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Werder - BVB | Duell Moisander gegen Reyna entscheidet das Spiel
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Publiziert 05/02/2020 um 01:09 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund ist überraschend bei Werder Bremen aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Das Spiel entwickelte sich zu einer ausgewachsenen Pokalschlacht und schrieb jede Menge Geschichten. Wie zum Beispiel die Auferstehung der abstiegsbedrohten Bremer oder das nächste Jokertor von BVB-Rakete Erling Haaland. Eine Szene sorgte aber für besonderen Gesprächsstoff. Drei Dinge, die uns auffielen.
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1. Eine Szene, zwei Meinungen
Es gibt Fußballspiele, die werden durch eine einzige Szene entschieden. Ein Tor, ein Foul, eine Schiedsrichterentscheidung.
Der epische Pokalfight zwischen Werder und dem BVB gehört sicher nicht dazu, dafür gab es zu viel zu sehen. Und dennoch wurde nach Schlusspfiff besonders über diesen einen Zwischenfall im Bremer Strafraum gesprochen.
Dort waren in der 81. Spielminute Bremens Kapitän Niklas Moisander und Dortmund Emporkömmling Giovanni Reyna aneinandergeraten. Zunächst im Zweikampf und dann noch einmal ohne Ball. Jedes Mal ging Reyna zu Boden. Einen Strafstoß verhängte Schiedsrichter Guido Winkmann dennoch nicht - obwohl er sich die Szene ausgiebig auf dem Videobeweis-Monitor außerhalb des Spielfelds angesehen hatte.
Vielmehr zückte der Unparteiische für beide Spieler Gelb. Reyna bekam die Karte gezeigt, weil er im Ausgangszweikampf angeblich "schwalbte". Moisander, weil er den BVB-Jungstar danach zu Boden stieß. Dies konnte allerdings auf Grund der als solche diagnostizierten Schwalbe nicht mehr mit einem Elfmeter geahndet werden.
Es wäre die Chance zum späten 3:3 gewesen.
"Wenn ich das sehe, ist das Rot und Elfmeter", wurde Mats Hummels nach der Partie deutlich. Und weiter:
Für seinen Mitspieler Julian Brandt war die Geschichte weniger klar. Der Nationalspieler sah keine Tätlichkeit, weil er keinen klaren Schlag ins Gesicht von Reyna erkennen konnte. "Mittlerweile sind wir an dem Punkt angekommen, wo jeder Schiedsrichter das für sich selbst entscheidet", meinte Brandt lapidar und ärgerte sich viel mehr über die verlorenen vier Minuten Spielzeit, mitten in einer eigenen Drangphase.
Fakt ist: Die Borussia hatte auch nach Reynas doppeltem Fall noch Chancen zum Ausgleich, vergab diese aber. Der Sieg Werders fußt nicht auf einer diskussionsträchtigen Schiedsrichterentscheidung. Er hing in dieser 81. Minute aber an einem seidenen Faden.
2. Favre muss sich die Haaland-Frage stellen
Dieser Norweger ist einfach ein Phänomen. Sieben Tore in drei Pflichtspielen hatte Dortmunds neuer "Wunderstürmer" bis zum Bremen-Spiel auf der Habenseite angehäuft. Eigentlich ein solides Bewerbungsschreiben für einen Platz in der Startelf.
Lucien Favre aber ließ den 19-Jährigen zunächst auf der Bank. Der BVB-Trainer vertraute darauf, dass seine alteingesessene Offensive um Marco Reus, Jadon Sancho und Thorgan Hazard für die nötige Durchschlagskraft sorgen würde. Das allerdings war nicht der Fall.
"Unsere erste Halbzeit war nicht gut. Wir haben mit zu wenig Tempo gespielt, zu wenige Zweikämpfe gewonnen, waren immer zu spät", musste der Trainer später selbst zugeben. Brandt bemängelte "zu wenig Tiefe" im eigenen Spiel und Hummels sagte, man habe "einfach immer die falschen Dinge gemacht". Mit Haalands Bankplatz, so jedenfalls sah es der Abwehrchef, habe das aber nichts zu tun gehabt.
Komisch nur, dass all dies viel besser wurde, als der neue Stürmerstar zu Beginn der zweiten Halbzeit schließlich eingewechselt wurde.
Wie schon in Augsburg schaffte es der Neuzugang, seinem Team ein ganz anderes Gesicht zu verleihen. Er ging voran, riss durch Körpersprache mit und vermittelte unbedingten Siegeswillen.
Coach Favre muss nun herausfinden, ob all diese Attribute auch von anderen Spielern verkörpert werden können. Ist dies nicht der Fall, darf er seinen neuen Stürmer nicht mehr draußen lassen.
3. Am Pokal kann man sich aufrichten
Aus Florian Kohfeldt sprach nach dem überraschenden Sieg die pure Freude, aber auch Entschlossenheit.
Der Werder-Coach erkannte genau, dass in diesem magischen Pokalabend viel mehr steckte, als ein schnöder Viertelfinaleinzug. Für Bremen kann das Spiel gegen den Spitzenklub aus dem Ruhrgebiet im Rückblick zu einem echten Wendepunkt werden.
In der Bundesliga im tiefen Abstiegssumpf steckend, zeigte Kohfeldts Mannschaft im Duell mit dem BVB, was (eigentlich) in ihr steckt. "Wir haben unseren Fußball wiedergefunden, ein Umschalttor geschossen und eins nach einer Standardsituation. Für uns war wichtig, das zu sehen", freute sich der Trainer.
Der 37-Jährige hofft nun, dass dies auf den Ligabetrieb abfärbt. Viel Spaß hätte ihm das Spiel seiner Mannschaft gemacht, sagte er. "Das hat die Fans für vieles entschädigt. Aber es hat uns punktemäßig nicht vorangebracht."
Das kann erst am kommenden Wochenende geschehen, wenn Werder gegen Union Berlin antritt. "Das ist ein extrem wichtiges Spiel", sagte der Trainer noch, "aber da muss ich niemanden ermahnen. Das wissen die Jungs selbst."
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