FC Bayern siegt souverän beim FC Barcelona: Achtung, bissige Bestie! Die Gründe für den Aufschwung - Champions League

Der FC Bayern rollte am Mittwochabend im fünften Gruppenspiel der Champions League über den FC Barcelona hinweg und unterstrich beim souveränen 3:0 seine derzeit bestechende Form. Nach einigen Wochen des Haderns ist der Rekordmeister, der von einigen spanischen Fans mit dem Spitznamen "schwarze Bestie" bedacht wurde, wieder in der Spur. Der sportliche Aufschwung hat Gründe.

Nagelsmann mit viel Lob für Choupo-Moting

Quelle: Perform

Die schwarze Bestie kam am Mittwochabend im Camp Nou in blütenweißen Trikots daher. Ein Wolf im Schafspelz, wie sich schon bald herausstellen sollte. Denn wieder einmal zerlegte der FC Bayern, die "bestia negra", wie er seit vielen Jahren von spanischen Fans aufgrund seines Rufs als Angstgegner genannt wird, den FC Barcelona nach allen Regeln der Kunst.
Zum sechsten Mal in Serie (bei einem Torverhältnis von 22:4) behielten die Münchner gegen die Blaugrana die Oberhand, das 3:0 bedeutete nebenbei den Gruppensieg für den deutschen Rekordmeister. Barcelona muss hingegen – wie schon in der vergangenen Saison - als Tabellendritter den bitteren Gang in die Europa League antreten.
Aus Bayern-Sicht bestätigte sich ein Trend, der in den vergangenen Wochen bereits auszumachen war. Die zwischenzeitliche Ergebniskrise, die beim Bundesliga-Dauerdominator im September für Unmut gesorgt hatte, ist nur noch Schall und Rauch, fünf souveräne Siege aus den letzten fünf Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache.
Doch was sind die Gründe für den Aufschwung, warum treten die Bayern plötzlich wieder Bayern-like auf? Zunächst einmal ist die Hintermannschaft hervorzuheben, insbesondere das Innenverteidiger-Duo Dayot Upamecano / Matthijs de Ligt harmoniert mittlerweile. Auch weil Neuzugang de Ligt, der nach seiner Ankunft in München noch mit einigen Problemen zu kämpfen hatte, mehr und mehr Sicherheit bekommt.

De Ligt wird Mann des Spiels

"Ich bin jetzt hier angekommen", erklärte er einen Tag vor dem Duell mit Barcelona selbstbewusst - nur, um während des Spiels Taten sprechen zu lassen. Ex-Bayern-Star Robert Lewandowski sah gegen de Ligt keinen Stich, wirkte ob der physischen Präsenz des 23-Jährigen bisweilen verzweifelt. Der Umstand, mit Lewandowski den gefährlichsten Mann aufseiten der Hausherren ausgeschaltet zu haben, brachte de Ligt den Titel "Mann des Spiels" ein.
Auf die Frage, ob es sich um sein bislang bestes Spiel für den neuen Arbeitgeber gehandelt hätte, sagte er in der Mixed Zone: "Schwierig zu sagen. Ich hatte in den vergangenen Spielen ein gutes Gefühl. Auch heute." Alleine wollte er die Lorbeeren jedoch nicht einheimsen. "Aber, das bin ich alleine, wir haben als gesamte Mannschaft gut gespielt – und dann ist es auch einfacher für mich", so de Ligt in aller Bescheidenheit.
Tatsächlich scheint Trainer Julian Nagelsmann zuletzt ein neues Bewusstsein fürs kollektive Verteidigen geschaffen zu haben. "Unsere ganze Mannschaft hat das defensiv richtig gut gemacht", freute sich Leon Goretzka in den Camp-Nou-Katakomben. Er schob nach: "Barcelona hatte keinen Torschuss, das muss man erst mal gegen eine solche Top-Mannschaft schaffen. Es stimmt mich positiv, dass wir es mittlerweile schaffen, ein bisschen tiefer zu verteidigen und gleichzeitig unsere Aktivität beizubehalten."

Goretzka: Das ist der größte Schritt nach vorne

Im Vergleich zur Phase, in der es nicht allzu berauschend lief, lege man laut Goretzka dieser Tage "eine andere Konsequenz sowohl beim Verteidigen als auch vor dem Tor" an den Tag. Er führte aus: "Der größte Schritt nach vorne ist, dass wir es schaffen, die Dinge zu Ende zu verteidigen und dass wir wenige Gegentore bekommen."
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FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

In den letzten fünf Spielen musste Manuel Neuers Ersatzmann Sven Ulreich die Kugel lediglich viermal aus dem Netz holen (beim 4:2 in Pilsen sowie beim 5:2 in Augsburg), dreimal wahrte er hingegen die viel zitierte weiße Weste.
"Wir haben in der Innenverteidigung mit de Ligt und Upamecano zwei sehr gute Spieler, die momentan alles konzentriert wegverteidigen, sehr gut im Pressing sind und nah an den Leuten stehen", sagte Ulreich mit Blick auf seine Vorderleute. Doch auch er verwies auf den Aspekt, dass das Verteidigen nicht erst in der Viererkette beginnt. "Alles fängt natürlich vorne an, wo wir besser in die Pressingsituationen kommen und da schon viel unterbinden. Das ist der Schlüssel dafür, dass wir in den letzten Spielen so wenige Gegentore bekommen haben."

Choupo-Moting als X-Faktor

Den passenden Schlüssel scheint Nagelsmann nicht nur im Spiel gegen den Ball gefunden zu haben, sondern auch vor des Gegners Tor. Eric Maxim Choupo-Moting sollte bei den Gründen für den Aufschwung nicht ausgespart werden. Sein 2:0 in Barcelona war der vierte Treffer im vierten Spiel hintereinander für den kamerunischen Nationalspieler.
Zu Beginn der Saison trotz des Lewy-Abgangs nur als Kurzzeitkraft gefragt, hat Choupo-Moting sich seit seinem überraschenden Startelf-Einsatz gegen Freiburg festgespielt, ist aktuell kaum wegzudenken. "Er ist ein kompletter Stürmer, der die Bälle vorne gut festmacht und aktuell vor dem Tor eiskalt ist. Diese Kombination hilft uns extrem", lobte Goretzka.
Choupo-Moting, der in der Mixed Zone einen sehr gelösten Eindruck vermittelte, sagte bezüglich seines Höhenflugs: "Ich freue mich einfach, dass ich zurzeit viel spiele und zeigen kann, was ich drauf habe." Nagelsmann adelte seinen Stürmer: "Er hat eine außergewöhnlich gute Qualität und einen sehr cleveren Abschluss. Wenn man sich seine Tore anschaut, sieht man, dass er nicht einfach blind draufhaut, sondern eine Idee hat. Wir sind froh, dass wir ihn haben."
Verständlicherweise, immerhin steht Choupo-Moting neben einigen anderen Akteuren exemplarisch für die Kehrtwende. Der FC Bayern, die schwarze Bestie, die am Mittwochabend blütenweiß daherkam, beißt wieder kräftig zu – und sendet damit ein starkes Zeichen an die nationale und europäische Konkurrenz.
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Fakten-Report: So dominiert der FC Bayern Lewandowski & Co.

Quelle: Perform

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