Borussia Dortmund erwischte den perfekten Start in das Pokal-Finale. Nach einem Ballgewinn von Marco Reus gegen Kevin Kampl landete der Ball zwei Stationen später bei Jadon Sancho (5.), der die Kugel aus 14 Meter ins Tor schlenzte.
Beide Mannschaften suchten in der Anfangsphase gegen den Ball das frühe Pressing, so ergab sich ein aggressiv geführtes Spiel, bei dem Chancen allerdings zunächst Mangelware waren.
In einer Phase, in der RB Leipzig sich dem Dortmunder Tor immer mehr annäherte, schlug der BVB eiskalt zu. Wieder eroberte Reus einen Ball, der Dortmunder Kapitän schickte Erling Haaland (28.) auf die Reise, der sich im Zweikampf robust gegen Dayot Upamecano durchsetzte und Peter Gulacsi aus acht Metern keine Chance ließ.
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VOR 16 STUNDEN
Leipzig fehlte im letzten Drittel die Durchschlagskraft, RB kam erst kurz vor der Pause zur ersten gefährlichen Möglichkeit. Alexander Sörloth (39.) traf nach einer guten Einzelaktion von Dani Olmo aber nur das Außennetz.
Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang dem BVB die Vorentscheidung: Mahmoud Dahoud schickte bei einem BVB-Konter Reus mit einem perfekt getimten Zuspiel, der 31-Jährige war auf und davon und legte den Ball kurz vor Gulacsi auf Sancho (45.+1) quer, der nur noch ins leere Tor einschieben musste. Schiedsrichter Dr. Felix Brych entschied zunächst auf Abseits, gab den Treffer allerdings nach kurzer Beratung mit VAR Günter Perl.
Gut 20 Sekunden nach Wiederanpfiff hatte RB die große Möglichkeit, auf 1:3 zu verkürzen. Doch der eingewechselte Christopher Nkunku (46.) hob eine Flanke von Amadou Haidara freistehend aus kurzer Distanz nur an die Latte.
Leipzig kam mit Wut im Bauch aus der Kabine und startete einen regelrechten Sturmlauf auf das Dortmunder Tor. Doch Bürki entschärfte Distanzschüsse von Marcel Sabitzer (47.) und Dani Olmo (48.) sicher.
Zehn Minuten später war Olmo (58.) dem Torerfolg deutlich näher, doch der Spanier scheiterte nach guter Vorarbeit von Yussuf Poulsen aus kurzer Distanz am stark postierten Bürki.
Leipzig blieb am Drücker: Marcel Sabitzer traf nach einer starken Einzelaktion des eingewechselten Konrad Laimer nur den Pfosten, doch wenige Sekunden später landete der Ball über Umwege bei Olmo (71.), der die Kugel aus knapp 20 Metern in den Winkel hämmerte.
Das Spiel wurde anschließend hektischer – und RB kam nach einem zu kurz geratenen Rückpass von Sancho am eigenen Strafraum fast zum 2:3. Nkunku legte sich den Ball an Bürki vorbei, kam dabei aber ins Straucheln und konnte nicht ins leere Tor einschieben. Nkunku stand schnell wieder auf und legte den Ball in den Rückraum, doch Olmo (75.) schob die Kugel aus 16 Metern deutlich am Tor vorbei.
Wenige Minuten später war es wieder Nkunku, der den Anschluss herstellen konnte, doch einen Schuss aus 14 Metern fälschte Mats Hummels ab, so kullerte die Kugel neben das Tor.
Dortmund bekam in den letzten Minuten viel Platz zum Kontern. Sancho (84.) tauchte nach einem Pass von Thomas Delaney frei vor Gulacsi auf, umkurvte den Torhüter, verpasste es allerdings, den Ball ins leere Tor einzuschieben. Sancho zögerte und brachte so Gulacsi zurück ins Spiel, der RB-Torhüter hielt Leipzig im Spiel.
Drei Minuten später entschied dann jedoch Haaland die Partie. Wieder konterte der BVB über Sancho, der Brite fand Haaland (87.) an der Strafraumgrenze und der Dortmunder Torjäger verwandelte etwas kurios im Fallen zur endgültigen Entscheidung.
Dortmund rettet damit die eigene Saison und gewinnt zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte den DFB Pokal. Für Julian Nagelsmann endet die RB-Laufbahn ohne Titel.

Stimmen des Spiels:

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Das war sicher nicht unser bestes Spiel, aber wir haben den Schlüssel zum Erfolg gefunden. Ich habe meine Stimme extrem gerne geopfert. Wir bekommen ständig auf die Fresse, wenn es nicht läuft, jetzt haben wir es uns alle verdient, heute diesen Abend zu genießen. Die Saison ist für uns noch nicht vorbei. Wir wollen als Pokalsieger noch sechs Punkte in der Liga holen und in die Champions League einziehen."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Das sind unglaubliche Momente. Was wir heute für ein Spiel gezeigt haben, welche Moral wir in den vergangenen Wochen bewiesen haben, wie wir uns in diese Saison zurückgekämpft haben. Das macht uns unheimlich stolz. Ich hatte vor dem Spiel ein gutes Gefühl. Wir haben in der zweiten Halbzeit schon etwas Glück, Leipzig war am Drücker. Für Edin war es nicht leicht, als unerfahrener Trainer die Mannschaft anzuführen. Wir haben ihn immer unterstützt, auch, wenn die Ergebnisse nicht gestimmt haben. Aber wir haben uns wieder gefangen."
Lukas Piszczek (Borussia Dortmund): "Das heute werde ich für mein Leben mitnehmen. Ich hätte mir das vor der Saison nicht vorstellen können. Aber ich wollte die Zeit hier am liebsten mit einem Titel beenden. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und finde keine Worte. Das waren Emotionen pur. Ich wusste, dass meine Karriere langsam zu Ende geht. In meinen kühnsten Träumen konnte ich mir nicht vorstellen, dass das auf diese Weise gelingt."
Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig): "Glückwunsch an Dortmund zu dem verdienten Sieg. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir haben sicherlich in der ersten Halbzeit mit drei individuellen Fehlern drei Tore kassiert. In der zweiten Halbzeit haben wir gut gespielt, doch es hat einfach das Spielglück gefehlt. Viel Latte, viel Pfosten, das ist natürlich bitter. Wir haben in der zweiten Halbzeit Mentalität gezeigt, gekämpft und alles in die Waagschale geworfen. Klar ist das bitter, wir sind hier nicht nach Berlin gefahren, um einen Ausflug zu machen. Das tut natürlich weh."
Yussuf Poulsen (RB Leipzig): "Wir waren in der ersten und zweiten Halbzeit überlegen, konnten aber die Konter nicht verhindern. Die haben gefühlt drei Chancen gehabt und drei Tore gemacht. Das muss man dann auch anerkennen, die haben natürlich eine Menge Qualität. Wir hatten viele Großchancen, doch wir haben unsere Möglichkeiten liegen gelassen. Am Ende des Tages hast du es aber auch nicht verdient, wenn du zur Pause 0:3 zurückliegst."

Das fiel auf: Dortmunder Effizienz als Schlüssel

Der BVB entschied die Partie bereits in der ersten Halbzeit. Grund dafür war vor allem die Effizienz, die Dortmund an den Tag legte. RB machte über weite Strecken das Spiel, doch die Borussia nutzte ihre wenigen Chancen eiskalt aus. Die individuelle Qualität von Haaland, Sancho und Reus war beeindruckend, gerade der Dortmunder Kapitän überragte mit zwei Assists und dem starken Ballgewinn vor dem 1:0.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 20

Erling Haaland ist mit 20 Jahren der jüngste Spieler, der in einem DFB-Pokal-Finale einen Doppelpack erzielte.

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