FC Bayern München mit Gala im Achtelfinal-Hinspiel gegen Bayer Leverkusen: Gereizte Bayern sind immer noch die Besten

Der FC Bayern München bringt sich durch den 3:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen nicht nur in eine glänzende Ausgangslage für das Rückspiel in der BayArena, sondern setzt auch ein Zeichen an die gesamte europäische Konkurrenz. Angestachelt von der Kritik der letzten Wochen ist der Mannschaft von Trainer Vincent Kompany binnen kürzester Zeit der Turnaround zum perfekten Zeitpunkt gelungen.

Kompany zufrieden: "Nächsten Dienstag genau das Gleiche"

Quelle: Perform

Zehn Minuten vor Spielbeginn kam Bewegung in die Südkurve der Allianz Arena. Ein Knäuel von etwa drei Dutzend vermummten Bayern-Fans verteilte sich von links nach rechts und von oben nach unten auf der Stehtribüne.
In dem Moment, als die Champions-League-Fanfare ertönte, zündeten die mit rot-weißen Sturmhauben Bekleideten ihre eingeschleusten Bengalos.
Ein bei Heimspielen des FC Bayern ungewohntes Vorgehen der hartgesottenen Anhängerschaft und keines, das man gutheißen muss. Aber in diesem Fall war es ein Wink mit dem Zaunpfahl. Was die Fans den Spielern mit auf den Weg gaben, wurde von diesen unmittelbar nach Anpfiff auf dem Platz umgesetzt: Die Bayern waren on fire.
Ob Zweikampfverhalten, Laufbereitschaft, Passspiel oder Tempo in den Angriffsaktionen - eine derartige Schärfe in allen Facetten hat es beim FC Bayern lange nicht gegeben.

Kane bestätigt besondere Motivation gegen Leverkusen

Offensichtlich traf Karl-Heinz Rummenigge mit einer Aussage vor dem Spiel ins Schwarze. "Wissen Sie, was mich optimistisch macht? Dass alle Bayer Leverkusen zum Favoriten erklärt haben. Ich kenne unsere Mannschaft, das stinkt ihr bis zum Gehtnichtmehr. Und dementsprechend erwarte ich am Mittwoch, dass unsere Mannschaft Vollgas vor eigener Kulisse gibt", hatte der langjährige Vorstandsvorsitzende erklärt.
Angestachelt von der Kritik an ihrer Spielweise und der Unterlegenheit beim 0:0 gegen Bayer in der Bundesliga Mitte Februar lieferten die Münchner ein nahezu perfektes Spiel ab.
"Unsere letzten Duelle gegen Leverkusen waren nicht gut genug, deshalb hatten wir uns heute besonders viel vorgenommen", bestätigte Doppeltorschütze Harry Kane bei "DAZN".
Zwar profitierten die Bayern im Spielverlauf von einer langen Kette an individuellen Fehlern und der Naivität der Leverkusener, doch "das muss man auch erstmal ausnutzen", wie Thomas Müller konstatierte.
picture

Ein Selfie für den Man of the Match: Harry Kane

Fotocredit: Getty Images

Demut bei Bayern nach der Gala

Einziger zulässiger Kritikpunkt an den Bayern ist die verpasste Chance, das Rückspiel kommenden Dienstag in der BayArena (21:00 Uhr im Liveticker) mit einem vierten oder fünften Tor quasi obsolet zu machen. "Mir wäre ein 4:0 lieber gewesen, die Möglichkeiten dazu hatten wir. Aber das 3:0 nehmen wir natürlich gerne mit", sagte Leon Goretzka.
Der Vorsprung ist komfortabel, wenngleich Spieler und Trainer unisono demütig damit umgehen. "Wir sind zur Halbzeit 3:0 vorne. Es geht ums Weiterkommen in der Champions League und nicht um Wasserstandsmeldungen. Das hast du noch nicht ganz verstanden", entgegnete Thomas Müller einem Reporter.
Auch Vincent Kompany wollte so gar nicht auf Lobeshymnen für die gezeigte Vorstellung eingehen. "Wir müssen unsere Leistung nächsten Dienstag noch einmal genauso abliefern", sagte der Coach.

Kompany schafft erstaunlichen Turnaround

Festzuhalten ist aber, dass es Kompany binnen kürzester Zeit gelungen ist, aus einer verunsicherten Mannschaft einen Titelanwärter in der Champions League zu formen.
Es ist gerade mal drei Wochen her, da flirteten bemerkenswert schwache Bayern intensiv mit einem vorzeitigen K.o. in der Königsklasse. Ein Glückstor von Alphonso Davies tief in der Nachspielzeit bewahrte den sechsmaligen Henkelpott-Champion vor einer möglichen Blamage in der Playoff-Runde gegen Celtic Glasgow.
Nur fünf Tage später setzten die Münchner beim 4:0 gegen Eintracht Frankfurt ein erstes dickes Ausrufezeichen. Es folgte ein weitgehend souveränes 3:1 in Stuttgart und als vorläufiger Höhepunkt das 3:0 gegen Leverkusen. Drei deutliche Siege am Stück gegen die größten nationalen Konkurrenten.
Die Machtverhältnisse im deutschen Fußball mag der FC Bayern durch die Gala gegen Leverkusen vorerst korrigiert haben. Das Ziel ist aber ein ganz anderes und ein in der Form von Mittwochabend auch wieder realistisches: das Champions-League-Finale dahoam am 31. Mai.

Spanier sehen "Massaker" der Bayern

Rechtzeitig zum Beginn der Crunchtime sind die Bayern in Fahrt gekommen und in Europa nimmt man Notiz davon. "Das sind die starken Bayern von früher", schrieb die spanische Zeitung "Marca" und laut der "AS" betrieben sie ein "Massaker an Xabi Alonso".
Bis zum Finale ist es noch ein weiter Weg, aber die Bayern sind auf einem sehr guten. Unterstützend kommt hinzu, dass Kompany aktuell fast alle Mann Bord hat, was den internen Konkurrenzkampf fördert. Wer nachlässt, ist schnell draußen.
Aktuell reiten die Bayern auf einer Erfolgswelle. Es liegt an ihnen, bis zum 31. Mai draufzubleiben.
picture

Kompany gibt Neuer-Update: "Müssen jetzt schauen"

Quelle: Perform





Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung