Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund gegen Manchester City auffielen: BVB stellt Erling Haaland kalt

Borussia Dortmund trotz Manchester City ein 0:0 ab uns zieht ins Achtelfinale der Champions League ein. Die starke BVB-Defensive legt den "verlorenen Sohn" Erling Haaland in Ketten, Sturmtalent Karim Adeyemi entnervt zudem den derzeit spannendsten Außenverteidiger im europäischen Fußball. Aber all das zählt nur halb so viel, wenn man einfach die Bude nicht trifft. Drei Dinge, die auffielen.

Terzic verteilt Sonderlob an BVB-Kapitän Hummels: "Herausragend"

Quelle: Perform

Wieder kein Sieg gegen Manchester City, doch für Borussia Dortmund gab es Grund zu feiern. Durch das 0:0 hat sich der BVB vorzeitig für das Achtefinale der Königsklasse qualifiziert.
"Ich bin ziemlich kaputt, es sind derzeit sehr viele Spiele. Aber wenn man die Gruppenphase übersteht, lohnt es sich zu kämpfen", sagte Jude Bellingham bei "Amazon Prime".
Nach einer überzeugenden ersten Halbzeit verteidigte Schwarz-Gelb leidenschaftlich und diszipliniert das eigene Tor und holte den noch fehlenden Punkt.
Erling Haaland hatte bei seiner Rückkehr nach Dortmund nur außerhalb des Platzes Spaß.
Drei Dinge, die uns auffielen.

1.) So verteidigt man Erling Haaland

In seinem ersten Duell mit den ehemaligen Kollegen vom BVB erzielte Erling Haaland kurz vor Schluss ein Tor, dass nur Erling Haaland schießen kann. Kung-Fu-Einlage auf Kopfhöhe seiner Gegenspieler inklusive unhaltbarem Abschluss - es sind Treffer wie jener am 14. September, die dem Norweger den Beinamen Cyborg einbrachten.
Am Dienstag kehrte Haaland erstmals in den Signal Iduna Park zurück. Vor dem Spiel wurde herzlich getätschelt und gelacht, im BVB-Kosmus nimmt niemand dem Stürmer den Wechsel nach Manchester übel. City-Coach Pep Guardiola verzichtete zunächst auf ein paar Stars (Ederson, Kevin De Bruyne und Bernardo Silva saßen auf der Bank), Haaland ließ er aber von der Leine.
Doch Haaland wurde umgehend von der Dortmunder Defensive wieder eingefangen. Mats Hummels legte ihn an Ketten und gewann sogar ein Laufduell, das er mit einer Monstergrätsche erfolgreich abschloss. Haaland war beim BVB in den besten Händen. Er bekam kaum Zuspiele, gewann nur 34 Prozent seiner Zweikämpfe und schoss bis zur Pause nicht einmal aufs Tor. In der Pause war Schluss für den Norweger.
"Er sah ein bisschen müde aus und hat zudem einen Schlag auf den Fuß bekommen. Ich wollte kein Risiko eingehen und habe ihn deshalb rausgenommen", begründete Guardiola Haalands Auswechslung.
"Amazon Prime"-Experte Matthias Sammer lobte einerseits die Dortmunder Verteidiger für ihre "Kompaktheit und Leidensfähigkeit", bemerkte aber auch, dass Haaland "ein bisschen sentimental" wirkte. "Und wenn man sentimenal ist, kann man nicht seine beste Leistung bringen", so Sammer.
Hummels erklärte, dass Haaland trotzdem "immer brandgefährlich ist". "Er hat diese unheimliche Dynamik. Man muss jede Sekunde auf der Hut sein, weil er permanent auf den tiefen Ball lauert. Ich muss vielleicht etwas früher loslaufen als andere, um ihn zu stoppen. Aber das ist mir und der ganzen Mannschaft sehr gut gelungen", sagte der "Man of the Match".
Edin Terzic sah den Schlüssel in der gelungenen Arbeit gegen Haaland bei den Innenverteidigern. "Sie haben immer wieder rausgestochen und auch gegen Erling die Bälle früh geklärt", sagte der BVB-Coach bei "Amazon Prime".
picture

BVB-Coach Terzic begeistert: "Verdient in der K.o.-Phase"

Quelle: Perform

2.) Adeyemi gegen Cancelo - das Gänsehaut-Duell

Der eine gehört zu Deutschlands hoffnungsvollsten Sturmtalenten, der andere ist von Beruf Außenverteidiger, spielt aber viel lieber Außenstürmer und darf das auch von Guardiolas Gnaden. Am Dienstag trafen Karim Adeyemi und João Cancelo direkt aufeinander und herauskam ein Duell der Extraklasse.
Zu Beginn spielte Cancelo mit Adeyemi, der sich ob Cancelos Vorwärtsdrang auf seiner rechten Außenbahn gezwungenermaßen weit nach hinten orientieren musste, Katz und Maus, garniert mit einem Beinschuss.
Adeyemi brauchte etwa zehn Minuten, ehe er den Zweikampf gegen Cancelo annahm, peu à peu behauptete er sich besser. Beide begegneten sich häufig in Ballnähe und lieferten sich packende Laufduelle. Adeyemi drehte den Spieß bald um und nutzte die Räume, die Cancelo ihm öffnete. Drei Mal lief er dem City-"Verteidiger" in der ersten Halbzeit im Rücken davon, drei Mal bekam er den Ball perfekt in den Lauf serviert.
Zunächst lief er von halbrechts auf City-Torhüter Stefan Ortega zu, scheiterte aber mit einem eher harmlosen Schuss. Bei der zweiten Gelegenheit bediente er Giovanni Reina in der Mitte und beim dritten Ball Youssoufa Moukoko. Drei vielversprechende Torchancen, die der BVB jedoch ungenutzt ließ (mehr dazu im dritten Punkt).
"Alle Spieler haben sich reingehauen. Ich muss aber Karim Adeyemi herausheben. Wie der 70 Minuten lang seine Seite beackert hat, war echt klasse", sagte Hummels.
Guardiola hatte bis zur Pause genug gesehen von Cancelo. Wie Haaland musste auch der Spanier in der Halbzeit raus - ein Verdienst von Adeyemi.
picture

Karim Adeyemi im Duell mit Joao Cancelo

Fotocredit: Getty Images

3.) Das alte Lied - Dortmunds Abschlussschwäche

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Borussia Dortmund macht aus seinen Chancen einfach zu wenige Tore - mal abgesehen vom 5:0 gegen den VfB Stuttgart.
Auch gegen Manchester City wurden vor allem in der ersten Halbzeit reihenweise beste Möglichkeiten liegen. Adeyemis Schuss von halbrechts frei vor Ortega - zu harmlos. Reinas Versuch aus zwölf Metern nach Adeyemis Querpass - zu harmlos. Moukokos Abschluss aus neun Metern nach Adeyemis perfektem Zuspiel - harmlos und ungenau.
Bei allen drei Torschüssen fehlte der Punch und die Überzeugung, das Tor notfalls zu erzwingen. "In der ersten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und hatten einige gute Torchancen. Da müssen wir konsequenter sein", monierte Trainer Terzic.
Die schlampige Chancenverwertung war auch Hummels ein Dorn im Auge. "Wir hatten ein großes Ziel: Endlich Manchester City schlagen. Wir haben drei Mal 1:2 verloren und waren diesmal dran. Und wir müssen zur Pause auch mindestens 1:0 oder 2:0 führen", sagte er.
Nach dem Seitenwechsel kam offensiv von Schwarz-Gelb nicht mehr viel. Torchancen gab es jedoch insgesamt genug, der BVB ging bloß mal wieder fahrlässig damit um.
Borussia Dortmund steht vorzeitig im Achtelfinale und hat in beiden Spielen gegen Manchester City gezeigt, dass sie auf hohem europäischen Niveau mithalten können. Der BVB kann in dieser Saison weit kommen in der Königsklasse - vorausgesetzt, die Offensive liefert endlich auch im Abschluss ab.
Das könnte Dich auch interessieren: Dicke Überraschung in Leipzig - RB putzt Real Madrid
picture

Nagelsmann über Lewandowski: "Wirkt auf seinen Posts glücklich"

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung