FC Bayern zeigt gegen Eintracht Frankfurt Schwächen

Der FC Bayern München steht nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg über Eintracht Frankfurt zum dritten Mal in Folge im DFB-Pokal-Finale. Der Weg dorthin war jedoch steiniger als gedacht und offenbarte eine der wenigen Schwächen des Rekordmeisters unter Hans-Dieter Flick. Im Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach droht ein ähnlich enges Spiel, denn vorne gehen dem Rekordmeister die Scorer aus.

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"Summa summarum war es mit eines der pomadigsten Halbfinals, die ich so in Erinnerung hab", analysierte ein sichtlich erschöpfter Thomas Müller nach 2:1 (1:0)-Erfolg über Eintracht Frankfurt und dem damit verbundenen dritten Einzug ins DFB-Pokalfinale in Serie, seinem insgesamt elften.
"Müde" und "geschlaucht" sei man gewesen, die vergangenen Wochen seit dem Bundesliga-Restart forderten ihren Tribut. Auch vom FC Bayern, der im Jahr 2020 (17 Spiele, 16 Siege, ein Unentschieden) bislang den Eindruck der Unverwundbarkeit hinterlassen hatte.

Bayern-Trainer Flick kritisiert den DFB

Seit dem 16. Mai, dem Tag, an dem die Bundesliga nach der 66-tägigen Coronapause als erste große Liga in Europa den Spielbetrieb wieder aufnahm, stand das Team von Trainer Hans-Dieter Flick in dreieinhalb Wochen sechs Mal auf dem Rasen. Nichts wirklich ungewohntes für die Bayern zu dieser Jahreszeit, nach einem Kaltstart mitten in der Saison jedoch direkt ein solch vollgepacktes Programm zu absolvieren, ist nicht ganz ohne.
"Ich glaube, die Spieler haben nach der Pause wirklich viele Spiele, die sie machen müssen. Nicht nur wir, sondern alle", befand auch Flick nach Spielende am Mikrofon der "ARD" und merkte in Richtung DFB an: "Da hätten man so ein Halbfinale, ähnlich wie es in der Champions League ist, vielleicht auch nach der Runde machen können, um sich erst einmal komplett auf die Bundesliga konzentrieren zu können.”
Er habe diese Dinge "auch intern von Anfang an so gesagt", meinte Flick leicht entnervt, "aber leider ist beim DFB da keiner auf die Idee gekommen, das auch umzusetzen."

FC Bayern: Erst furios, dann schlecht verwaltet

Sei’s drum, am Ende steht das gewohnte Ergebnis - ein Sieg. Zudem war es schließlich auch für die Eintracht das sechste Spiel im gleichen Zeitraum. Es darf den Münchnern also durchaus zu denken geben, dass nach dem Seitenwechsel aus einer furiosen Leistung eine pomadige, schlecht verwaltete wurde.
In den vergangenen Wochen war es eine gewisse Torgeilheit, die den FC Bayern befiel. Ein Torverhältnis von 17:4 (3,4 Tore pro Spiel) seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs, insgesamt steuern die Münchener (90 Tore) mit großen Schritten auf die 100-Tore-Marke in der Liga zu. Eine magische Marke, die bisher natürlich nur die Münchner geknackt haben - in der Saison 1971/72 erzielten die Bayern 101 Treffer.
Gegen Frankfurt spielte die Mannschaft genau diese Stärke jedoch nicht aus, sondern versuchte, das Spiel in der zweiten Halbzeit zu verwalten. Nicht die Paradedisziplin der Münchner unter Flick, wie man bereits zu Beginn der Rückrunde in einigen Partien beobachten konnte.

Keine neue Energie von der Bayern-Bank

Am Mittwoch kam Frankfurt mit Biss aus der Kabine und riss das Spiel völlig überraschend an sich. Ein Kontrollverlust, wie ihn die Bayern lange nicht erlebten und der den Ausgleichstreffer durch Danny da Costa (69.) zur Folge hatte.
"In der ersten Halbzeit hätten wir unsere Chance reinmachen müssen, ein, zwei Tore mehr machen müssen, dann wäre die zweite Halbzeit etwas anders verlaufen", haderte Flick, der mit drei defensiven Wechseln (Lucas Hernández für Ivan Perisic, Thiago für Kingsley Coman und Javi Martínez für Leon Goretzka) versuchte, Spielkontrolle zurückzugewinnen.
Doch die Wechsel verfehlten ihre Wirkung. Thiago, vor seiner Leistenverletzung in überragender Form, sucht noch nach selbiger und erwischte schwache 29 Minuten, die von Ballverlusten und falschen Entscheidungen geprägt waren.
Die Einwechslung von Rekordeinkauf Lucas Hernández verfehlte ebenfalls ihre Wirkung. Den Franzosen auf die Linksverteidigerposition zu schicken und dafür Alphonso Davies vorzuschieben, kostete Bayern die gewohnte Statik der vergangenen Wochen.

FC Bayern: Geschwächt ins Topspiel gegen Gladbach

Genau diese Statik braucht es aber im Endspurt der Bundesliga, um den achten Titel in Folge schnell einzutüten. Bereits am kommenden Wochenende könnte es soweit sein, vorausgesetzt die Münchner gewinnen ihr Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag ab 18:30 Uhr im Liveticker) und der BVB hat zuvor bei Fortuna Düsseldorf (Samstag ab 15:30 Uhr im Liveticker) verloren.
Keine leichte Aufgabe, denn Flick muss auf mindestens zwei absolute Leistungsträger verzichten. Robert Lewandowski und Müller fehlen jeweils gelbgesperrt, zudem ist ein Einsatz des gegen Frankfurt wegen einer Rückenprellung ausgefallenen Serge Gnabry nicht gesichert.
“Wir haben noch zwei Tage und wir hoffen, dass er gegen Gladbach spielen kann. Serge ist sehr wichtig in unserer Situation”, gibt sich Flick jedoch leicht optimistisch.
Wird der deutsche Nationalspieler nicht rechtzeitig fit, droht den Bayern ein ähnlich enges Spiel wie gegen Frankfurt. Denn dann fehlen dem Rekordmeister (inkl. Philippe Coutinho) seine vier besten Scorer.
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