Drei Dinge, die bei der Bayern-Pleite bei Aston Villa auffielen: Schwäche im System von Vincent Kompany aufgedeckt
Update 03/10/2024 um 09:55 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern hat bei der 0:1 (0:0)-Niederlage in der Champions League bei Premier-League-Klub Aston Villa das erste Spiel unter dem neuen Trainer Vincent Kompany verloren. Grund dafür war, dass die Engländer genau wussten, wo die Schwäche der Gäste aus München liegt. Zudem erlebte Harry Kane den zweiten Abend zum Vergessen in Folge. Drei Dinge, die am Mittwochabend im Villa Park auffielen.
Kompany stören 30 Minuten: "Wünschen uns immer Topniveau"
Quelle: Perform
Auch mit Vincent Kompany auf der Trainerbank ist der FC Bayern nicht unbesiegbar. Im achten Pflichtspiel dieser Saison gab es die erste Niederlage. Im zweiten Spiel der Champions-League-Ligaphase verloren die Münchner gegen Aston Villa mit 0:1.
Den Siegtreffer erzielte Jhon Durán in der 79. Minute. Bereits in der ersten Halbzeit zappelte der Ball einmal im Netz, doch der Treffer von Pau in der 22. Minute kassierte der VAR wegen einer Abseitsstellung.
Kompany sagte nach dem Spiel bei "DAZN": "Wir haben gut angefangen, waren in den ersten 15 Minuten ganz gut, haben dann aber ein bisschen das Tempo verloren. Das waren 30 Minuten, wo man das Gefühl hatte, dass Aston Villa aus dem Nichts gefährlich werden kann."
Nach der Pause habe sich seine Mannschaft gesteigert. "Ich habe drei, vier große Chancen im Kopf, die wir nicht gemacht haben - und dann fällt auf einmal das Gegentor."
Drei Dinge, die bei der Bayern-Pleite auffielen:
1.) Aston Villa legt Schwäche im System von Kompany offen
Zuletzt schien es so, als wäre die Defensive des FC Bayern stabiler als in der vergangenen Saison. Die beiden Innenverteidiger Dayot Upamecano und Min-jae Kim sind das gesetzte Innenverteidiger-Duo von Kompany und zahlten das Vertrauen mit guten Leistungen zurück.
Beim 1:1 gegen Bayer Leverkusen ließen sie lediglich drei Torschüsse zu, beim 5:0 gegen Werder Bremen überhaupt keinen Torschuss. Das Spiel gegen Aston Villa bewies allerdings, dass der FC Bayern noch immer eine Schwachstelle hat: lange Bälle.
Es gehört zum System von Kompany, dass die Abwehrspieler sehr hoch verteidigen. Die logische Folge: Upamecano hatte mit seinem Gegenspieler Ollie Watkins größte Mühe, weil dieser immer wieder von seinen Mitspielern in die Tiefe geschickt wurde.
In der 16. Minute hatte der Franzose sogar Glück, nicht wegen einer Notbremse mit der Roten Karte vom Platz gestellt zu werden.
Schlussendlich war es allerdings Jhon Durán, der aus der hochstehenden Verteidigung des FC Bayern Kapital schlug. Nach einem langen Ball von Pau setzte er sich im Laufduell gegen Upamecano durch und zog direkt ab. Somit war auch der zu weit vor dem Tor stehende Manuel Neuer überlistet.
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Dayot Upamecano bringt Ollie Watkins zu Fall
Fotocredit: Getty Images
Und das Abwehrverhalten? DAZN-Experte Michael Ballack kritisierte, dass Upamecano beim Gegentor "einen Schritt zu spät" und "nicht in einer optimalen Position" gewesen ist.
Kompany deutete allerdings an, an der hochstehenden Verteidigung nichts ändern zu wollen: "Wir müssen objektiv bleiben. Wir haben in den letzten drei, vier Spielen vielleicht acht Gegenchancen bekommen. Das heißt, dass die Jungs es gut machen. Sonst gäbe es mehr Gegenchancen."
2.) Bayern kann Dominanz nicht in Tore ummünzen
Eine dominante Spielweise führt nicht zwingend zum Sieg. Dies zeigte sich bereits am Samstag beim 1:1 gegen Bayer Leverkusen, als der FC Bayern 69 Prozent Ballbesitz und ein Torschussverhältnis von 18:3 hatte. Ähnlich war dies nun gegen Aston Villa: 70 Prozent Ballbesitz, ein Torschussverhältnis von 17:5 - und am Ende trotzdem verloren.
Der FC Bayern fand kaum wenige Möglichkeiten, sich gegen den tiefstehenden Gegner durchzukombinieren. Der für Jamal Musiala in die Startelf rotierende Kingsley Coman (0 Torschüsse) konnte seine Geschwindigkeit nicht ausspielen. Das Spiel war dadurch sehr rechtslastig, wo Serge Gnabry und Michael Olise zumindest vereinzelt gute Aktionen hatten.
Die größte Chance des FC Bayern in der ersten Halbzeit war ein Distanzschuss von Michael Olise, den Villa-Torwart Emiliano Martinez über die Latte lenkte. Ein weiteres Mittel: Lange Chipbälle von Joshua Kimmich. Innerhalb der ersten acht Minuten sorgte der Mittelfeldspieler dadurch gleich zweimal für Gefahr im gegnerischen Strafraum.
In der Halbzeit korrigierte Kompany seine Rotation und brachte Musiala für Coman ins Spiel. Gnabry rückte auf die linke Seite, sodass die Rechtslastigkeit verschwand. Musiala tat sich gegen die leidenschaftlich verteidigenden Engländer zwar ebenfalls schwer, hatte aber zumindest die eine oder andere Idee - wie den Steilpass in der Nachspielzeit auf Gnabry, der fast zum Ausgleich geführt hätte.
"Es ist immer schwierig, gegen einen tiefstehenden Gegner Chancen zu erarbeiten", sagte Kimmich, der aber vor allem bemängelte, wie verschwenderisch mit den wenigen guten Gelegenheiten umgegangen wurde. "Wir hatten zwei sehr gute Chancen von Serge und ganz am Ende die von Harry. Es waren ein paar Dinger dabei, die durchaus hätten zu Toren führen können."
3.) Frust bei Harry Kane wächst
Die Geduld von Harry Kane wurde sehr strapaziert. Bereits gegen Leverkusen blieb der englische Stürmer die 86 Minuten bis zu seiner Auswechslung ohne Torschuss.
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Harry Kane (FC Bayern München)
Fotocredit: Getty Images
Im Spiel bei Aston Villa, gegen die er im Trikot von Tottenham Hotspur acht Mal getroffen hatte, erging es ihm nicht besser. Über die komplette reguläre Spielzeit bekam er keinen Torschuss zustande, weil die Innenverteidigung mit Pau und Diego Carlos ihm gefühlt auf den Füßen stand.
Erst in der Nachspielzeit kam Kane zum Abschluss - zunächst mit einem abgeblockten Freistoß, dann in der Nachspielzeit noch einmal per Kopfball. "Es ist schwer für ihn ins Spiel zu finden, wenn eine Mannschaft tief steht und er nicht gefüttert wir"“, sagte Ballack.
Kompany nimmt seinen Stürmer in Schutz: "Er hat schon elf Tore geschossen in dieser Saison, glaube ich (es waren zehn, Anm.d.Red.). Es gibt manchmal solche Momente. Er wird auch ganz schnell wieder Tore schießen. Das ist keine individuelle Sache."
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Kompany beruhigt: "Das entscheidet nicht die Champions League"
Quelle: Perform
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