Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund - FC Barcelona auffielen: Kein BVB-Wunder, aber trotzdem wunderbar

Borussia Dortmund ist aus der Champions League ausgeschieden, hat mit dem 3:1 gegen den FC Barcelona aber ein Ausrufezeichen gesetzt. Serhou Guirassy erzielte drei Tore für den BVB. Dortmund zeigte Leidenschaft, taktische Disziplin und brachte die Mannschaft von Trainer Hansi Flick erstmals 2025 zu Fall. Ein starker Auftritt mit Signalwirkung auch für die Bundesliga? Drei Dinge, die auffielen.

Kovac schwärmt nach Ausscheiden: "Das sagt alles aus"

Quelle: Perform

Das 1:3 in Dortmund war die erste Pflichtspielniederlage für Hansi Flicks Mannschaft seit 24 Partien - ein echtes Ausrufezeichen.
Umso bitterer aus Sicht der Schwarz-Gelben: Dieses Highlight könnte vorerst das letzte auf der ganz großen europäischen Bühne gewesen sein. In der Bundesliga ist nun eine Aufholjagd nötig, um die "Königsklasse" erneut zu erreichen.
Nur einmal in der Historie der Champions League war es einem Team gelungen, einen Vier-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel noch zu drehen - ausgerechnet dem FC Barcelona 2017 gegen PSG. Dortmund hatte sich vorgenommen, Geschichte zu schreiben - und glaubte daran.
Serhou Guirassy eröffnete die Partie mit einem verwandelten Foulelfmeter (11.) und legte kurz nach der Pause nach (49.). Der Traum vom Halbfinale war plötzlich greifbar – bis ein unglückliches Eigentor von Bensebaini (54.) die Euphorie dämpfte. Nach dem dritten Treffer von Guirassy (76.) flammte kurzzeitig noch einmal Hoffnung auf.
Drei Dinge, die uns in Dortmund auffielen.

1.) BVB geht erhobenen Hauptes

Gegen Barça kann man mal verlieren - und als BVB im Viertelfinale der Champions League ausscheiden. Die 0:4-Hypothek aus dem Hinspiel war zu groß, aber die Dortmunder verabschieden sich mit erhobenem Haupt aus der "Königsklasse", weil sie im Rückspiel alles richtig gemacht haben.
Sie fügten dem großen FCB die erste Niederlage in diesem Kalenderjahr zu - vollkommen verdient, weil sie nicht müde wurden, den Gegner Mann gegen Mann über den ganzen Platz zu jagen, ihre Chancen nutzten, an sich glaubten und die Taktik des Trainers Niko Kovac konsequent umsetzten.
Lamine Yamal saß in der zweiten Halbzeit dick in eine Daunenjacke eingepackt und kopfschüttelnd ausgewechselt auf der Bank - das sagte eigentlich alles. Auch ohne die verletzten Nico Schlotterbeck und Emre Can war der BVB in der Lage, die Superstars im Zaum zu halten.
Die Leidenschaft war da. "Ich habe noch nicht so viele Spiele für den BVB erlebt, in dem wir so füreinander eingestanden sind", staunte selbst Niklas Süle. In der Bilanz standen 17:7 Torschüsse, 20:9 Flanken, 3.8 xGoals. Respekt dafür!
picture

Serhou Guirassy traf gegen den FC Barcelona dreifach

Fotocredit: Getty Images

"Wir waren sehr aggressiv und mutig. Es war ein sehr gutes Spiel von uns. Das Aus ist bitter, denn man hat gesehen, dass wir mithalten können", wusste auch Pascal Groß. Der BVB hat das Gesicht der Bundesliga gegen ein übermächtig daherkommendes Barcelona gewahrt und gezeigt, dass mit der überragenden Kulisse und der "Gelben Wand" vieles möglich ist.
Champions-League-Abende mit BVB-Beteiligung bleiben etwas Besonderes - auch im Jahr 2025. Es bleibt für alle Fußball-Fans zu hoffen, dass der Sieg gegen Barcelona beflügelnd für die noch verbleibenden fünf Partien in der Liga wirkt.
Bis zur erneuten Qualifikation für die "Königsklasse" ist es noch weit. Vielleicht sogar zu weit. Der Abstand beträgt aktuell sechs Punkte. Für diese Momente wie gegen Barcelona lohnt es sich definitiv, zu kämpfen. Diese Message muss Kovac nun seinen Akteuren vermitteln.

2.) Wichtiges Signal: Barça ist verwundbar!

Die Luft wird dünner in der Champions League - und der Blutdruck steigt auch beim ach so kühlen FC Barcelona. 2025 hatten die Katalanen vor diesem Dienstag noch kein Spiel verloren, doch die erste Niederlage in diesem Jahr - jetzt in Dortmund - war der beste Beleg dafür, dass das Team von Hansi Flick absolut verwundbar ist.
Der Trainer hatte einige Sorgenfalten im Gesicht, denn der BVB setzte Barça sofort so unter Druck, dass klar wurde, wo der kommende Gegner ansetzen muss, um zu triumphieren. Mann gegen Mann über das ganze Feld, hieß die Devise der Dortmunder - und das Konzept ging auf, obwohl es keine Überraschung war.
Dazu bauten die BVB-Fans mit der Gelben Wand eine beeindruckende Kulisse auf, auch ordentlicher Support kann helfen. Von Ballsicherheit war bei Barcelona jedenfalls nicht mehr viel zu sehen, wenn selbst Super-Technikern wie Yamal plötzlich Stockfehler unterliefen.
picture

Lamine Yamal war im Rückspiel gegen Dortmund gar kein Faktor

Fotocredit: Getty Images

Es war nicht die einzige Unachtsamkeit: Drei Großchancen ließen die Gäste in der Anfangsphase zu, ein grobes Einsteigen von Torwart Wojciech Szczesny führte zum Strafstoß. "Dortmund hat das sehr gut gemacht. Ich habe befürchtet, dass so etwas kommt, weil ich das Stadion kenne. Es hat bei uns nicht allzu viel funktioniert", sah Flick ein, der sein 50. Pflichtspiel für Barcelona feierte.
Die letzte Kette steht generell sehr hoch - das bleibt buchstäblich ein Ritt auf der Rasierklinge. Barcelona hätte sich nicht beschweren können, wenn es zur Halbzeit noch höher zurückgelegen hätte.
Nicht falsch verstehen: Barça bleibt eine Macht, vielleicht waren sich die Spieler zu Beginn ihrer Sache etwas zu sicher, und vorne bilden Lewandowski, Raphinha, Yamal und Gavi weiter eine Mega-Offensive.
Aber im Defensivverhalten gibt es eklatante Mängel, die den Weg zum großen Triumph in diesem Jahr versperren könnten. Ein "Bock" wie der von Ronald Araujo vor dem 3:1 von Guirassy spricht auch Bände. Das Halbfinale ist jetzt gesichert - zum ersten Mal wieder nach 2019. Flick hat noch etwas Arbeit vor sich, von allein wird der Henkelpott nicht nach Barcelona kommen.

3.) Achterbahn für Bensebaini, Pluspunkt für Süle

Die Leistung war schon ein Grund, sich die Augen vor Verwunderung zu reiben. Ramy Bensebaini war es tatsächlich, der aus einer geschlossen guten Dortmunder Elf noch herausragte. Das gab es bislang, vorsichtig formuliert, eher selten. Der 29-jährige Linksverteidiger warf sich in jeden Ball, war defensiv und offensiv überall zu finden.
"Ramy hat überragend gespielt", lobte Groß. Dynamisch, dribbelstark und vor allem stark im Zweikampf, hatte er sowohl Raphinha und Yamal, der in der 70. Minute schließlich frustriert ausgewechselt wurde, eigentlich immer fest im Griff. Raphinha schoss erst in der 72. Minute mal gefährlich aufs Tor.
Die Vorlage zum 2:0 direkt nach der Halbzeit, als Bensebaini einen Eckball sensationell mit einem Kopfball auf den Torschützen Guirassy legte, war der Punkt, an dem das Stadion überkochte. Es folgte allerdings der Stimmungskiller - ausgerechnet durch ein Eigentor von Bensebaini.
picture

Ramy Bensebaini überzeugte im Rückspiel gegen Barcelona - trotz Eigentor

Fotocredit: Getty Images

Somit wurde er zur tragischen Figur des Abends. Allerdings sammelte er insgesamt ebenso Pluspunkte wie Niklas Süle. Die Diskussionen um seine Qualitäten kochen immer wieder hoch, in großen CL-Nächten zeigt er jedoch, zu was er imstande ist.
In der Dreierkette lieferte der Verteidiger eine mehr als gute Leistung ab. Nach einem gelungenen Tackling gegen Raphinha in der 30. Minute schrie er verständlicherweise seine Erleichterung eindrucksvoll heraus.
"Ich bin jemand, der trotz allem weiß, was ich kann. Dieses Jahr hatte ich ein bisschen Verletzungspech, aber ich habe hart gearbeitet, sonst hätte ich das Vertrauen des Trainers auch nicht bekommen", sagte Süle.
Bensebaini und Süle - zwei Dortmunder, die sinnbildlich für das grundsätzlich vorhandene Spitzenpotenzial des BVB stehen. Dass solche Spieler ihr Leistungsniveau konstant halten, wird über die weitere Entwicklung des Vereins mitentscheiden. Die Vorstellung gegen Barca war vielversprechend.
picture

Bellingham bestätigt Trainingszoff mit Rüdiger

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung