Drei Dinge, die bei FC Barcelona gegen FC Bayern auffielen: Brutale Bayern legen Barcas Baustellen frei

Der FC Bayern hat den FC Barcelona am fünften Spieltag in der Gruppenphase der Champions League eindrucksvoll mit 3:0 (2:0) besiegt. Entscheidend für den souveränen Erfolg war der klare Plan der Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann, während Robert Lewandowski gegen den überragenden Matthijs de Ligt kein Land sah. Vorne zauberte Serge Gnabry. Drei Dinge, die auffielen.

Nagelsmann erfreut über "perfektes Spiel" des FC Bayern

Quelle: Perform

Ein bärenstarker FC Bayern hat Robert Lewandowski mit einer Machtdemonstration in die Europa League verabschiedet. Während für den Ex-Torjäger und seinen FC Barcelona der Traum vom Titel in der Königsklasse frühzeitig endete, hat der deutsche Rekordmeister beim Angriff auf den Henkelpott einen Statement-Sieg gelandet
Die überlegenen Münchner entschieden auch das Prestigeduell bei Barça 3:0 (2:0) für sich und ziehen zum fünften Mal in Serie als Gruppensieger ins Achtelfinale ein. Sadio Mané bescherte den Bayern mit dem 1:0 nach zehn Minuten einen Traumstart.
Für das 2:0 sorgte einmal mehr der aktuell überragende Eric Maxim Choupo-Moting (31.), der Weltfußballer Lewandowski mit seinem fünften Tor in den jüngsten vier Spielen immer mehr vergessen macht. Benjamin Pavard (90.+5) setzte den Schlusspunkt.
Drei Dinge, die auffielen.

1.) FC Bayern: Die Arroganz ist zurück

Arroganz, positiv gemeint wohlgemerkt, zeichnet den FC Bayern seit jeher aus. Das Spiel des deutschen Rekordmeisters lebt von einem Selbstverständnis, jede Partie dominieren und gewinnen zu wollen.
In Duellen wie beispielsweise gegen Borussia Dortmund (2:2) schien dieses beim Team von Trainer Julian Nagelsmann abhandengekommen zu sein. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn rastete nicht zu Unrecht auf der Tribüne aus. Offenbar war das aber auch eine Art Wachrüttler, denn in Hoffenheim und jetzt gegen Barça war das wichtige Grundgefühl wieder offensichtlich - und wie!
Die Bayern brauchten nicht unbedingt mehr Ballbesitz (47 Prozent), sondern nur einen Plan, den sie konsequent umsetzten. "Wir haben von Anfang bis zum Ende Gas gegeben", stellte Choupo-Moting richtig fest. Der Gegner wurde mit aggressivem Gegenpressing stetig unter Druck gesetzt, die Zweikämpfe wurden mit Entschlossenheit angegangen.
Hervorzuheben war da einmal mehr die Robustheit von Matthijs de Ligt, der in München mittlerweile so richtig angekommen ist und zum "Man of the Match" gekürt wurde. "Gegen Barca musst du aggressiv spielen, das haben wir sehr gut gemacht", resümierte de Ligt.
Wohl niemand im Camp Nou hatte das Gefühl, dass Bayern verwundbar war, zumal auch die Taktik in der Offensive aufging. Aufs Wesentliche reduziert lautete diese: Steilpass auf Wandspieler Choupo-Moting, klatschen lassen, Pass in die Tiefe, Abschluss. In die freien Räume stießen Mané und Gnabry im Vollsprint. "Die Art und Weise gibt uns sehr viel Energie. Wir waren gallig, geduldig und haben guten Fußball gespielt", sagte Nagelsmann.
Es war weniger eine strategische Masterclass von mir als viel mehr eine traditionelle Herangehensweise gegen hochstehende Abwehrreihen. Doch schon damit wirkte Barcelona überfordert, was Bände spricht.
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Matthijs de Ligt (l./FC Bayern) im Zweikampf mit Robert Lewandowski (FC Bayern)

Fotocredit: Getty Images

2. Barça hat zu viele Baustellen

Optisch musste sich der FC Barcelona zu Beginn an den Clásico erinnert gefühlt haben, die Bayern traten schließlich wie Real Madrid in "königlichem" Weiß an. Und auch am Ende fühlte es sich wahrscheinlich so an - am 16. Oktober hatte Barça gegen Madrid mit 1:3 verloren und viele Schwächen offenbart.
Technik und Tempo passten am Mittwoch gegen Bayern, doch Mängel wurden erneut bei Moral und Kreativität sichtbar. Die Konsequenz: Kein einziger Schuss aufs Tor stand in der Bilanz. Robert Lewandowski bekam kaum Bälle.
Mit einem kraftintensiven 1:1-Pressing über den gesamten Platz wollte Barcelona den Bayern die Lust am Spiel nehmen. Allerdings bekam das kompakte Konstrukt mit dem frühen Rückstand erste Risse und jedem wurde klar, dass der Umbruch im Team noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird. Es gibt einfach noch zu viele Baustellen.
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Fakten-Report: So dominiert der FC Bayern Lewandowski & Co.

Quelle: Perform

Gerard Piqué und Jordi Alba werden nicht erfreut über ihre Rolle als Ersatzspieler gewesen sein. Trainer Xavi kommuniziert unheimlich viel und versucht jeden jungen Spieler, jeden Tag besser zu machen. Es ist ein Reifeprozess.
Der Kader ist mit hochveranlagten Akteuren gespickt: Raphinha, Gavi, Ferran Torres oder einem Pedri, um nur einige zu nennen, gehört sicher die Zukunft. In der Gegenwart stoßen sie international noch zu häufig an ihre Grenzen - vor allem gegen Mannschaften wie den FC Bayern mit dieser Form. Die Fans scheinen ihrer Mannschaft noch Zeit und Kredit einzuräumen. Noch Minuten nach dem Abpfiff feierten sie ihr Team. Beachtlich.
"Das Momentum tut weh. Bayern ist einfach stark besetzt, sie haben die Sicherheit und Ruhe gehabt. Am Ende kamen wir nicht ins Spiel. Die Niederlage geht in Ordnung", sah Barça-Keeper Marc-André ter Stegen ein.
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Robert Lewandowski (FC Barcelona) nach der 0:3-Pleite gegen den FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

3. Gnabry mit der Mutter aller Vorlagen

Es war eine Szene für den Jahresrückblick. Eine Szene, für die es nicht genug Kameraperspektiven geben kann. Was Serge Gnabry mit seiner Vorlage zum 1:0 von Sadio Mané in der zehnten Minute auf den Rasen zauberte, war schlicht überragend - beziehungsweise die "Mutter aller Vorlagen".
Galante Ballannahme in der eigenen Hälfte, schnelle Drehung, dann ein Dropkick mit dem Außenrist exakt in den freien Raum hinter der Abwehrkette des FC Barcelona in den Lauf von Mané. Der vollendete ebenfalls sehenswert und machte den Spielzug damit perfekt. "Unfassbar geil", urteilte der ehemalige Bayern-Stürmer Sandro Wagner bei "DAZN", während Bastian Schweinsteiger twitterte: "Wahnsinnstor für mich! Pass und Abschluss wie aus dem Lehrbuch."
Gnabry erwischte so oder so einen Sahne-Tag. Auch die Assists zum 2:0 von Choupo-Moting (31.) und zum 3:0 in der Nachspielzeit von Pavard (90.+5) kamen präzise von ihm. Ermöglicht wurden die Tore auch, weil Bayern die Schwächen von Barcelona in der mit Alex Balde, Marcos Alonso, Jules Koundé und Héctor Bellerín überraschend-ungewöhnlich formierten letzten Abwehrreihe eiskalt ausnutzte.
Die Abstände zwischen Innen- und Außenverteidigern stimmten da nur selten. Bellerín war definitiv nicht in Top-Form, bei Alonso wurde klar, dass er eigentlich kein klassischer zentraler Abwehrspieler ist. In der Liga mag das nicht auffallen, gegen clevere Bayern wurde es entscheidend.
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Nagelsmann mit viel Lob für Choupo-Moting

Quelle: Perform

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