FC Bayern trifft im Viertelfinale auf den FC Arsenal: Harry Kane war den Gunners einst zudick
VonThomas Gaber
Publiziert 15/03/2024 um 22:56 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern bekommt es im Viertelfinale der Champions League mit dem FC Arsenal zu tun. Die Bilanz gegen die Londoner liest sich exzellent aus Münchner Sicht. Schnell wurde auf der Insel von einem "Horror-Los" für die Gunners berichtet. Doch Arsenal ist bei weitem nicht mehr der Sparringspartner aus den 2010er-Jahren. Bayerns Trumpf heißt Harry Kane, der besonders motiviert sein dürfte.
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Quelle: Perform
Liam Brady kann stolz sein. Während seiner 18-jährigen Tätigkeit als Nachwuchs-Direktor des FC Arsenal wurden in der Gunners-Academy reihenweise Stars ausgebildet: Cesc Fabregas, Ashley Cole, Wojciech Szczesny, Jack Wilshere oder Bukayo Saka - um nur eine Handvoll Spieler zu nennen.
2001 stand auch Harry Kane vor der Tür. Der damals Siebenjährige verbrachte zwölf Monate bei den Nord-Londonern, wurde dann aber zu seinem Heimatklub Ridgeway Rovers zurückgeschickt. Die Begründung: Kane war Arsenal zu dick.
In einem Interview mit der "Daily Mail" erzählt Brady viele Jahre später, dass er nichts mit der Entscheidung zu tun gehabt hätte, letztlich aber "in der Verantwortung" gestanden habe. "So ist der Fußball: brutal, brillant, aberwitzig", sagte der Ire. "Pummel"-Kane machte letztlich große Karriere bei Arsenals Erzfeind Tottenham.
Immer dann, wenn der Gegner Arsenal hieß, lief Kane besonders heiß. In 17 Premier-League-Spielen gegen die Gunners erzielte der Stürmer 14 Tore für die Spurs. Im Champions-League-Viertelfinale trifft Kane mit dem FC Bayern nun das erste Mal auf internationalem Terrain auf Arsenal.
Gute Bilanz für Bayern gegen Arsenal
Beim Blick in die Statistik hätte es für die Münchner kein besseres Los geben können. Von zwölf Partien in der Königsklasse gewann Bayern sieben bei zwei Unentschieden und einer Niederlage. In allen vier K.o.-Duellen, stets im Achtelfinale, kam der FCB weiter. Zwischen 2013 und 2017 war dies gleich drei Mal der Fall. Die letzten drei Ergebnisse aus Gunners-Sicht: 1:5, 1:5, 1:5.
Das 10:2 in Kombination 2017 war das zweithöchste Weiterkommen der Champions-League-Geschichte und der Anfang vom Ende für Arsenal-Coach Arsène Wenger.
Die Neuauflage 2024 kommt auf der Insel nicht gut an. "Verflixtes Viertelfinale. Arsenal zieht ein Horror-Los", schrieb die "Sun". Die "Daily Mail" titelte: "Alptraum für Arteta". Angesichts der Statistik ist hier ein Einspruch zwecklos. Doch die sportliche Entwicklung der Gunners unter Trainer Mikel Arteta macht die Mannschaft zu einem ebenbürtigen Gegner für die Elite Europas.
Tormaschine FC Arsenal - großer Respekt bei Tuchel
Arsenal spielte in der vergangenen Saison lange um den Titel in der Premier League mit und liegt in der laufenden Spielzeit im Dreikampf mit Manchester City und dem FC Liverpool auf Platz eins. Die Londoner gewannen die letzten acht Ligaspiele bei einem Torverhältnis von 31:4. Die Resultate aus den jüngsten drei Auswärtsspielen: 6:0, 5:0, 6:0.
"Wir spielen jetzt gegen eine der besten Mannschaften in Europa", sagte Bayern-Trainer Thomas Tuchel. "Arsenal spielt seit zwei Jahren konstant in der Spitze. Es ist ein homogenes, gefährliches Team, sie schießen extrem viele Tore."
Saka ist in der Liga mit 13 Treffern bester Torschütze, doch Arteta hat zahlreiche Goalgetter. Sechs Spieler erzielten mindestens sechs Tore, darunter auch Kai Havertz. Bei Arsenal ist keine Rede von einem "Horror-Los". "Das wird großartig", frohlockte Sportdirektor Edu nach der Auslosung. "Wir werden gegen eine erfahrene, starke Mannschaft spielen, aber wir haben ein gutes Momentum. Die Leistungen der Spieler und der Mannschaft sind sehr aufregend. Wir spielen im Moment in Bestform."
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2017: Bayern (mit Xabi Alonso und Arjen Robben) gegen Arsenal
Fotocredit: Getty Images
Arsenal, Wembley - Arsenal, Wembley?
Den entscheidenden Schritt nach vorne machte Arsenal in dieser Saison in den großen Spielen. Für Manchester City (0:1) und Liverpool (1:3) gab es im Emirates Stadium nichts zu holen, an der Anfield Road erkämpften sich die Gunners ein 1:1.
Lichtblick für den FC Bayern: In der Champions League konnte Arsenal sein Potenzial seltener abrufen. In vier Auswärtsspielen gab es nur einen Sieg, aber in Lens (1:2) und Porto (0:1) zwei Niederlagen. Gegen Porto mussten die Gunners bis zum Äußersten gehen und kamen erst im Elfmeterschießen weiter.
Für die Münchner war in den letzten drei Jahren in der Königsklasse jeweils im Viertelfinale Schluss. Ein gutes Omen hat das Duell mit Arsenal in jedem Fall: 2013 setzten sich die Bayern im Achtelfinale gegen Arsenal durch (3:1 in London und 0:2 in München) und gewannen zwei Monate später im Wembleystadion den Henkelpott. 2024 ist die legendäre Arena erneut Schauplatz des Champions-League-Finals.
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