beiden Kollegen aber nach: beim Verhalten auf dem Platz.
Auch gegen Sevilla war Bellingham wieder einer der besseren BVB-Spieler. In der schwachen ersten Halbzeit waren seine Dynamik und sein Zug zum Tor sogar Dortmunds einzige Idee in der Offensive. Aber wie er sich gegenüber Teamkollegen, Gegenspielern und auch den Schiedsrichtern verhielt, sollte er sich schnellstmöglich abgewöhnen, "wenn er mit seiner Mannschaft den nächsten Schritt machen will", wie Matthias Sammer bei "Prime Video" sagte. Bellinghams ständiges Lamentieren, das Reklamieren und das Abwinken nach misslungenen Aktionen von Mitspielern mache "einfach keinen Sinn - für ihn nicht und auch nicht für die Mitspieler", monierte Sammer.
Der Berater des BVB ist nicht der Erste, der Bellingham öffentlich ins Gewissen redet. Vor Kurzem ermahnte ihn BVB-Trainer Edin Terzic, wenn auch mit mehr sportlichem Fokus: "Es ist wichtig, dass er seine Emotionen im Griff behält. Und ich meine nicht, dass er über den Schiri meckert, sondern, dass er anfängt, sein eigenes Spiel zu spielen. Er braucht ein bisschen mehr Balance und Kontrolle, hat aber schon einen großen Schritt nach vorne gemacht."
Diesen Schritt muss er in emotionaler Hinsicht noch gehen, denn in diesem Bereich ist er eher ein unkontrollierter Teenie als der weltbeste 19-Jährige.
2.) BVB bietet Sevilla Aufbauhilfe an
Nicht einmal eine Woche ist es her, dass der FC Sevilla seinen Trainer getauscht hat. Seitdem steht Jorge Sampaoli anstelle von Julen Lopetegui an der Seitenlinie. Wobei der umtriebige Argentinier auch mit 62 Jahren kaum eine Sekunde in seiner Coaching Zone steht.
Während die Spanier im Hinspiel noch ganz gefällig nach vorne spielten und eine Reihe von Chancen hatten, waren sie hinten anfällig und kassierten vom BVB vier Stück. In Dortmund sah das etwas anders aus. Sevilla spielte insgesamt stabiler, Sampaoli setzte auf kompakte und aggressive Verteidigung.
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Tanguy Nianzou (FC Sevilla) trifft gegen den BVB
Fotocredit: Getty Images
Und der BVB leistete drei Tage nach dem emotionalen Höhepunkt beim 2:2 gegen den FC Bayern auch gern genommene Aufbauhilfe. Die Dortmunder brachten nicht die nötige Energie auf den Platz, um einen verunsicherten Gegner von Beginn an unter Druck zu setzen. Dafür leisteten sich die Schwarz-Gelben viel zu viele leichte Ballverluste und ließen die Spanier damit Selbstvertrauen tanken.
"Wir haben viel zu oft in enge Räume reingespielt anstatt sie laufen zu lassen", legte Mats Hummels den Finger in die Wunde. Auf die Frage, was denn an diesem Abend gefehlt habe, antwortete der Kapitän vielsagend: "Spielintelligenz".
Auch Sammer merkte kritisch an, dass der BVB "gewisse Dinge wie Laufbereitschaft vermissen lassen" habe. Hummels legte nach: "Fußball ist nicht Hacke, Spitze, eins, zwei, drei auf fünf Metern. Es geht vielmehr darum, immer das Richtige zu machen und nicht nur manchmal das Besondere."
Es waren bemerkenswerte Worte, die Hummels gerne deutlicher formuliert hätte. Das mediale Echo sei aber zu groß, doch auch die gewählten Formulierungen dürften den BVB die nächsten Tage noch beschäftigen.
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"Lassen wir nicht als Ausrede gelten": Terzic analysiert BVB-Remis
Quelle: Perform
3.) Terzic' Rotationsspieler nutzen ihre Chance nicht
Es war klar, dass BVB-Trainer Edin Terzic in diesem stressigen Mittwoch-Samstag-Dienstag-Rhythmus seine Startelf gegen Sevilla auf einigen Positionen umbauen würde. So kamen mit Torhüter Gregor Kobel, Tom Rothe, Karim Adeyemi und Anthony Modeste vier Neue in die Startelf.
Wirklich nutzen konnte keiner der Rotationsspieler seine Chance. Der erst 17-jährige Rothe, der sein Startelfdebüt in der Champions League feierte, wirkte bis zu seiner Auswechslung in der Halbzeit doch arg nervös und zahlte auf der Linksverteidigerposition gegen den Routinier Jesus Navas ordentlich Lehrgeld. Adeyemi blieb offensiv komplett harmlos und verschenkte seine einzig gute Aktion nach einem hohen Ballgewinn an Sevillas Strafraum mit einem überhasteten Querpass, den Sevillas Torhüter Bono abfing.
Modeste wirkte einmal mehr wie ein Fremdkörper im BVB-Spiel, hatte in Halbzeit eins ganze vier Ballkontakte und kam bis zu seiner Auswechslung in der 64. Minute auch nur auf fünf weitere. Immerhin war Keeper Kobel gleich wieder der sichere Rückhalt, den der BVB in engen Spielen braucht. Dank starker Positionierung und guter Präsenz verhinderte er gegen Erik Lamela in der 67. Minute das 1:2.
Die fehlende Tiefe im Kader und der geringe Einfluss der Rotationsspieler könnten in den intensiven nächsten Wochen noch zu einem Problem für den BVB werden.
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Quelle: Perform
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