Drei Dinge, die bei Bayern gegen Real Madrid auffielen: Die böse Ahnung von Coach Thomas Tuchel bestätigt sich
Update 01/05/2024 um 09:44 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München kassiert ein spätes Tor und kommt im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid nicht über ein 2:2 hinaus. Unglücksrabe Min-jae Kim war an beiden Gegentreffern beteiligt. Dabei hatte Coach Thomas Tuchel vorausgesehen, was gegen Madrid droht. Für die positiven Akzente sorgte Leroy Sané, der als Teilzeitarbeiter richtig aufblühte. Drei Dinge, die bei Bayern-Real auffielen.
Tuchel: "Real hat das auch mit anderen gemacht"
Quelle: Perform
Der FC Bayern München und Real Madrid trennten sich im Champions-League-Halbfinal-Hinspiel 2:2. "Ich glaube, dass das Ergebnis einigermaßen leistungsgerecht ist", sagte Real-Star Toni Kroos nach Spielende gegenüber "Prime Video".
Die Bayern waren zunächst zwar die bessere Mannschaft, doch die Madrilenen nutzten in der 24. Minute ihre erste Chance des Spiels. Kroos spielte einen Steilpass auf Vinícius Júnior, der Manuel Neuer überlistete und zum 1:0 traf.
Ausgerechnet, als Real in der zweiten Hälfte die Partie im Griff zu haben schien, drehten die Gastgeber das Spiel. Leroy Sané setzte sich in der 53. Minute auf der rechten Seite durch und traf sehenswert. Nur vier Minuten später verwandelte Harry Kane einen Elfmeter zum 2:1, nachdem Jamal Musiala im Strafraum gefoult wurde.
Der Sieg war zum Greifen nahe für die Bayern, wurde dann aber doch noch hergeschenkt. In der 83. Minute glich Vinícius Júnior per Foulelfmeter aus.
1.) Befürchtung von Tuchel bestätigt SICH
Thomas Tuchel hatte die richtige Vorahnung. Bei der Gegner-Analyse fiel ihm auf, worin die Gefahr besteht. "Wenn man sich Tore und große Torchancen von Real Madrid anschaut und sich die Mühe macht, zehn Sekunden vorher auf die Stopptaste zu drücken - sie sehen es nicht kommen", erklärte er wenige Tage vor dem Spiel.
Genau dies bekam seine Mannschaft auf dem Platz zu spüren. 24 Minuten hatte der FC Bayern das Spiel im Griff, war dominant und ließ den Ball gut laufen. Doch ein tiefer Pass von Kroos genügte, um den FC Bayern in der Phase der Dominanz zu überlisten. Innenverteidiger Min-Jae Kim beging den entscheidenden Fehler, weil er sich herauslocken ließ und den gefährlichen Raum öffnete. Vinícius Júnior stach in diese Lücke vor und traf zum 1:0.
Bayerns Mittelfeldspieler Konrad Laimer sagte später: "Es ist Real Madrid. Sie machen das Spiel ein bisschen langsam, aber können dann immer wieder anziehen und gefährlich werden. Das sind alles unglaubliche Spieler mit einer unheimlichen Ruhe, die in einem einzigen Moment ein Tor erzielen können."
2.) Kim PATZT und bekommt Einlauf von Tuchel
Insgesamt war Kim, der anstelle des verletzten Matthijs de Ligt in die Startelf rückte, der große Unsicherheitsfaktor des Spiels. Tuchel fand zu dessen schwachen Abwehrverhalten beim 0:1 klare Worte: "Er hat zu aggressiv auf die Ballbewegung spekuliert. Dadurch wurde er in der Balleroberung erwischt. Das ist zu gierig, einfach zu gierig."
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Tuchel kritisiert Kim: "Er hat zu aggressiv spekuliert"
Quelle: Perform
Das Stellungsspiel von Kim war insgesamt katastrophal. Er verschuldete nicht nur das 0:1, sondern rückte auch in anderen Spielsituationen zu weit auf, womit seine Gegenspieler Vinícius Júnior und Rodrygo den Raum dahinter nutzen konnten. Bei dem von ihm verursachten Elfmeter beging er den Fehler, die Innenseite zum Tor nicht zu schließen, sodass er Rodrygo nur noch per Foul stoppen konnte.
Tuchel fand auch hierzu klare Worte: "Er hat die ganze Zeit die innere Bahn und gibt diese dann plötzlich ohne Not für Rodrygo frei. Dann reißt er ihn um und bringt ihn zu Fall. Er will zu viel, ist in diesen Aktionen zu gierig gewesen und wurde leider von der Qualität bestraft."
"Prime"-Experte Matthias Sammer hatte mit dem Verteidiger Mitgefühl: "Mir tut er leid, weil ich es respektiere, wenn einer vor Ehrgeiz immer hervorkommen und attackieren möchte. Aber manchmal ist es besser, die Ruhe zu bewahren."
Ein Grund für den schwachen Auftritt von Kim könnte das mangelnde Selbstvertrauen gewesen sein. Der im vergangenen Sommer verpflichtete Kim war bis Anfang März meist als Stammspieler gesetzt, verlor den Status daraufhin allerdings - nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der Champions League. Im Viertelfinale gegen den FC Arsenal kam er im Hinspiel überhaupt nicht zum Einsatz, im Rückspiel lediglich 14 Minuten.
Nach dem schwachen Auftritt gegen Madrid dürfte ihm wieder die Bank drohen.
3.) Sané funktioniert als Teilzeitarbeiter
Leroy Sané hat sich zum Teilzeitarbeiter entwickelt. Aufgrund seiner Schambein-Probleme wurde der Flügelspieler in den vergangenen vier Bundesliga-Partien geschont und kam lediglich in den Champions-League-Spielen zum Einsatz - so wie jetzt gegen Madrid.
Von Beginn an war festzustellen, wie gut ihm die Pause tat. Sané war spritzig und entwickelte viel Drang zum Tor, hatte alleine in den ersten sieben Minuten zwei Abschlüsse. In der zweiten Halbzeit traf er mit einer starken Einzelaktion zum 1:1. Dadurch endete eine lange Durststrecke: Sein letztes Pflichtspiel-Tor schoss der Flügelflitzer am 28. Oktober 2023 gegen den SV Darmstadt 98.
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Leroy Sané im Spiel egegen Real Madrid
Fotocredit: Getty Images
Tuchel war mit Sané trotzdem nur bedingt zufrieden: "Ich hätte mir von ihm ein bisschen mehr Körpersprache und Spannung gewünscht, habe aber volles Verständnis, da wir ihn ohne Trainings- und Spielrhythmus reinschickten. In der zweiten Halbzeit hatte er dann eine entscheidende Aktion und hat sich durchgebissen."
Bis zu seiner Auswechslung in der 87. Minute verbuchte Sané drei Torschüsse und eine Torschussvorlage sowie eine Passquote von 95 Prozent und 100 Prozent erfolgreiche Dribblings. Es ist davon auszugehen, dass Sané auch am Samstag gegen den VfB Stuttgart geschont wird, um im Rückspiel in Madrid wieder aufzudrehen.
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