Drei Dinge, die bei Atalanta Bergamo gegen Borussia Dortmund auffielen: BVB schießt sich selbst aus der Königsklasse
VonJan Zesewitz
Update 26/02/2026 um 08:16 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund ist gegen Atalanta Bergamo in den K.o.-Playoffs aus der Champions League ausgeschieden. Beim 1:4 nach einem 2:0-Hinspielsieg schossen sich die BVB-Akteure wiederholt selbst ins Bein. In der Nachspielzeit wurde der bärenstarke Gregor Kobel mit seinem Fehlpass zur tragischen Figur - ebenso wie Rany Bensebaini, der einen schwarzen Tag erwischte. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: Perform
Ganz anders als beim 2:0-Hinspielsieg war beim BVB von den Erfolgsfaktoren im Hinspiel wenig zu sehen. Von Beginn an konnte Atalanta viel Druck auf die Dortmunder Abwehr aufbauen und mit wenigen Pässen und schnellem Spiel große Chancen erarbeiten.
Schon früh gingen die Italiener durch Gianluca Scamacca nach Fehler von Ramy Bensebaini in Führung (5.). Kurz vor der Pause erhöhte Davide Zappacosta (45.), gerade als der BVB das Spiel vermeintlich beruhigt hatte und einige eigene Offensiv-Akzente zeigte. In Halbzeit zwei kam Dortmund zu Chancen, aber Bergamo besorgte in Person von Mario Pasalic das nächste Tor (57.).
Joker Karim Adeyemi brachte Dortmund mit seinem Treffer zwar in Reichweite einer Verlängerung (75.). Dann aber sorgte Gregor Kobels Fehlpass zu einem Foul von Rany Bensebaini an Nikola Krstovic im Strafraum. "Den muss ich natürlich irgendwie klären, scheißegal wie", ärgerte sich Kobel.
Den fälligen Elfmeter verwandelte Lazar Samardzic zum entscheidenden 4:1 (90.+9) - das Aus für den BVB.
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Drei Dinge, die bei Atalanta gegen Dortmund auffielen:
1. Atalanta zog Lehren aus dem Hinspiel - der BVB nicht
Klar, die letzten Minuten dieser dramatischen Partie machen die Schlagzeilen. War Bensebainis Treffer nach VAR-Betrachtung elfmeterwürdig? Wie konnte Kobel so ein Bock unterlaufen? Diese Szene und der anschließende Nackenschlag mit dem verwandelten Elfmeter entschieden dieses Duell, sie erzählen aber nicht die Geschichte der Partie.
Im Hinspiel machte Dortmund beim 2:0 fast alles richtig. Es war eine der besten Saisonleistungen des BVB in dieser Saison. Atalanta konnte quasi zu keinem Zeitpunkt sein gefürchtetes Umschaltspiel zeigen, auch das Gegenpressing überspielten die Schwarz-Gelben sehr gut.
Im Nachhinein muss sich das Team von Niko Kovac vor allem ärgern, dass das Endergebnis nur 2:0 war. Es sollte sich rächen.
Im Rückspiel bekam der BVB fast nichts davon auf den Rasen, was sie im Hinspiel so stark gemacht hat. Die fehlende Unterstützung der Ultras, die wegen angeblicher Polizei-Schickane fernblieben, mag dabei eine Rolle gespielt haben. Eine Ausrede für das größtenteils passive Auftreten kann sie aber nicht sein. "Wir sind heute verdient ausgeschieden", sagte Trainer Niko Kovac: "Heute haben wir nicht die Leistung gebracht, um weiterzukommen."
Immer wieder kam Atalanta schnell in gefährliche Situationen, die Absprache der BVB-Hintermannschaft war ein ums andere Mal mangelhaft. So war diese Playoff-Begegnung nach Hinspiel und erster Halbzeit schon wieder ausgeglichen. Das dicke Ende kam dann in der Nachspielzeit.
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Kovac stellt sich hinter Kobel: "Viele gute Spiele für uns gemacht"
Quelle: Perform
2. Kovac' Joker machen dem BVB Hoffnung
70 Minuten lang sah die Borussia wenig Land gegen Atalanta. Bergamo erspielte sich vor allem in der ersten Halbzeit zahlreiche Chancen, die Kobel ein ums andere Mal stark entschärfte. Kurz nach Wiederanpfiff kam Dortmund durch Beier zu einer Riesenchance, der Nationalspieler traf den Pfosten (54.).
Es blieb die einzige große Chance - bis zur 70. Minute. Dann kamen Yan Couto und vor allem Karim Adeyemi ins Spiel, zuvor waren schon Favio Silva und Carney Chukwuemeka aufs Feld gegangen. Diese Wechsel belebten das Offensivspiel des BVB spürbar. Und das obwohl auch Serhou Guirassy in Sachen Chancenverwertung und Spritzigkeit keinen guten Tag erwischte.
Adeyemi konnte mit seinem jungen Gegenspieler Honest Ahonor (17) mehr oder weniger machen, was er wollte und erzielte mit einer starken Einzelleistung das Hoffnung spendende 1:3.
In diesen Minuten hatten die Schwarz-Gelben das Spiel einigermaßen unter Kontrolle. Am Ende war dies aber zu wenig.
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Quelle: Perform
3. Bensebainis gebrauchter Tag stellvertretend für BVB-Abwehr
Der frühe Abend begann für Bensebaini schon unglücklich. Bernasconi gab den Ball in der fünften Minute flach ins Zentrum, der Dortmunder grätschte in den Ball, obwohl Svensson neben ihm besser platziert war. So rutschte der Ball zu Scamacca durch, der nur einzuschieben brauchte.
Wenige Minuten später räumte er Zappacosta ab und sah die Gelbe Karte. Und als ob das nicht genug wäre, fälschte er kurz vor der Halbzeit einen Schuss von Zappacosta unhaltbar für Kobel ab, der dahinter eigentlich fangbereit war. Eine Halbzeit aus der Hölle.
Doch es ging fatal weiter: Beim 3:0 war es Bensebaini, der vor Pasalic unter dem Ball durchsprang - ein Treffer, den er sich zumindest nicht allein ankreiden lassen muss. In einer erzählerischen Klammer aus dem für Bensebaini siebten Kreis der Hölle verursachte er schließlich noch den entscheidenden Elfmeter und flog als Schlusspointe mit Gelb-Rot vom Platz.
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