FC Bayern München vor dem Duell mit PSG in der Champions League: Mögliche Schlüssel zum Erfolg im Prinzenpark
VonThomas Gaber
Publiziert 14/02/2023 um 08:26 GMT+1 Uhr
18 Punkte, 18:2 Tore - die Gruppenphase der Champions League lief für den FC Bayern perfekt. Der Lohn dafür: Das knackige Achtelfinal-Los gegen Paris Saint-Germain. Die Münchner treffen zu einem scheinbar günstigen Zeitpunkt auf Mbappé und Co. - PSG steckt in der Krise. Doch für ein erfolgreiches Hinspiel brauchen die Bayern wieder einen perfekten Abend in der Königsklasse. So könnte es klappen.
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Quelle: Perform
Sechs Spiele hat der FC Bayern München 2023 absolviert. Nach drei Unentschieden gab es zuletzt drei mehr oder weniger souveräne Siege. Störfeuer waren reichlich, auf und neben dem Platz. Alles in allem waren die vergangenen dreieinhalb Wochen jedoch Mumpitz angesichts dessen, was ansteht: Champions League gegen Paris Saint-Germain.
"Seit der Auslosung (Mitte November, d.Red.) schwirrt dieses Spiel um uns herum, da ganz Europa - und wir auch - heiß auf dieses Spiel sind. Jetzt ist es so weit. Es sind genau die Spiele, auf die du hinarbeitest", sagte Leon Goretzka nach dem 3:0 gegen den VfL Bochum.
Einer der stärksten Gegner bereits im Achtelfinale auf der ganz großen Bühne - relativ früh wird der FC Bayern darüber aufgeklärt werden, in welche Richtung es in dieser Saison geht. "Bis jetzt durfte man Fehler machen, jetzt sind keine Fehler mehr erlaubt", stellte Bayerns Marken-Botschafter am Rande des Abschlusstrainings am Montag im Münchner Nebel klar.
Damit der FC Bayern am Dienstag (21 Uhr im Liveticker) das gewünschte "gute Ergebnis" (Thomas Müller) aus Paris mitbringt, muss viel zusammenpassen, auch wenn der Gegner derzeit scheinbar mehr mit sich als mit seinen Kontrahenten zu tun hat.
1.) Ein starker Torhüter: Sommers Feuertaufe für Bayern
Bayerns neue Nummer eins (zumindest für die laufende Rückrunde) kennt sich aus mit namhaften Gegnern in der Champions League. Real Madrid, FC Barcelona, Manchester City, Juventus Turin, Inter Mailand - Yann Sommer stand vielen Stars gegenüber und den einen oder anderen auch zur Verzweiflung gebracht. In insgesamt 14 Spielen gegen die fünf genannten Teams hat es jedoch nie für einen Sieg gereicht.
Am Dienstag steht er erstmals für den FC Bayern im europäischen Scheinwerferlicht. Sven Ulreich habe die Bayernbosse nicht zugetraut, für den nötigen Rückhalt in der Königsklasse zu sorgen. Das erhöht den Druck auf Sommer. Und auch wenn in der Offensive nicht in Bestbesetzung antreten kann, reicht die Qualität von PSG aus, um das Bayern-Tor zu belagern.
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Sommer stellt sich auf viel Arbeit ein, ist aber selbstbewusst. "Ich versuche, von jedem Gegner viel zu erfahren: zu wissen, wie sie sich bewegen, was für Standards sie spielen - alles, was für mich als Torwart wichtig ist. Das mache ich auch gegen Paris. Die Spieler kennt man gut, kennt ihre Stärken. Und darauf werde ich mich vorbereiten", sagte er nach dem Bochum-Spiel.
Von Julian Nagelsmann erntete Sommer auf der Pressekonferenz am Montagabend viel Lob. "Yann ist ein smarter Typ mit einem hohen Selbstanspruch. Man hat immer das Gefühl, dass man ihn anspielen kann. Ich bin sehr froh, dass wir ihn haben", sagte der Cheftrainer des FC Bayern.
2.) Flügel verdichten: Vorteil Viererkette
Paris spielt zu Hause, eine abwartende Spielweise ist daher nicht zu erwarten. "Ich gehe schwer davon aus, dass wir hinten gut beschäftigt werden, egal, wer bei PSG aufläuft", sagte Dayot Upamecano.
Es scheint möglich, dass der gefährliche Dreizack aus Kylian Mbappé, Lionel Messi und Neymar doch gemeinsam auflaufen kann. Mbappé und Messi stehen im Kader, der Franzose trainierte am Sonntag nach zehn Tagen Pause erstmals wieder mit der Mannschaft, Messi soll am Montag nachziehen.
Paris baut viel Druck über die Flügel auf, erst recht, wenn Mbappé dabei ist. Was für Nagelsmann zur Frage führt, ob seine Mannschaft mit Dreier- oder Viererkette verteidigen soll. In zwei der letzten drei Pflichtspiele bot Nagelsmann drei Innenverteidiger auf, auch weil Linksverteidiger Alphonso Davies außer Form war.
Eine Viererkette verspricht grundsätzlich mehr Defensivstabilität gegen einen Gegner, der wie PSG mit viel Geschwindigkeit angreift. Die Flügel können besser kontrolliert werden als in einer Dreierkette, wenn sich die beiden hochstehenden Außenverteidiger bei gegnerischem Ballbesitz in eine Fünferkette einreihen. Gegen Mbappé und Co. könnte die dann erforderliche Rückwärtsbewegung zum Vabanquespiel werden. Das Pariser Tempo spricht für den Einsatz von Davies und João Cancelo auf den Außenverteidigerpositionen. Dem würde Benjamin Pavard zum Opfer fallen.
Nagelsmann betonte, dass für ihn die Grundordnung nicht das Entscheidende ist: "Man kann in jeder Grundordnung sehr gut und sehr schlecht spielen. Es geht eher um die Besetzung der Räume, da müssen wir stark sein, um die Pässe auf Neymar oder Mbappé zu verhindern."
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Einiges spricht in Paris für das Außenverteidigerduo Alphonso Davies (r.) und Joao Cancelo (2.v.r.)
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3.) PSG unter Druck setzen: Pressing als Waffe
Nagelsmann machte auf der Pressekonferenz klar, dass seine Mannschaft nicht antreten werde, um nur zu reagieren. "Wenn wir unsere Idee durchdrücken, sollte Paris nicht allzu viel Platz bekommen. Wir versuchen, Ballbesitz zu haben und Kontrolle zu haben. Wir wollen gewinnen", sagte er.
Acht Gegentore kassierte PSG in den letzten Spielen, kein einziges Mal stand hinten die Null. Die beiden jüngsten Gegner Marseille und Monaco ergriffen selbst die Initiative und zwangen Paris mit hoher Aggressivität immer wieder zu Fehlern.
Das frühe Draufgehen erwies sich als vielversprechend. "Sobald der Gegner hoch presst wird, wirken die Spieler orientierungslos. Ich wüsste nicht, wieso es gegen Bayern plötzlich besser aussehen sollte. Denn auch die Münchner spielen mit viel Intensität - Paris wird damit seine Probleme haben", prophezeit TV-Experte Mohamed Sissoko.
Die Münchner gehen nicht in der besten Form ins erste Achtelfinal-Duell mit PSG, an Selbstvertrauen mangelt es ihnen jedoch nicht. Und dass die Mannschaft in den großen Spielen abliefern kann, hat der FC Bayern unzählige Male bewiesen.
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