BVB: Viertelfinal-Aus in der Champions League lässt Borussia Dortmund Mut schöpfen - Aufholjagd in der Bundesliga bitter vonnöten

Borussia Dortmund ist das sensationelle Comeback im Viertelfinal-Rückspiel der UEFA Champions League gegen den FC Barcelona nicht gelungen (3:1). Die eindrucksvolle Darbietung des BVB am Dienstagabend warf aber eine große Frage auf: Warum nicht immer so? In der Bundesliga droht dem Klub das Verpassen des internationalen Geschäfts, Niko Kovac bohrte nach dem Spiel zu Recht in dieser Wunde.

Kovac schwärmt nach Ausscheiden: "Das sagt alles aus"

Quelle: Perform

Aus dem bitteren Stolz auf eine magisch-tragische Nacht zogen Serhou Guirassy und die anderen Helden von Borussia Dortmund die Kraft für ihren Schwur.
Mit aller Macht will der BVB wieder den Vorhang zu dieser Weltbühne des Fußballs aufreißen, von der er eben fast noch den Giganten FC Barcelona in den Theatergraben gestürzt hatte - es wird die nächste, die letzte Mammutaufgabe einer aberwitzigen Saison.
"Wenn wir alle fünf Ligaspiele gewinnen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir nächstes Jahr Champions League spielen", sagte der bärenstarke Verteidiger Niklas Süle nach dem begeisternden und doch so schmerzhaften 3:1 (1:0) im Viertelfinal-Rückspiel.
"Verbockt haben wir es im Hinspiel. Aber dieser unbändige Wille war da, die Mannschaft lebt", räumte er ein.

Jeder Patzer kann den Traum beenden

Es wäre nicht verwunderlich gewesen, hätten sich die nächtlichen Wolken über dem Signal-Iduna-Park zu einem riesigen Fragezeichen getürmt. Woher kam diese Leistung? Warum nicht vor einer Woche? Und vor allem: Warum nicht immer so?
"Die Frage ist, wieso es nicht in den Bundesliga-Spielen so läuft. Die müssen wir uns mal stellen", forderte Süle: "Und hoffentlich am Sonntag eine ähnliche Leistung zeigen."
Dann kommt Borussia Mönchengladbach (ab 17:30 Uhr im Liveticker). Ein Sieg ist für den BVB Pflicht, wie in jedem der ausstehenden Spiele. Jeder Patzer kann eine Saison ganz ohne Europapokal bedeuten - ein Unding nach diesem strahlenden Ausweis des viel zu häufig brachliegenden Potenzials zum Abschied.
Mit einer "gewaltigen Leistung" ("AS") habe die Borussia Hansi Flick und Barça "an den Rand einer Tragödie" ("Marca") gebracht, kommentierten die spanischen Medien voller Respekt.
picture

Borussia Dortmund kratzte gegen den FC Barcelona kurz an einem Wunder

Fotocredit: Getty Images

Kovac: "Das war sensationell"

Was seine Mannschaft "abgerissen" habe, sagte auch Trainer Niko Kovac, "das war sensationell. Wir werden ihnen das rauf und runter zeigen, damit sie es gegen Mönchengladbach wieder abrufen."
Bei Guirassy ist das wohl nicht nötig. Der Dreifach-Torschütze riss die Abwehr der Katalanen in Stücke und ist mit 13 Treffern der beste Schütze der Champions-League-Saison. Vor Robert Lewandowski, vor Raphinha, vor Harry Kane. "Es ist schade, dass unser Weg zu Ende ist", sagte er in gewohnter Zurückhaltung.
picture

Kovac adelt Guirassy: "Unsere Lebensversicherung"

Quelle: Perform

Am Mittwoch ploppten Berichte über eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag auf. Damit kann sich der BVB beschäftigen, wenn die letzten Spiele gespielt sind. In diesen gilt ohnehin das Motto: alles oder nichts. Für Trainer Kovac offenbar gleich in doppelter Hinsicht.
Anfang März kamen nämlich auch hinsichtlich seiner Person Gerüchte über eine Klausel auf. Ein Verpassen der Qualifikation für die Champions League soll demnach die vorzeitige Trennung vom Kroaten bedeuten. Trotz Vertragslaufzeit bis Juni 2026.

BVB: Zu spät aufgebäumt?

Doch das ist (noch) Zukunftsmusik, deren Tonart der BVB selbst bestimmt. Erst einmal blickte Dortmund aber voller Zorn zurück: Das demütigende 0:4 aus dem Hinspiel stach an diesem aufregenden Abend noch mehr als vorher ins Herz.
Es lud dazu ein, sich im Wenn zu verlieren - was wäre nur möglich gewesen, hätte der BVB 0:2, vielleicht auch 1:3 verloren? Im übertragenen Sinn gilt der Frage auch der gesamten Saison. Hat sich Dortmund schlichtweg zu spät aufgebäumt?
"Ich habe noch nicht so viele Spiele für den BVB gemacht, in denen wir so füreinander eingestanden haben", merkte Süle nach dem halben Märchen an. Das sollte ein Lob sein, aber als die Worte verklangen, blieb ein fieser Geschmack auf der Zunge. Da war es wieder, das Fragezeichen: Warum nicht immer so?
In dieser Wunde bohrte auch Kovac. Der Schlussspurt in der Bundesliga hat nun oberste Priorität, der Europapokal muss für den Achtplatzierten das Ziel sein. "Wenn jeder einzelne die Meter macht, wenn jeder über den Punkt geht, an dem es wehtut", sagte er, "dann haben wir auch die Qualität, Bundesligaspiele zu gewinnen."
Wie komisch das nach einer fast perfekten Vorstellung klang, merkte jeder im Saal. Und doch ist es richtig.
(mit SID)
picture

Bellingham bestätigt Trainingszoff mit Rüdiger

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung