FC Bayern München entdeckt sein zweites Gesicht: Neben der Kunst findet der Rekordmeister auch Gefallen am Grätschen

Eurosport bei Google

Der FC Bayern München eilt in dieser Saison von Sieg zu Sieg und nimmt seine Gegner dabei regelmäßig auseinander. Im zweiten Jahr unter Trainer Vincent Kompany hat der Rekordmeister die Symbiose aus einer aggressiven Spielweise und Offensivpower zumindest für den Moment nahezu perfektioniert. Das größte Faustpfand ist aber, dass die Bayern auch anders können, wenn es die Situation erfordert.

Kompany: Vertragsverlängerung? "Das war meine einzige Bitte"

Quelle: Perform

Sollte Nico Schlotterbeck in Erwägung ziehen, Borussia Dortmund in Richtung München zu verlassen - das Gerücht hält sich hartnäckig - dann hat der Innenverteidiger des BVB im deutschen Klassiker vergangenen Samstag (1:2) eine glänzende Bewerbung abgegeben.
In der 72. Minute hatte Michael Olise das 2:0 für die Bayern auf dem Schlappen, als Schlotterbeck bei vollem Tempo und hohem Risiko im Strafraum zu einem genialen Tackling ansetzte und dem Franzosen den Ball vom Fuß spitzelte. Schöner und effizienter kann man nicht grätschen.
Als Abwehrspieler liegt Schlotterbeck die Nähe und Liebe zur Grasnarbe quasi im Blut. Das ist bei den Defensiv-Leuten des FC Bayern nicht anders.
Konrad Laimer lieferte sich ein nickeliges Haken-und-Ösen-Duell mit Julian Ryerson über die vollen 95 Minuten.
picture

Geniales Tackling am eigenen Sechzehner: Harry Kane räumt Fabio Silva ab

Fotocredit: Getty Images

Doch vor allem zwei Szenen von Offensivspielern der Münchner aus dem Kräftemessen mit dem BVB bleiben im Gedächtnis. Olises waagrechter Sprung in den Klärungsversuch von Jobe Bellingham vor dem 2:0 und die überragende Grätsche von Harry Kane gegen Fabio Silva am eigenen (!) Strafraum.

Kompany: "Wir genießen es, wenn wir kämpfen müssen"

"Quarterback" Kane war an diesem Abend omnipräsent: Vorne machte er das 1:0, in der Mitte und hinten übernahm er die "Drecksarbeit".
Generell zeigten die Bayern gegen Schwarz-Gelb eine ganz neue Seite in dieser Saison: Die Lust zu kämpfen. "Wir haben auch das andere Gesicht dieser Mannschaft gesehen. Wir genießen es auch, wenn wir kämpfen müssen. Das war gut", sagte Kompany.
Joshua Kimmich, der 70 Prozent seiner Zweikämpfe gewann, ergänzte bei "ESPN": "In der zweiten Halbzeit mussten wir sehr leiden. Dortmund war viel besser im Spiel, aber am Ende konnten sie spüren, dass es nicht einfach ist, gegen uns zu gewinnen, weil wir auch anders können."
picture

Tah über Kane: "Wird viel zu wenig darüber gesprochen"

Quelle: Perform

Für die Konkurrenz ist es schwer zu ertragen, wenn beim FC Bayern neben der spielerischen Brillanz (Halbzeit eins gegen Dortmund) auch die kunstvolle Grätsche (Halbzeit zwei) den Unterschied machen kann.

Unter Kompany auch beim Grätschen dazugelernt

"Das war ganz besondere Leistung, weil es Spiele, in denen wir einen guten Gegner so bekämpfen müssen, nicht oft gibt bei uns. Wir haben den Sieg mehr oder weniger mit Kampf und Leidenschaft über die Zeit gebracht. Wenn man zwei, drei Jahre zurückschaut, dann weiß man, dass wir solche Spiele noch unentschieden gespielt oder verloren haben", sagte Kapitän Manuel Neuer.
Wenn der pure Wille über Sieg und Niederlage entscheidet, haben die Münchner unter Kompany offensichtlich dazugelernt. Der Coach betonte vor dem Champions-League-Spiel gegen Club Brügge (heute ab 21:00 Uhr im Liveticker), dass er zwar nicht den größten Kader zur Verfügung, dafür aber Spieler für alle Arten des Spiels habe.
"Alle Spieler von uns haben Talent und Qualität. Und ich habe immer das Gefühl, dass jeder einzelne Spieler in jeder Situation nützlich sein kann", so Kompany. Wie der grätschende Olise und wie der grätschende Kane.
picture

"Sehr happy": Tah gerät wegen Kompany ins Schwärmen

Quelle: Perform


Mehr als 2 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung