Stimmt die Form? Der FC Bayern München und die Woche der Wahrheit gegen Celtic Glasgow und Bayer 04 Leverkusen

Die Reise zum Celtic Park läutet für den FC Bayern die Woche der Wahrheit ein. Im Playoff-Hinspiel der Champions League möchten die Münchner am Mittwoch den nächsten Schritt in Richtung "Finale dahoam" machen, ehe im Kampf um die deutsche Meisterschaft am Samstag das Topspiel gegen Bayer Leverkusen wartet. Die aktuellen Ergebnisse stimmen den FCB zuversichtlich. Doch passt die Form wirklich?

Kompany warnt: "Celtic Park ist ein besonderer Ort"

Quelle: Perform

Sieben Bundesliga-Siege in Serie, so viele wie seit 2020 nicht mehr: Nach der Schmach in der Vorsaison, als der Rekordchampion aus München im Titelrennen die Leverkusener Werkself davonziehen ließ, scheint der FC Bayern seine PS unter Trainer Vincent Kompany wieder auf die Straße zu bringen.
Mit 54 Punkten aus 21 Partien liefert der FCB seine zahlenmäßig beste Bundesliga-Spielzeit seit neun Jahren, acht Zähler Vorsprung auf das zweitplatzierte Leverkusen und die weitaus bessere Tordifferenz sprechen für sich. Die aktuelle Trefferquote (65) überboten die Münchner in ihrer ruhmreichen Vereinshistorie einzig und allein in der Saison 2021/22 (68 Tore).
Die nackten Zahlen stimmen also. Selbst wenn das Kompany-Team am Samstagabend gegen die Mannschaft von Bayer-Trainer Xabi Alonso verlieren sollte, bliebe der Vorsprung in der Bundesliga komfortabel.
Und auch in der Königsklasse sind die Bayern auf Kurs, wenngleich das Playoff-Duell mit Celtic Glasgow einen kleinen Umweg bedeutet. Die Top Acht in der Gruppenphase und die direkte Achtelfinal-Qualifikation hatten die Münchner anvisiert, als Tabellenzwölfter aber verpasst. Doch gegen die Schotten gehen die Münchner als klarer Favorit ins Hin- und Rückspiel, dem Hexenkessel Celtic Park zum Trotz. Der Traum vom "Finale dahoam", er lebt weiterhin.
Kein Grund zur Sorge also an der Säbener Straße, zumal die sogenannten Wochen der Wahrheit ohnehin jede Woche bei Bayern München beschreibt, wie Trainer Vincent Kompany im Interview bei "TNT Sports" schelmisch grinsend erklärt?
Und doch läuft fernab der reinen Ergebnisse noch nicht alles rund beim Rekordmeister. Ein Überblick der offensiven und defensiven FCB-Baustellen.
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Stimmt die Form des FC Bayern für die Woche der Wahrheit?

Fotocredit: Getty Images

Offensiv-Baustelle 1: Durchschlagskraft

45 Minuten Magerkost - das Heimspiel am Freitagabend gegen Werder Bremen stand sinnbildlich für weite Strecken der vergangenen Wochen. Trotz reger Bemühungen waren die Hausherren torlos in die Kabine gegangen. Erst in der zweiten Hälfte schraubten die überlegenen Münchner das Ergebnis zum 3:0-Endstand in die Höhe, auch dank eines schmeichelhaften Elfmeterpfiffs vor dem 1:0.
Aus dem Spiel heraus fehlte in Richtung Strafraum lange die Durchschlagskraft, die zündende Idee blieb in der Offensive bei fast pausenloser Ballzirkulation häufig aus. Spielerisch zeigte sich der FCB längst nicht so souverän wie in der Hinrunde.
Durchaus uninspiriert wirkte der Auftritt, ein Grund dafür war auch das Flügelspiel. Auf der linken Seite enttäuschte Kingsley Coman, auf der rechten Seite ließ Michael Olise ebenfalls den letzten gewinnbringenden Punch vermissen.
Eine Folge: Zu selten wurde Harry Kane gefüttert, der Goalgetter blieb vorne zu wenig ins Münchner Spiel eingebunden. Ein leidiges Thema, nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

Offensiv-Baustelle 2: Harry Kane

Mit einem Doppelpack avancierte Kane gegen Bremen mal wieder zum Matchwinner, 28 Saisontore in 28 Pflichtspielen sprechen Bände. Aber: Der Engländer traf mal wieder "nur" vom Elfmeterpunkt.
Zwar ist seine Strafstoß-Quote Weltklasse, mit seinen Treffern Nummer 28 und 29 in Folge vom Punkt blieb Kane in seiner Paradedisziplin gewohnt makellos. Aus dem Spiel heraus wollte es jedoch erneut nicht klappen. Auch, wie oben beschrieben, wegen des fehlenden Eingebundenseins ins Münchner Offensivspiel.
Seine wochenlange Torlos-Serie fernab des Elfmeterpunkts hatte Kane mit Treffern gegen Slovan Bratislava und Holstein Kiel überwunden. Will der FCB gegen Celtic Glasgow und Bayer Leverkusen in der Woche der Wahrheit bestehen, sollte Kanes Effizienz und Effektivität aus dem Spiel heraus allerdings auch dort stimmen.
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Ruhepuls bei Kane-Elfmeter? Kompany: "Er trainiert oft"

Quelle: Perform

Offensiv-Baustelle 3: Jamal Musiala

Eine Galavorstellung nach der anderen lieferte Jamal Musiala in der Hinrunde ab, seinen ohnehin schon exorbitant hohen Marktwert steigerte er im Saisonverlauf auf 140 Millionen Euro. Im Jahr 2025 aber hinkt das Offensivjuwel hinter den immens hohen Erwartungen zurück.
Wegen eines grippalen Infekts hatte Musiala den Jahresauftakt bei Borussia Mönchengladbach (1:0) verpasst, anschließend nur zwei Kurzeinsätze absolviert. Seither reicht die Fitness wieder für mehr, doch spielerisch gelingt ihm für seine Verhältnisse aktuell wenig.
Gegen Bremen fehlte Musiala im Dribbling das Durchsetzungsvermögen, zurzeit kreiert der Edeltechniker nicht mehr so viele Torchancen wie in der Hinrunde. Darunter leidet sowohl die FCB-Offensive als auch Sturmtank Kane - siehe oben.
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Jamal Musiala knüpft noch nicht an seine starke Hinrunde an.

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Defensiv-Baustelle 1: Stabilität

19 Gegentore in 21 Bundesligaspielen, zwölf Gegentreffer in acht Champions-League-Partien. Zwar sehen die Zahlen der Münchner Defensive um den formstarken Abwehrchef Dayot Upamecano durchaus genugtuend aus. Doch in den vergangenen Wochen ließ das Team von Trainer Kompany die Stabilität wieder zu oft vermissen.
Die schmerzvolle 0:3-Klatsche bei Feyenoord Rotterdam, drei Gegentore nach 4:0-Führung gegen Aufsteiger Kiel, fünf Spiele ohne weiße Weste: Diese Auftritte erinnerten manchen Beobachter an das anfällige Abwehrverhalten unter Kompany-Vorgänger Thomas Tuchel.
Der Belgier versucht den Negativerlebnissen in der Vergangenheit auch etwas Positives abzugewinnen: "Meine Hoffnung ist immer, dass wir aus solchen Momenten Schlüsselmomente machen, damit die Mannschaft einen Schritt macht."
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Gegentorflut in der Königsklasse? Kompany wehrt sich

Quelle: Perform

Immerhin: Gegen Bremen stand hinten die Null, die Münchner Defensive agierte diszipliniert. "Überragend gemacht" habe es die Mannschaft, sagte Mittelfeldmotor Joshua Kimmich. "Das stimmt uns positiv", kommentierte Keeper und Kapitän Manuel Neuer mit Blick auf die Champions-League-Duelle gegen Glasgow und das Bundesliga-Topspiel in Leverkusen.
Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass Werder rot- und ersatzgeschwächt angereist war und gegen die Münchner fast schon traditionell harmlos agierte. Die beiden Kontrahenten in Bayerns Woche der Wahrheit dürften anders auftreten.

Defensiv-Baustelle 2: Außenverteidigung

Sorgenfalten bereitet auch die Außenverteidigung. Alphonso Davies, der in der vergangenen Woche seinen Vertrag langfristig verlängerte, fällt wegen eines Muskelfaserrisses aus. Sein Stellvertreter Raphael Guerreiro wusste gegen Bremen nicht wirklich zu überzeugen - und könnte gegen die flinke Leverkusener Offensive zu langsam sein.
Auf der rechten Seite hingegen präsentierte sich Sacha Boey gegen Werder nicht in Topform. Besser machte es der für ihn eingewechselte Konrad Laimer, der das 2:0 durch den ebenfalls eingewechselten Leroy Sané vorbereitete.
Eigentlich ist Laimer im zentralen Mittelfeld zu Hause. Doch in der Woche der Wahrheit könnte es gut möglich sein, dass Kompany auf den Österreicher als Rechtsverteidiger setzt. Es wäre die typische Bayern-Manier - wie über Jahre bei Laimer-Mitspieler Kimmich.
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Bayern-Neuzugang Urbig verrät: Das sind meine Idole

Quelle: Perform


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