Michael Olise zeigt ausgerechnet im Halbfinal-Rückspiel gegen PSG keine Top-Leistung: Ein Warnschuss zur rechten Zeit

Er spielt eine überragende Saison und gehört zu den Kandidaten auf den Gewinn des Ballon d'Or. Doch ausgerechnet in seinem bis dato größten Spiel gegen Paris Saint-Germain im Champions-League-Halbfinale war Michael Olise kein Faktor für den FC Bayern München. Der Franzose probierte viel - es gelang ihm wenig. PSG zog Olise und dem deutschen Rekordmeister mit einem taktischen Kniff den Zahn.

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Quelle: Eurosport

Michael Olise kam diesmal inkognito. Dunkler Trainingsanzug, tief nach unten gezogene schwarze Mütze und ein schwarzes Schaltuch, das große Teile des Gesichts verdeckt - der Franzose stieg komplett maskiert aus dem Mannschaftsbus des FC Bayern bei der Ankunft in der Allianz Arena.
Ein schillernder modischer Auftritt, für den Franzosen aber nicht ungewöhnlich. Zum Hinspiel im Champions-League-Halbfinale in Paris war Olise mit einer dunklen Kappe erschienen, auf der in knallendem Pink und in gotischer Schrift das Wort "F***" gestickt war.
Ebenso nicht ungewöhnlich ist Olises Art in der unmittelbaren Spielvorbereitung. Das Aufwärmprogramm wird verhältnismäßig überschaubar absolviert, der 24-Jährige ist dann immer ein bisschen in seiner eigenen Welt.
Während seine Teamkollegen vor dem Rückspiel gegen PSG (1:1) schon in die Kabine sprinteten, bolzte Olise noch Bälle in die Luft.
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Michael Olise bei der Ankunft vor dem PSG-Spiel

Fotocredit: Getty Images

Sobald der Anpfiff ertönt, ist er in der Regel aber voll da. Olise hat sich in dieser Saison mit überragenden Leistungen - auch gegen Real Madrid oder in Paris - in den kleinen Kreis der Ballon d'Or-Favoriten gespielt. Längst kursieren Gerüchte über 200-Millionen-Euro-Angebote anderer Topklubs.

Taktischer Trick von PSG bremst Olise

Doch am Mittwochabend war irgendwie alles anders. Olise kam nie richtig in die Gänge. Er konnte das Angriffsspiel des FC Bayern nicht beeinflussen, obwohl er häufig auf der rechten Seite gesucht wurde und sein Gegenspieler Nuno Mendes früh die Gelbe Karte sah.
Immer wieder verzettelte sich Olise im Eins-gegen-Eins und leistete sich reihenweise Ballverluste, die Ausgangspunkt für gefährliche PSG-Konter waren. Selbst die Ballannahmen waren eigenartig unsauber.
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Michael Olise schied mit dem FC Bayern im Champions-League-Halbfinale aus

Fotocredit: Getty Images

Auch seine bei den Gegnern so gefürchteten Tempoläufe von links in die Mitte samt Torabschluss waren kein Faktor gegen eine bestens eingestellte PSG-Defensive, die Bayerns rechte Angriffsseite oft personell überlud, um Olises Aktionsradius klein zuhalten.
Dabei verwendete der Titelverteidiger einen taktischen Trick: PSG-Torhüter Matvey Safonov schlug die Bälle bei Abstößen auffällig häufig ins linke Seitenaus. Zwar verloren die Gäste dadurch den Ballbesitz, positionierten aber infolgedessen fast alle Spieler auf der aus Bayern-Sicht rechten Seite des Spielfeldes.
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Quelle: Perform

Ab Mitte der zweiten Halbzeit schlich sich bei Olise zudem eine befremdlich wirkende Körpersprache ein. Bei Fehlpässen seiner Mitspieler winkte er ab und blieb selbst nach einem schlecht verarbeiteten Ball mehrere Sekunden auf dem Rücken liegen, ehe er von Konrad Laimer gestenreich aufgefordert wurde, weiterzuspielen.

Neuer bemängelt: "Waren heute keine Killer in der Offensive"

Olise hat viel probiert, gelungen ist ihm wenig. Sein extravaganter Spielstil - enge Ballführung, Tänzeln, Verzögerungen, Körpertäuschungen - macht ihn zu einem der besten Flügelspieler der Welt, er wird von Außenstehenden aber mitunter als überheblich interpretiert. Vor allem dann, wenn es wie gegen PSG nicht funktioniert.
Zudem wirkte er im Vergleich zu Luis Diáz auf der anderen Seite auch weniger bereit, verlorene Bälle zurückzuerobern oder mit letzter Konsequenz den Weg zum Tor zu suchen. "Wir waren heute keine Killer in der Offensive. Dieser Schlüsselmoment im Spiel hat einfach gefehlt", konstatierte Kapitän Manuel Neuer bei "DAZN". Das gilt für den kompletten Bayern-Angriff, in dem Olise jedoch abfiel.
Er hat sich ausgerechnet für das Endspiel ums Königsklassen-Finale in Budapest am 30. Mai sein schwächstes Spiel der Saison aufgehoben. Das tut seiner Genialität und seinem Status als überragender Offensivspieler keinen Abbruch. Doch es ist ein Warnschuss zur rechten Zeit. Es mag abgedroschen klingen, aber die besten Spieler machen eben in den größten Spielen den Unterschied.
Das Rückspiel war für Olise eine wichtige Erfahrung. Es war sein erstes Champions-League-Halbfinale. Er wird noch viele Gelegenheiten bekommen, sich auf der großen Bühne zu zeigen, vielleicht ja schon bei der WM im Sommer.
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Quelle: SNTV

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