FC Bayern München gewarnt! BVB als mahnendes Beispiel - was Atalanta Bergamo als Gegner so ungemütlich macht
VonLukas Fegers
Update 10/03/2026 um 07:59 GMT+1 Uhr
In den K.o.-Playoffs der Champions League konnte sich der FC Bayern entspannt zurücklehnen, ab Dienstagabend sind die Münchner aber wieder gefordert: Im Achtelfinal-Hinspiel tritt der deutsche Rekordmeister bei BVB-Bezwinger Atalanta Bergamo an. Das Team von Trainer Vincent Kompany geht als klarer Favorit ins Duell, ein leichtes Los sind die Italiener aber nicht. Worauf der FCB achten muss.
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Quelle: Perform
Ob Union Saint-Gilloise oder der FC Kopenhagen, ob Lazio Rom oder der FC Sevilla: Seit mehr als 13 Jahren läuft es für den FC Bayern nach Maß, wenn es in der Champions League zu einem Premierenduell kommt.
Treffen die Münchner auf einen Gegner, dem sie zuvor noch nie in einem Pflichtspiel gegenüberstanden, sind die Partien meist eine klare Sache. Elf der vergangenen zwölf solcher Spiele konnten die Münchner für sich entscheiden, die jüngsten neun Premierenduelle wurden allesamt gewonnen - nun will der FCB am Dienstagabend (ab 21:00 Uhr im Liveticker) bei Atalanta Bergamo daran anknüpfen.
Auf dem Papier scheinen die Voraussetzungen vor dem erstmaligen Aufeinandertreffen in einem Pflichtspiel klar: Atalanta ist der Underdog. In der K.o.-Runde der Königsklasse verloren die Italiener sechs der vergangenen sieben Begegnungen.
Gerade der einzige K.o.-Sieg der jüngeren Vergangenheit dürfte den FC Bayern allerdings warnen: Mit einem 4:1-Kantersieg im Rückspiel kegelte Atalanta vor knapp zwei Wochen Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb und lieferte ein "Meisterwerk", wie die Corriere dello Sport titelte.
Einmal mehr entpuppte sich Atalanta dabei als Angstgegner für deutsche Teams, so wie es bereits beim Europa-League-Finale 2024 für das damals schier unbezwingbare Bayer Leverkusen von Erfolgstrainer Xabi Alonso der Fall gewesen war. Damit es der Mannschaft von FCB-Coach Kompany nicht ähnlich ergeht, gilt es auf diese Dinge zu achten.
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Der FC Bayern ist im Champions-League-Achtelfinale bei Atalanta Bergamo gefordert.
Fotocredit: Getty Images
1. Blickpunkt: Das Atalanta-Pressing
Gegenpressing statt Mauertaktik, Manndeckung statt Defensivbollwerk, Dreier- statt Fünferkette: Vom Klischee des italienischen Catenaccio ist Atalanta weit entfernt.
Benannt nach "Atlante", der schnellsten Jägerin der griechischen Götterwelt, jagen die Schwarz-Blauen ihre Gegner über den Platz. Die von Erfolgstrainer Gian Piero Gasperini implementierte Taktik hat auch unter dem neuen Coach Raffaele Palladino bestand, wenngleich in abgewandelter Form.
"Die Hauptunterschiede liegen im Pressing und im Ballbesitzmanagement", erklärt Fußball-Experte Simone Eterno von Eurosport Italien. Gasperini, der mittlerweile die AS Rom trainiert, sei für seinen aggressiven Stil, die Manndeckung auf dem gesamten Spielfeld, das sehr hohe Tempo und "das ständige Streben nach vertikalem Spiel, sobald der Ball zurückerobert wurde", bekannt geworden.
Bei Palladino hingegen agiere die Mannschaft "tendenziell ausgeglichener und positionsorientierter. Das Pressing ist weniger extrem, der Spielaufbau etwas geduldiger und strukturierter."
Auch die Rolle der Außenverteidiger habe sich verändert, so Eterno: "Unter Gasperini waren sie oft wichtige Angriffspositionen, fast wie zusätzliche Flügelspieler, während sie unter Palladino ausgewogenere Aufgaben zwischen Angriff und Verteidigung haben."
Kurz gesagt: "Der taktische Rahmen ist ähnlich, aber Palladinos Ansatz ist moderater, auch wenn er nach wie vor ein offensiv orientierter Trainer ist." Unter dem 41-Jährigen, der im November den glücklosen Gasperini-Nachfolger Ivan Juric ablöste, will Atalanta weiter das Match kontrollieren und offensiven Fußball spielen.
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Quelle: Perform
2. Blickpunkt: Die Atalanta-Mannschaft
Sei es in der Breite, der Tiefe oder beim Marktwert: Die Gesamtqualität des Bayern-Kaders scheint demjenigen der Bergamasken deutlich überlegen.
"Im Vergleich zu ihrer Höchstform unter Gasperini ist Atalanta derzeit eine etwas schwächere Mannschaft", meint Eurosport-Experte Eterno. Ein Grund: Immer wieder verlassen in Bergamo gereifte Star-Spieler den Verein, so wie beispielsweise Ademola Lookman, der im Februar für 35 Millionen Euro Ablöse zu Atlético Madrid gewechselt war.
Zwar fehlt mit Charles De Ketelaere, der sich am Meniskus verletzt hat, ein wichtiger Offensivspieler gegen den FC Bayern, während der Brasilianer Ederson aktuell nicht in Bestform agiert. Dennoch gilt es, den Gegner nicht zu unterschätzen.
"Bayern sollte besonders auf den linken Fuß von Lazar Samardzic achten, einem Spieler mit hervorragender Technik und Schussstärke, und auf die Strafraumvorstöße von Mario Pasalic", sagt Eterno. Zudem gelte es, Kapitän Marten de Roon auf den Füßen zu stehen: "Er ist der Spieler, der für Ausgewogenheit sorgt und das Tempo für die Mannschaft vorgibt."
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Atalanta-Coach Raffaele Palladino und Kapitän Marten de Roon.
Fotocredit: Getty Images
3. Blickpunkt: Die Intensität
So klar - und doch so wichtig: Beim ersten FCB-Pflichtspiel gegen Atalanta ist die Intensität der Schlüssel zum Erfolg.
"Wenn Bayern ernsthaft und mit der richtigen Intensität an die Partie herangeht, sollte es keine größeren Probleme geben. Wenn sie jedoch mit geringer Intensität spielen, könnten sie dafür bestraft werden", betont Eurosport-Experte Eterno.
Als mahnendes Beispiel sei an dieser Stelle erneut der BVB erwähnt: Nach dem 2:0-Hinspielsieg war diesem in Bergamo die nötige Energie abhandengekommen, so konnte Atalanta von Beginn an viel Druck auf die Abwehr aufbauen und mit wenigen schnellen Pässen sich große Chancen erarbeiten.
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4. Blickpunkt: Der Hexenkessel
Kompakt, nah am Spielfeld, unglaublich laut: Das Atalanta-Stadion gilt als eines der stimmungsvollsten der Serie A. Gerade bei europäischen Spielen ist die Stimmung in der New Balance Arena elektrisierend, auch bei der inzwischen fünften Champions-League-Teilnahme der Schwarz-Blauen.
Neben Borussia Dortmund tat sich schon so mancher großer Klub hier schwer, zum Beispiel der FC Chelsea: In der Ligaphase bezwang Atalanta den Premier-League-Verein mit 2:1.
Der Atalanta-Hexenkessel: Ein letzter Punkt, aufgrund dessen der FC Bayern ohne den verletzten Manuel Neuer im Tor, aber mit dem wiedergenesenen Harry Kane im Sturm gewarnt sein dürfte.
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Quelle: Perform
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