FC Bayern: Sadio Mané äußert sich zu strittiger Elfer-Szene: "Wäre im Krankenhaus gelandet"
Sadio Mané vom FC Bayern sorgte in der achten Minute des Champions-League-Duells mit Inter Mailand (2:0) mit einem Handspiel im eigenen Strafraum für reichlich Diskussionen. Im Anschluss an die Partie bezog der Senegalese in der Mixed Zone der Allianz Arena Stellung. "Das war ein harter Schuss. Wenn der Ball mein Gesicht getroffen hätte, wäre ich wohl im Krankenhaus gelandet", sagte er.
Sadio Mane
Fotocredit: Getty Images
Mané schob nach: "Ich habe mein Gesicht mit der Hand geschützt. Ich denke, das ist erlaubt. Deshalb habe ich das gemacht. Das war kein Elfmeter."
Zum Hintergrund: Der Bayern-Neuzugang hatte nach einem satten Abschluss von Inters Nicolò Barella im eigenen Sechzehner beide Hände schützend vor sein Gesicht gehalten und die Kugel deutlich mit der Hand abgewehrt. Schiedsrichter Ivan Kruzliak hatte die Partie zunächst weiterlaufen lassen, war aber später vom Video-Referee auf die Aktion und eine mögliche Strafbarkeit aufmerksam gemacht worden.
Nach minutenlanger Betrachtung der Bilder entschied sich der Slowake gegen einen Elfmeterpfiff.
Die Szene sorgte sowohl auf den Rängen als auch bei TV-Experten und im Netz für Gesprächsstoff. Der ehemalige DFB- und FIFA-Schiedsrichter Manuel Gräfe schaltete sich auf Twitter in die Diskussion ein. "Handspiel - Strafstoß? Es gab international auf einem Lehrgang eine große Diskussion und in Folge dessen die Auffassung von Pierluigi Collina, dass es egal sein muss, ob ein Spieler sein Gemächt schützt oder - wenn es ihm wichtiger ist - sein Gesicht oder Oberkörper", schrieb er.
Wolfgang Stark widerspricht Gräfe
Sein Urteil: "Schiedsrichter hat sich angeschaut, ob es seitlich/nach oben zu einer Vergrößerung kam oder ob er den Ball sonst ohnehin gegen den Körper/Kopf bekommen hätte. Er hat sich entschieden, dass für ihn keine Vergrößerung vorliegt und dann, wenn man es so sieht, wäre es regeltechnisch korrekt."
Anders sah es Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Wolfgang Stark. "Wenn man sich die Bilder anschaut, beide Hände gehen klar in die Flugbahn. Das ist ja eine Abwehr des Balles in Torwartmanier, das spricht alles für ein strafbares Handspiel und damit Strafstoß. Wenn man sich die Szene anschaut, die ist eindeutig", sagte er bei "Amazon Prime Video".
Nagelsmann: "Das ist relativ eindeutig"
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann erklärte im Nachgang auf der Pressekonferenz: "Man kann da Elfmeter geben. Aber der Schiedsrichter, der eine Ausbildung hat, stand 2:30 Minuten vor dem Fernseher. Ich glaube nicht, dass er eine andere Sendung geguckt hat. Er wendet die Regel an, die es gibt. Man kann über den VAR immer diskutieren, aber das ist dann relativ eindeutig. Er schaut sich die Szene aus 18 Perspektiven an - und wenn er dann sagt, dass es kein Hand ist, dann ist es kein Hand. Dann ist es auch kein Glück, sondern die Regel."
Am Ende sei er froh, dass Mané "den Ball nicht ins Gesicht bekommen" habe.
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