Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund gegen FC Barcelona auffielen: Das Schlimmste kam für den BVB zum Schluss
Moral gezeigt, zweimal zurückgekämpft - und doch verloren. Borussia Dortmund musste am Mittwoch vor heimischer Kulisse eine ganz bittere Niederlage hinnehmen. Gegen den FC Barcelona setzte es am 6. Champions-League-Spieltag ein 2:3 (0:0). Auch, weil Barcelona-Trainer Hansi Flick ein goldenes Händchen bewies. Am Ende war die sportliche Pleite aber nicht das Schlimmste. Drei Dinge, die auffielen.
Sahin nach bitterer Pleite gegen Barcelona: "Es kocht in mir"
Quelle: Perform
Borussia Dortmund hat in der Champions League seine erste Heimniederlage seit drei Jahren hinnehmen müssen.
Die Mannschaft von Trainer Nuri Sahin verlor gegen den FC Barcelona 2:3 (0:0) und verpasste die Gelegenheit, weitere Punkte für den direkten Einzug ins Achtelfinale zu sammeln.
Für die von Hansi Flick trainierten Gäste waren Raphinha (53.) und Joker Ferran Torres (75./85.) erfolgreich. Serhou Guirassy (60., Foulelfmeter/78.) traf doppelt für den BVB.
Am Ende rückte das Ergebnis aus Sicht der Dortmunder fast ein wenig in den Hintergrund.
Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund - FC Barcelona auffielen.
1.) Drei Gegentore, drei Geschichten
Nuri Sahin trat nach dem Spiel mit gemischten Gefühlen vor die "DAZN"-Kamera. Einerseits, das hob Sahin hervor, hatte seine Mannschaft ein gutes Spiel gezeigt und in beeindruckender Manier Moral bewiesen, andererseits störte sich der junge Übungsleiter an den leichtsinnigen Fehlern.
"Ich möchte nicht hören, dass wir gute Spiele machen. Ich möchte diese Spiele gewinnen", erklärte er: "Wir müssen zu Gewinnern werden." Dass der BVB letztlich eben nicht gewann, sondern mit leeren Händen dastand, machte Sahin nicht am Übergewicht der Spanier, sondern an den kleinen, aber entscheidenden Unkonzentriertheiten seiner Jungs fest.
"Auf einem solchen Niveau ist kein Platz für Unforced Errors und Unkonzentriertheiten. Dafür wurden wir heute bestraft", sagte der 36-Jährige. Er schob nach: "Die Tore, die Barcelona geschossen hat, waren nicht toll herausgespielt. Das kann man besser verteidigen."
Tatsächlich erzählte jeder Barça-Treffer jeweils eine eigene Geschichte, eine Geschichte, die stets mit einem BVB-Fehler ihren Anfang nahm.
Raphinhas Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 fiel, weil erst Nico Schlotterbeck den späteren Vorbereiter Dani Olmo zu früh mit viel Risiko attackierte und damit die Kette auflöste - und Ramy Bensebaini davon zu spät Wind bekam und in der Folge eine potenzielle Abseitsstellung Raphinhas verhinderte.
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Sah beim zweiten Gegentor nicht gut aus: Gregor Kobel
Fotocredit: Getty Images
Bei Gegentor Nummer zwei attackierten Bensebaini und Jamie Gittens zu halbherzig auf der linken Abwehrseite, sodass sich Jules Koundé und Lamine Yamal in aller Ruhe bis zur Grundlinie durchkombinieren durften. Fermíns Abschluss aus elf Metern ließ der sonst so sichere Gregor Kobel zu allem Überfluss nach vorne abprallen und lud Torres damit zum Einschieben ein.
Die Entscheidung resultierte aus einem Missverständnis zwischen Pascal Groß und Gittens, der beim ungenauen Rückpass des deutschen Nationalspielers komplett pennte und daraufhin nur noch die Hacken der flinken Barcelona-Offensivstars sah. Yamal steckte letztlich wunderschön auf Torres durch, der seinen Doppelpack und den Sieg der Blaugrana festzurrte.
"Gegen die Reals, Bayerns, Barças dieser Welt kann man solche Fehler nicht machen", analysierte Sahin: "Das ist die Entwicklung, die wir nehmen müssen."
2.) Flicks goldenes Händchen
Robert Lewandowski, Raphinha, Olmo - Hansi Flick wechselte in der 71. Minute gleich drei Offensivstars auf einmal aus.
Ins Spiel kam die etwas weniger namhafte und deutlich defensivere Variante aus Fermín Lopez, Ferran Torres und Frenkie de Jong. Flicks Zeichen, so schien es zumindest: Ein 1:1 (so stand es zu besagtem Zeitpunkt) in Dortmund ist wahrlich nicht schlecht, den Punkt nimmt man doch gerne mit.
Dass in den letzten 19 Minuten noch satte drei Buden fallen würden, dürfte Flick jedenfalls nicht geahnt haben. Zum Matchwinner avancierte Joker Torres, der zunächst erstmals seit über einem Jahr ein Tor in der Königsklasse beisteuerte und zehn Minuten später gleich das nächste folgen ließ.
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"Tut extrem weh": BVB-Boss spricht über bitteres Ende gegen Barça
Quelle: Perform
"Ich bin rausgegangen, um der Mannschaft zu helfen. Dortmund hat uns unter Druck gesetzt. Bei Mitspielern wie Lamine oder Pedri muss ich einfach nur die Räume laufen", sagte der Held des Abends im Anschluss an die Partie.
Und der Mann mit dem goldenen Händchen? Der freute sich, dass seine Reservisten sofort zündeten. "Wichtig war für uns auch, dass die Wechsel gegriffen haben, die Jungs sofort im Spiel waren. Das zeichnet die Mannschaft auf, dass jeder, der reinkommt, alles gibt."
3. Das Schlimmste kam zum Schluss
Aus Sicht der Dortmunder war die Niederlage definitiv verhinderbar, gegen den FC Barcelona knapp zu verlieren, ist dennoch keine Katastrophe.
Im Gegensatz zu dem, was sich in der letzten Szene des Spiels zutrug: Der insgesamt souveräne Nico Schlotterbeck stieg zum Kopfball hoch und verpasste nur hauchdünn den abermaligen Ausgleich – beim Landen knickte der Innenverteidiger so schlimm um, dass er noch Minuten nach Abpfiff auf dem Boden behandelt und schließlich per Trage abtransportiert wurde.
Ein langer Schlotterbeck-Ausfall würde bei den Schwarz-Gelben schwer ins Kontor schlagen. Der ehemalige Freiburger war vor der Partie der letzte verbliebene Innenverteidiger. Waldemar Anton (Muskelfaserriss) und Niklas Süle (Syndesmosebandriss) hatten zuletzt ebenfalls Verletzungen davongetragen und standen Sahin dementsprechend nicht zur Verfügung.
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Nico Schlotterbeck von Borussia Dortmund musste verletzt abtransportiert werden
Fotocredit: Getty Images
Nach Ansicht der TV-Bilder schwand Sahins Hoffnung auf eine zeitnahe Rückkehr Schlotterbecks: "Ich hoffe, das Beste. Aber wenn man die Bilder ansieht, ist die Hoffnung nicht so groß. Das sah nicht gut aus", sagte er und richtete den Blick mit einem sofort in die Zukunft: "Es wäre der Super-GAU, wenn er jetzt auch noch ausfällt."
Schlotterbecks ehemaliger Nebenmann Mats Hummels schrieb bei Instagram: "Daumen drücken für diesen großartigen Typen und Spieler." Seinen Post garnierte er mit einem Herz- und Kleeblatt-Emoji. Dem war am späten Abend nichts hinzuzufügen.
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Flick lobt Barça-Leistung: "Erste Halbzeit war eine der besten"
Quelle: Perform
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