Conference League: UEFA ermittelt gegen 1. FC Köln und OGC Nizza nach heftigen Krawallen und Ausschreitungen

Die Disziplinarkammer der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat nach den schweren Ausschreitungen beim Conference-League-Spiel des 1. FC Köln bei OGC Nizza Verfahren gegen den Bundesligisten und den französischen Klub eröffnet. Gegen den FC wird wegen drei unterschiedlicher Verstöße ermittelt, eine Entscheidung wird die UEFA "zu gegebener Zeit" bekannt geben.

In Nizza kam es zu schweren Ausschreitungen

Fotocredit: Getty Images

Am Donnerstag hatte es schwere Auseinandersetzungen im Stadion und dessen Umfeld gegeben, mehrere Menschen wurden verletzt.
Der Anstoß verzögerte sich um eine Stunde, letztlich holte der FC ein 1:1 (1:0). Gegen Köln wird wegen des "Werfens von Gegenständen", des "Entzündens von Feuerwerkskörpern" und "Krawalls in der Menge" ermittelt.
Als mögliche Sanktion könnte dem Klub drohen, dass er bei künftigen Auswärtsspielen ohne Fans auskommen muss. Angesichts der Schwere der Ausschreitungen könnten weitere Strafen als Bewährung ausgesprochen werden.
Gegen Nizza als gastgebender Verein werden noch deutlich mehr Anschuldigungen erhoben. In insgesamt acht Punkten ermittelt die UEFA gegen die Franzosen.

Keller kritisiert Verhalten: "Dann stehst du unter Beobachtung"

"Wir schauen, was von der UEFA jetzt kommt", sagte Geschäftsführer Christian Keller am Freitag: "Wir wissen mittlerweile, dass das Spiel am kommenden Donnerstag zum Risikospiel hochgestuft wurde."
Nach dem Fehlverhalten einiger FC-Fans in der Europa-League-Saison 2017/2018 in London und Belgrad gebe es indes keine Bewährung, diese wurde damals durch die UEFA nach einem Einspruch zurückgenommen. Keller glaubt jedoch: "Wenn du einmal Blödsinn gemacht hast, stehst du eher unter Beobachtung."
Keller betonte, dass die Gewalttäter "nicht die aktive Fanszene" repräsentierten.
Es handele sich um 50 bis 70 Personen, "das waren Hooligans und ein paar Leute, die sich durch Vorkommnisse vor dem Spiel haben anstacheln lassen, was auch total falsch ist". Keller lobte in diesem Zusammenhang die Zivilcourage anderer FC-Fans, die sich im Stadion gegen Gewalt positionierten.

Baumgart beobachtete die Szenen aus der Loge

Deutlich wurde Keller in Bezug auf verfehlte Sicherheitsmaßnahmen der Gastgeber in Nizza.
Die Kölner hätten im Vorfeld "ein deutlich höheres Polizeiaufkommen" und auch "eine bessere Fantrennung" dringend empfohlen: "Es war bekannt, dass wahrscheinlich Mitglieder der verbotenen Gruppierung von Paris St. Germain kommen, darauf haben wir hingewiesen und Vorschläge gemacht. Diese wurden aber größtenteils nicht angenommen."
Steffen Baumgart konnte die hässlichen Szenen im Stadion nicht begreifen: "Ich halte mich nicht für den ängstlichsten Menschen", sagte ein mitgenommener Baumgart am Tag danach, "aber ich glaube, ich brauche eine ganze Weile, um das zu verarbeiten. Das wird mich lange begleiten", so der FC-Coach.
Baumgart, Gelb-Rot gesperrt, stand bereits in seiner Loge und sah alles aus nächster Nähe: "Was ich erlebt habe, war einfach nackte Gewalt. Es ging nur darum, Leuten zu schaden."
(SID)
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Quelle: Perform

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