Drei Dinge, die bei FC Bayern – Paris Saint-Germain auffielen: Das unerwartete Prunkstück

Der FC Bayern hat sich dank einer starken Leistung im Duell mit Paris Saint-Germain für das Viertelfinale der Champions League qualifiziert. Der deutsche Rekordmeister gewann gegen den französischen Champion, der sich in der Allianz Arena überraschend bieder präsentierte, verdientermaßen 2:0. Großen Anteil daran hatte eine überragende Hintermannschaft. Drei Dinge, die auffielen.

Nagelsmann analysiert: "PSG-Idee war sehr offensichtlich"

Quelle: Perform

Aus der Allianz Arena berichtet Dennis Melzer
Nach dem 1:0 im Pariser Prinzenpark entschied der FC Bayern auch das Achtelfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain für sich. Verdientermaßen hieß es am Ende 2:0 aus Sicht des deutschen Rekordmeisters.
Eric Maxim Choupo-Moting (61.) und der eingewechselte Serge Gnabry (89.) zeichneten für die beiden Treffer der Münchner verantwortlich. Doch diesmal avancierte nicht die qualitativ hochwertige Offensive zum Prunkstück, sondern die Hintermannschaft, die aufgrund der Sperre Benjamin Pavards im Vorfeld einigermaßen kritisch betrachtet wurde.
Die Defensivreihe um Josip Stanisic, Dayot Upamecano, Matthijs de Ligt und Alphonso Davies hielt sich nahezu über die volle Distanz schadlos – und das, obwohl bei den Gästen mit Lionel Messi und Kylian Mbappé das aktuell wohl namhafteste Duo des Weltfußballs auf dem Platz stand.
Die größte Chance der schwachen Franzosen resultierte aus einem individuellen Fehler von Torhüter Yann Sommer (38.). Doch Matthijs de Ligts imposante Rettungsaktion auf der Linie verhinderte einen Rückstand. Eine Aktion, die dem Niederländer nun eine LKW-Ladung feinster Schweizer Schokolade beschert.
Drei Dinge, die uns beim Achtelfinal-Rückspiel zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain auffielen.

1. Ein unerwartetes Prunkstück

Viel wurde vor dem Kracher-Duell über die Abwehr diskutiert. Würde Trainer Julian Nagelsmann dem in der Regel eher als Reservist in Erscheinung tretenden Josip Stanisic tatsächlich gegen den pfeilschnellen und technisch versierten Mbappé das Vertrauen schenken? Nagelsmann tat es – und wurde für seinen Mut belohnt.
Stanisic zahlte das Vertrauen seines Coaches eindrucksvoll zurück. Und das auf unspektakuläre Art und Weise. Während Pendant Davies die linke Seite beackerte, konzentrierte sich der Kroate auf die Grundtugenden des Verteidigens. Stanisic, der zu Beginn der Partie offensichtlich als potenzielle Schwachstelle ausgemacht worden war und immer wieder angelaufen wurde, behielt die Ruhe und spielte die viel zitierten einfachen Bälle.
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Josip Stanisic (l.) im Duell mit Kylian Mbappé

Fotocredit: Getty Images

Der 22-Jährige gewann 66 Prozent seiner Zweikämpfe, setzte die meisten Tackles (5) und verbuchte sieben Balleroberungen. Nagelsmann attestierte Stanisic "ein Weltklasse-Spiel".
"Stani war überragend. Er hatte als junger Spieler eine unheimlich schwierige Aufgabe", lobte auch Sportvorstand Hasan Salihamidzic, der aber auch die restlichen Defensivleute berechtigterweise hervorhob: "Die ganze Abwehrreihe war heute absolute weltklasse."
Torhüter Sommer schwärmte ebenfalls von seinen Vorderleuten. "Sie waren super. Sie haben unglaublich gut verteidigt, viel geblockt und extrem gut gestanden. Die Abstände waren super", sagte er auf Nachfrage von Eurosport. Sommer ergänzte: "Wir haben auch mal tief verteidigt, was gegen eine Mannschaft wie PSG nicht schlimm ist. Es ist eine große Freude, den Jungs zuzuschauen. Das war heute der Schlüssel."
Thomas Müller, der mit einer Balleroberung gegen Marco Verratti entscheidend am Führungstreffer beteiligt war, erklärte mit Blick auf die Abwehr: "Hinten waren wir sehr stabil, wenn man sieht, welch große Offensivpower der Gegner auf den Platz bringt."

2. De Ligt ragt heraus

Sommer wusste, bei wem er sich nach seinem Lapsus bedanken musste: Matthijs de Ligt. Der niederländische Nationalspieler kratzte einen Schuss von Vitinha von der Torlinie, nachdem der Torhüter die Kugel gegen Achraf Hakimi vertendelt hatte.
"Ich werde einen Lastwagen mit Schweizer Schokolade vor seiner Tür abstellen", scherzte Sommer bei "DAZN", als er auf die Rettungsaktion angesprochen wurde. Müller setzte in der Mixed Zone noch einen drauf: "Da kann er gleich einen doppelten LKW hinstellen", sagte der Routinier in Richtung Sommer.
"Er hat sich wahrscheinlich überragend gefühlt. Wenn du einen Ball so von der Linie kratzt, fühlt sich das bestimmt so an, als würde man ein Tor schießen", führte Müller aus. "Es war ein bisschen untypisch für Yann, dass er da die Übersicht verloren hat, aber Matthijs hat dann natürlich sehr gut geklärt."
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"Ein Getränk wird nicht reichen": So reagieren Sommer und de Ligt

Quelle: SID

Nagelsmann hielt ebenfalls noch ein Sonderlob für de Ligt bereit: "Matthijs hat leidenschaftlich verteidigt. Neun von zehn Verteidigern hören wahrscheinlich auf zu laufen, weil sie sagen: 'Der ist eh drin.' Aber Matthijs hasst es, Gegentore zu bekommen."
Freilich drehte sich fast alles um die Rettungsaktion, doch de Ligt machte auch ansonsten ein überragendes Spiel. Niemand klärte aufseiten der Hausherren häufiger in brenzligen Situationen (fünfmal), niemand kam auf mehr abgefangene Pässe (2).
Der gefeierte Mann selbst, gab sich im Anschluss redefreudig. "Das war ein sehr gutes Gefühl. Wenn ein Mitspieler den Ball verliert, muss ich da sein. Das war heute ein perfekter Moment", sagte er bezüglich seiner aufopferungsvollen Rettungsaktion.

3. Unsichtbare Weltfußballer

Weltmeister Messi wurde in der vergangenen Woche von der FIFA zum Weltfußballer gekürt, Platz zwei belegte sein PSG-Kollege Mbappé. Klar, dass alle Augen sich auf die beiden Superstars richteten. Viel bekamen sie allerdings während des Spiels nicht zu sehen.
Messi und Mbappé nahmen keinerlei Einfluss aufs Geschehen, die Klasse des Duos blitzte kaum auf. Mbappé gewann keinen einzigen seiner sechs Zweikämpfe, Messi hatte in mehr als der Hälfte seiner Duelle das Nachsehen.
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PSG-Star Lionel Messi

Fotocredit: Getty Images

"Ich habe oft mit Kylian Mbappé gespielt und versucht, mich auf ihn einzustellen. Es war hart. Wir wussten, dass wir den Raum schließen mussten. Heute war eine Teamleistung. Der Trainer hat uns gewarnt, dass wir bereit sein müssen, und das waren wir", sagte Upamecano im Nachgang.
Bereit waren die Bayern in der Tat, Messi und Mbappé wurden gänzlich abgemeldet. Während Messi gefrustet von dannen zog, sagte Mbappé bei "RMC Sport": "Wir sind enttäuscht, aber es ist, wie es ist. Sie haben eine Mannschaft, die immer die Champions League gewinnen kann. Für uns ist dies unser Maximum. Wir werden uns in Frage stellen und in den Ligue-1-Alltag zurückkehren."
Weil es wieder mal nichts wird mit dem Titel in der Königsklasse.
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Quelle: SID

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