So lief das Spiel:

Vor rund drei Wochen war der MSV den Dortmundern im Testspiel noch 1:5 unterlegen – am Montagabend sollte sich das in der ersten DFB-Pokal-Runde ändern. Und das war den Gastgebern anzumerken: Die Zebras begannen druckvoll und mit intensiver Laufarbeit, die Borussia schien zeitweise beeindruckt.

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Doch wie das für Favoriten so üblich ist, fand der BVB nach rund zehn Minuten in die Partie. Jadon Sancho, Giovanni Reyna und Thomas Meunier kombinierten mehrfach stark über die rechte Seite, allein der letzte Pass war in der Anfangsphase nicht präzise genug.

Nach 13 Minuten half dem BVB ein Elfmeter dann endgültig in die Partie: Bei einer Flanke von Axel Witsel hatte MSV-Verteidiger Maximilian Sauer den Arm viel zu weit draußen, lenkte so den Ball entscheidend ab. Schiedsrichter Robert Kampka blieb gar nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen, Sancho verwandelte souverän zum 0:1 (14.).

Nach einer Hacken-Vorlage von Thorgan Hazard verwandelte Neuzugang Jude Bellingham zum 0:2 (30.), MSV-Keeper Leo Weinkauf war zwar noch dran, konnte aber nur noch abfälschen. Nur acht Minuten später sah Dominic Volkmer nach einer Notbremse gegen Erling Haaland die Rote Karte (38.) – wie schon beim Elfmeter hart aber unvermeidlich; der Norweger war allein aufs Duisburger Tor zugegangen.

Thorgan Hazard setzte den unmittelbar folgenden Freistoß wunderschön ins linke Kreuzeck (0:3, 39.) – spätestens jetzt war die Partie entschieden. Der BVB nahm ein klares 3:0 mit in die Kabine.

Doch wer dachte, der Favorit würde sich daraufhin zurückziehen, der hatte sich getäuscht: Die Borussen machten nach der Pause genau dort weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten. In der 51. Minute versenkte Giovanni Reyna den Ball mit dem Vollspann aus rund 18 Metern zum 0:4, kurz darauf erhöhte der eingewechselte Marco Reus nach einem zuckersüßen Chip-Pass von Sancho frei vor dem Keeper zum 0:5 (58.). Der MSV hatte mit zehn Mann nichts entgegenzusetzen...

Die letzte halbe Stunde in Duisburg geriet zur Trainingseinheit. Allerdings ohne dass es der BVB darauf anlegte, die Zebras zu demütigen. Und so endete die Partie am Montag doch noch ähnlich wie der Test vor rund drei Wochen.

Der BVB zieht souverän die die zweite Runde des DFB-Pokals ein.

Die Stimmen zum Spiel:

Emre Can (Mittelfeldspieler BVB): "Wenn man gewinnt, ist es immer positiv. Wir hätten hier heute nur verlieren können. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt attackiert und die Tore gemacht. So kann es weitergehen, es ist geil, was wir für Kicker in der Mannschaft haben!"

Leo Weinkauf (Torwart MSV Duisburg): "Es ist natürlich ärgerlich, wenn du mit zehn Mann gegen Dortmund spielen musst. Du kriegst einen Elfmeter, dann das zweite Gegentor, dann die Rote Karte – spätestens da war es gelaufen. Zum Ligaauftakt gegen Rostock wollen wir griffiger spielen und Punkte holen."

Torsten Lieberknecht (Trainer MSV Duisburg): "Das Spiel ist schnell erzählt. Wenn du gegen so eine Mannschaft in Unterzahl bist, ist es positiv, wenn du dich dann nicht abschlachten lässt."

Der Tweet zum Spiel:

Die Zebras präsentierten sich am Montag erstmals im neuen "Streifen" der Saison – allerdings ohne den Routinier und Duisburger Jungen Moritz Stoppelkamp. Der 33-Jährige musste verletzungsbedingt passen, dem MSV fehlten damit 15 Treffer aus der vergangenen Spielzeit.

Das fiel auf: Reservist notgedrungen

Nach wiederholten Adduktorenproblemen, die BVB-Kapitän Marco Reus schon den Trainingsauftakt zur neuen Saison gekostet hatten, konnte der Flügelflitzer jüngst früher als vermutet wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Die Sorge von Coach Lucien Favre um eine erneute Verletzung war aber so groß, dass er seinen Superstar am Montagabend zunächst nur von der Bank brachte. Doch Reus dankte es ihm mit einem Tor.

Die Statistik zum Spiel: 13

13 Jahre liegt der letzte Pflichtspielsieg des MSV Duisburg über Borussia Dortmund zurück. Im August 2007 gelang den Zebras ein 3:1, damals in der Bundesliga.

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