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DFB-Frauen: Steffi Jones entlassen - Horst Hrubesch übernimmt

"Bedaure Entscheidung": Jones gefeuert, Hrubesch übernimmt Fußball-Frauen
Von SID

13/03/2018 um 13:56Aktualisiert 13/03/2018 um 20:21

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich von Bundestrainerin Steffi Jones (45) getrennt. Sechs Tage nach dem schlechten Abschneiden beim Vier-Nationen-Turnier SheBelieves Cup in den USA gab der Verband am Dienstag das Ende der Zusammenarbeit bekannt. Horst Hrubesch übernimmt den zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister interimsweise.

"Steffi Jones ist die Aufgabe als Trainerin mit großem Engagement und Einsatz angegangen, dafür möchte ich ihr im Namen des gesamten Präsidiums sehr herzlich danken. Sie ist und bleibt ein prägendes Gesicht des deutschen Frauenfußballs, und ich würde mich freuen, wenn sie in anderer Funktion dem DFB und dem Frauenfußball erhalten bleibt", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Hrubesch wünschte er via Twitter "viel Erfolg für die nächsten Spiele".

"Ich bedaure diese Entscheidung des DFB sehr. Ich war mit vollem Engagement und Leidenschaft Trainerin dieser Mannschaft", teilte Jones mit:

"Wir befinden uns mit dem Frauenfußball in einer schwierigen Umbruchsituation, und ich hätte gerne diesen Umbruch weiter engagiert gestaltet."

Die 111-malige Nationalspielerin Jones hatte das Amt nach dem Olympiasieg 2016 ohne jegliche Erfahrung als Cheftrainerin von Silvia Neid übernommen.

Steffi Jones nur zwei Jahre Bundestrainerin

Unter Jones' Führung war die deutsche Auswahl bei der EM im vergangenen Sommer bereits im Viertelfinale gescheitert. Dennoch verlängerte der DFB den Vertrag der Fußballlehrerin anschließend bis zur WM im kommenden Jahr in Frankreich.

Die nächsten Qualifikationsspiele bestreitet Deutschland am 7. und 10. April gegen Tschechien und in Slowenien. Nach drei Siegen aus vier Spielen führt das DFB-Team die Gruppe 5 derzeit an.

Ausschlaggebend für die Entscheidung des Präsidiums waren die Empfehlungen von Oliver Bierhoff und Joti Chatzialexiou, dem Sportlichen Leiter Nationalmannschaften, nach einer "intensiven Analyse der vergangenen Monate". Nach "SID"-Informationen hat sich auch ein großer Teil der Mannschaft gegen Jones ausgesprochen.

Bierhoff sagte zum Trainerwechsel:

"Wir wollen den Wechsel nutzen, um die Strukturen im Frauenfußball weiter zu professionalisieren, die Verzahnung mit dem Männerbereich zu verstärken und neue konzeptionelle Wege zu gehen."

Nachfolge von Hrubesch noch offen

Junioren-Nationaltrainerin Maren Meinert, die 2003 mit dem Weltmeistertitel ihre aktive Karriere beendete, wäre für den DFB eine erfolgreiche Frau aus den eigenen Reihen.

Auch Jones' Vorgängerin Silvia Neid arbeitet nach wie vor beim Verband. Zudem werden Ralf Kellermann (Sportchef beim VfL Wolfsburg) und Martina Voss-Tecklenburg (Schweizer Nationaltrainerin) gehandelt.

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