Der BVB trat zum Achtelfinal-Duell gegen Zweitligist Paderborn ohne Mats Hummels (Knieprobleme) an, Kapitän Marco Reus und Europameister Raphael Guerreiro saßen zudem auf der Bank.
Das Unternehmen Viertelfinale nahm für Borussia Dortmund bereits nach sechs Minuten erste Formen an, als Emre Can den BVB nach einer Ecke mit einem trockenen Abschluss in die lange Ecke in Führung brachte (6.). Während Nico Schulz (8.) kurz darauf das 2:0 noch verpasste, baute Jadon Sancho in der 16. Minute die Dortmunder Führung aus.
Einen Abschlag von Marwin Hitz verlängerte Julian Brandt per Kopf auf Erling Haaland, der den Ball stark behauptete und für Sancho durchsteckte. Der Engländer blieb frei vor SCP-Torhüter Leopold Zingerle cool und traf per Flachschuss mit der Pike zum 2:0 (16.).
DFB-Pokal
VAR-Wahnsinn in Minute 96: Elfmeter für Paderborn statt Treffer für den BVB
02/02/2021 AM 21:54
Von Aufgeben war bei Paderborn jedoch keine Spur – im Gegenteil: Die Baumgart-Elf zog ihren mutigen, furchtlosen Offensivstil konsequent durch und vergab in der Folge durch Dennis Srbeny (25.) und Christopher Antwi-Adjei (31.) zwei Großchancen auf den Anschlusstreffer, die der stark aufgelegte Hitz jeweils glänzend vereitelte.
Nach dem Seitenwechsel knüpfte Paderborn nahtlos an den engagierten Auftritt an, von Dortmund kam kaum noch offensive Entlastung. In der Schlussphase belohnte sich Paderborn für seinen beherzten Auftritt und kam zunächst durch Julian Justvan zum Anschluss. Bei dessen Schuss aus 14 Metern machte Hitz nicht die beste Figur (79.).
Paderborn glaubt bis zum Schluss an seine Chance und tatsächlich noch zum Ausgleich. Ein Passlack-Foul an Ingelsson ließ Schiedsrichter Stieler zunächst weiterlaufen, Haaland traf aus dem resultierenden BVB-Angriff zum scheinbaren 3:1. Auf Meldung des VAR sah sich Stieler die Szene nochmal am Seitenrand, nahm das Haaland-Tor zurück und entschied zurecht auf Strafstoß. Der eingewechselte Prince Owusu verwandelte in buchstäblich letzter Sekunde zum 2:2-Ausgleich (90.+7).
In der Verlängerung dann die spielentscheidende Szene: Bei einem Pass von Delaney aus der eigenen Hälfte berührte Paderborns Ingelsson den Ball wohl noch leicht, wodurch dieser in den Lauf des im Abseits stehenden Haaland durchrutschte. Der Norweger blieb frei vor Zingerle cool und vollendete flach zum 3:2 in die linke Ecke (95.).
Doch der BVB musste fast fünf Minuten auf die Bestätigung des Treffers warten, ehe Schiedsrichter Stieler auf den Anstoßpunkt zeigte. Die minimal Berührung von Ingelsson hob nach Ansicht von Stieler die Abseitsposition von Haaland auf - eine extrem umstrittene Entscheidung, da der Ball selbst durch Ingelssons minimale Berührung seine Richtung nicht änderte und von einem bewussten Rückpass keine Rede sein konnte.
In der Folge schwanden bei beiden Teams in einem intensiven Pokal-Krimi die Kräfte. Dortmund ließ noch mehrere gute Konterchancen leichtfertig liegen, Paderborn vergab durch Justvan (120.+3) sowie Schonlau (120.+4) seine letzten Chancen aus der Distanz.

Die Stimmen:

Thomas Delaney (Borussia Dortmund): "Wir kamen richtig gut raus und schnell zwei Tore gemacht. Dann wurde es ein Pokalspiel, wo alles passieren kann. Ich hoffe, dass es wenigstens für die Zuschauer zu Hause ein geiles Spiel war. Für uns war es hart."
Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn): "Wir haben wieder die ersten 20 Minuten ein bisschen verschlafen, das müssen wir besser verteidigen. Wir sind wieder aufgestanden und haben uns das Unentschieden verdient. Der Schiedsrichter hat das Siegtor erklärt. Er hatte die Wahrnehmung, dass der Ball von unserem Spieler gespielt wurde. Ich hätte zumindest erwartet, dass er sich das noch einmal anguckt. Ich sehe da keine Veränderung des Balles, das ist eine absolute Frechheit. So ein Spiel so abzugeben, daraus eine Berührung des Balles zu machen, ist frech. Langsam wird's lächerlich. Nicht rauszugehen, um sich das anzugucken, das ärgert mich. Da machen wir uns zum Affen. "
Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Ich habe die Szene zum 3:2 noch nicht am Fernseher gesehen. Von der Seitenlinie aus ging es darum, ob es beim Pass auf Erling Haaland einen leichten Ballkontakt gegeben hatte. Das dauerte ewig und ging hin und her. Zehn Sekunden lang hieß es Abseits, dann wieder doch nicht. Es fällt mir aber schwer, da jetzt schon eine genaue Meinung zu haben."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: BVB verfällt in Passivität

Nach einer überragenden Anfangsphase und einer scheinbar sicheren 2:0-Führung ließ sich der BVB von Paderborn mit zunehmender Spiedauer den Schneid abkaufen und verfiel immer weiter in Passivität. Im Mittelfeld leistete sich die Terzic-Elf viele einfach Ballverluste und ließ gute Konterchancen durch ungenaue Zuspiele schon im Ansatz liegen. Paderborn ließ sein Herz auf dem Platz, gab im zweiten Durchgang mehr Torschüsse ab als der BVB und verdiente sich so den Ausgleich in der Nachspielzeit.

Die Statistik: 26

In den letzten 26 DFB-Pokal-Duellen gegen tieferklassige Gegner hat sich der BVB immer durchgesetzt.
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