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Borussia Dortmund - SV Werder Bremen | Werder haut BVB in epischem Pokal-Thriller raus
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Publiziert 05/02/2019 um 23:29 GMT+1 Uhr
Werder Bremen hat bei Borussia Dortmund in einem wahren Pokal-Thriller mit 7:5 n.E. (3:3, 1:1, 1:1) gewonnen und damit nach 2017/18 erneut das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht. Nach 90 Minuten hatte es 1:1 gestanden, in der Verlängerung überschlugen sich mit vier Toren in 14 Minuten die Ereignisse. Martin Harnik erzwang das Elfmeterschießen (118.), in dem Werder die besseren Nerven hatte.
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Fotocredit: Eurosport
So lief das Spiel:
Weil mit Roman Bürki und Marwin Hitz gleich zwei BVB-Keeper grippekrank ausfielen, rückte U23-Torwart Eric Oelschlägel gegen seinen Ex-Klub Werder zwischen die Pfosten.
Dabei erlebte der 23-Jährige einen bitteren Einstand, weil gleich der erste Bremen Abschluss im Netz zappelte. Milot Rashica fälschte eine Freistoß-Hereingabe von Max Kruse mit der Fußspitze unhaltbar zur frühen Bremer Führung ab (5.).
Dortmund drückte in der Folge aufs Tempo, gegen die kompakte Werder-Abwehr blieb Mario Götzes Hackenschuss lange Zeit die beste Chance (15.) - bis zum Geniestreich von Marco Reus in der Nachspielzeit.
Der mit begnadeter Schusstechnik ausgestattete BVB-Kapitan versenkte einen Freistoß aus 20 Metern unhaltbar für Werder-Torwart Jiri Pavlenka halbhoch in der linken Ecke (45.+2). Es sollte die letzte Aktion von Reus gewesen sein, der mit muskulären Problemen im Oberschenkel in der Kabine blieb.
Nach dem Seitenwechsel neutralisierten sich beide Mannschaften in einer taktisch geprägten Hälfte weitestgehend, ein von Oelschlägel parierter Kruse-Schuss blieb lange der einzige Abschluss (54.).
Erst in der Nachspielzeit nahm das Spiel nochmal an Fahrt auf: Oelschlägel parierte einen abgefälschten Kruse-Freistoß reaktionsstark (89.), auf der Gegenseite touchierte Thomas Delaneys Kopfball nur die Oberkante der Latte (90.+1).
In der Verlängerung gab es zunächst wieder Leerlauf, ehe Christian Pulisic in der 105. Minute den Wahnsinn in Dortmund eröffnete. Ein Solo von der Mittellinie mit anschließendem Doppelpass mit Pablo Alcácer vollendete die Chelsea-Leihgabe zum 2:1.
Werder steckte nicht auf und kam drei Minuten später durch Schlitzohr Claudio Pizarro zurück, der aus spitzem Winkel den Ausgleich für Bremen markierte (108.).
Doch damit nicht genug: Fünf Minuten später war wieder der BVB am Zug und stellte in Person von Achraf Hakimi nach guter Vorarbeit vom Maximilian Philipp auf 3:2 (113.).
Doch Werder bewies ein weiteres Mal große Moral und setzte dem Spektakel die Krone auf. Martin Harnik traf nach einer Ecke per Kopf (118.) und rettete die Grün-Weißen ins Elfmeterschießen. Oelschlägel sah bei diesem Gegentreffer nicht gut aus.
Im Elfmeterschießen scheiterten mit Alcácer und Philipp gleich die ersten beiden BVB-Schützen an Pavlenka, während alle Werder-Schützen (Pizarro, Maximilian Eggestein, Davy Klaassen, Max Kruse - sowie Axel Witsel und Julian Weigel bei Dortmund) sicher verwandelten.
Nach dem finalen Elfmeter von Kruse brachen bei den Norddeutschen alle Dämme.
Die Stimmen:
Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Es ist ärgerlich, dass wir im Pokal raus sind. Schade, dass wir das 3:3 nicht verhindern konnten. Die Leistung von unserem Torwart war aber in Ordnung. Wir werden unser Spiel genau analysieren."
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Ich hatte schon ruhiger Abende. Wir haben – auch wenn es dramatisch war – verdient gewonnen. Wir hatten viele solcher Spiele in dieser Saison und haben immer noch verloren oder remis gespielt. Heute haben wir es endlich geschafft."
Eric Oeschlägel (Borussia Dortmund): "Für mich persönlich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Der Ausgang des Spiels ist für uns natürlich sehr ärgerlich."
Claudio Pizarro (Werder Bremen): "Heute war sehr wichtig, weil das letzte Spiel in Nürnberg nicht gut. Heute hatten wir die Möglichkeit es besser zu machen und haben es geschafft. Wir wollen nach Berlin!"
Max Kruse (Werder Bremen): "Diese Emotionen heute sind Wahnsinn. Wir haben uns das total verdient, mit Leidenschaft gekämpft und zwei Mal einen Rückstand aufgeholt. Einen großen Dank an die ganze Mannschaft."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Reus raus, Stecker raus
Mit der Auswechslung von Marco Reus wurde einmal mehr deutlich, wie sehr der BVB am Tropf seines Spielführers hängt. Im gesamten zweiten Durchgang gab der BVB einen einzigen Torschuss ab - aus dem Spiel ging bei den Borussen nichts. Dass der BVB in der Verlängerung zu Chancen kam, war einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass Werder auf Viererkette umstellte und sich zwangsläufig mehr Räume für die Hausherren ergaben. Fällt Reus aus, fehlt dem BVB ein Plan-B.
Die Statistik: 3
Der BVB ging in jedem seiner drei Pokalspiele in dieser Saison in die Verlängerung - nach Siegen bei Greuther Fürth (2:1 n.V.) und gegen Union Berlin (3:2 n.V.) diesmal mit schlechterem Ende für die Dortmunder.
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