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Borussia Dortmund feiert Pokal-Pflichtsieg in Braunschweig
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Publiziert 22/12/2020 um 21:52 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund hat im DFB-Pokal das Achtelfinale erreicht. Die Mannschaft von Trainer Edin Terzic setzte sich beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig mit 2:0 (1:0) durch. Mats Hummels brachte den BVB in der 12. Minute in Führung, Jadon Sancho erhöhte in der Nachspielzeit (90.+2). Damit tanzt die Borussia mit Pokal, Bundesliga und Champions League weiter auf drei Hochzeiten.
BVB-Star Mats Hummels trifft im Pokal gegen Braunschweig
Fotocredit: Getty Images
Der BVB erwischte den perfekten Start in die Partie gegen das Team, das im September noch Hertha BSC in einem spektakulären Spiel mit 5:4 aus dem eigenen Stadion geschossen hatte, denn bereits der erste Abschluss des Bundesligafünften fand den Weg ins Netz.
Jadon Sancho brachte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld mit viel Effet in Richtung des ersten Pfostens, wo Thomas Delaney den Ball noch nicht richtig traf, dann aber Mats Hummels zur Stelle war und das Leder aus der Drehung und kurzer Distanz im Tor unterbringen konnte (12.). Allerdings: Das Foul an Jude Bellingham, welches zum Freistoß geführt hatte, hätte Benjamin Cortus nicht pfeifen müssen.
Der frühe Treffer verlieh dem BVB zusätzlich Sicherheit im eigenen Kombinationsspiel. Die Braunschweiger verteidigten leidenschaftlich, wussten sich aber häufig nur mit Fouls in der Nähe des eigenen Strafraums zu helfen.
Jedoch schlichen sich auch individuelle Fehler bei den Hausherren ein: In der 21. Minute übte der überraschend in der Startelf stehende Steffen Tigges Druck auf BTSV-Schlussmann Jasmin Fejzic aus. Der Keeper wollte den Ball unter Bedrängnis wegschlagen, Tigges touchierte das Leder dabei mit dem Bein, sodass die Kugel bei Julian Brandt landete. Der deutsche Nationalspieler zirkelte seinen Versuch jedoch aus guter Position völlig frei am halbleeren Tor vorbei (21.).
Diese vergebene Chance hätte Braunschweig beinahe im Gegenzug bestraft, doch Marcel Bär touchierte das flache Zuspiel von Lasse Schlüter nur leicht mit der Fußspitze. Marwin Hitz musste abtauchen, hielt den Ball aber sicher (22.).
Der BVB, dem nicht sonderlich viel aus dem Spiel heraus gelang, wurde hauptsächlich bei Standards gefährlich, so auch knapp zehn Minuten vor Ende der ersten Hälfte. Wie schon beim 1:0 brachte Sancho einen Freistoß aus dem linken Halbfeld mit Schnitt in den Strafraum. Bellingham verarbeitete den Ball sauber, legte sich das Spielgerät selber über den Kopf und überlistete seinen Gegenspieler auf diese Weise. Der Engländer schirmte den Ball gut ab und hatte plötzlich freie Schussbahn. Der Versuch des BVB-Akteurs klatschte aus spitzem Winkel jedoch nur gegen den rechten Pfosten (34.). Viel mehr passierte bis zum pünktlichen Halbzeitpfiff nicht.
Torschütze Hummels blieb angeschlagen in der Kabine und wurde durch Manuel Akanji ersetzt. Der BVB kam jedoch nicht nur personell verändert aus der Pause, sondern auch mit mehr Elan.
Kurz nach Wiederanpfiff scheiterte Bellingham, nach einem feinen Schnittstellen-Pass von Sancho, aus kurzer Distanz an Fejzic (47.). Nur Minuten später leitete angesprochener Bellingham das Leder von der Strafraumkante in den Lauf von Brandt weiter, der aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf (51.).
Die Unzulänglichkeiten im Abschluss des BVB hätte Braunschweigs Bär in der 56. Minute beinahe bestraft. Der BTSV-Stürmer setzte seinen Schuss aus 13 Metern an den Querbalken – Hitz war bereits geschlagen. Suleiman Abdullahi hatte den Braunschweiger zuvor mit einem Steilpass ins Duell mit Mateu Morey geschickt, der den Braunschweiger passieren lassen musste (56.).
Die unpräzisen Abschlüsse blieben weiterhin größter Negativ-Aspekt im BVB-Spiel: Tigges setzte einen Kopfball aus guter Position links am Tor vorbei (64.), Raphaël Guerreiro versuchte es wenig später mit einem Volley nach einer Sancho-Ecke (66.).
Braunschweigs Trainer Daniel Meyer brachte mit Nick Proschwitz den gefährlichsten Stürmer der Eintracht für die Schlussphase. Der Wechsel brachte jedoch keine Impulse, die Hausherren blieben harmlos.
Nachdem Tigges in der 87. Minute frei vor Fejzic vergab, machte es Sancho in der Nachspielzeit besser und umkurvte den Schlussmann, nach einem schönen Reus-Zuspiel, und schob zum 2:0-Endstand ein (90.+2). Dortmund reichte letztendlich eine durchschnittliche Leistung gegen ein aufopferungsvoll kämpfendes Braunschweig, das spielerisch einfach unterlegen war.
Die Stimmen:
Marcel Bär (Eintracht Braunschweig): "Wir sind durch ein Freistoß-Tor in Rückstand geraten, wo es keinen Freistoß hätte geben dürfen. Beim 2:0 waren wir dann müde und unkonzentriert, deswegen war Dortmund dann zwei Tore besser als wir. Dennoch können wir zufrieden sein, wir hatten viel Kampf und Leidenschaft im Spiel. Wir wurden in der zweiten Hälfte von Minute zu Minute besser und hatten dann durch meine Wenigkeit die Chance auf den Ausgleich. Das nehmen wir mit, das war positiv. Allerdings kassieren wir in dieser Saison zu leichte Tore. Das hat uns heute das Genick gebrochen."
Daniel Meyer (Trainer Eintracht Braunschweig): "Trotz der Niederlage war es ein guter Jahresausklang für uns. Wir konnten ein paar Nadelstiche setzen, manchmal hat ein bisschen das Spielglück gefehlt. Es war für uns mehr möglich, aber wir haben oft zu schnell die Bälle verloren."
Thomas Delaney (Borussia Dortmund): "Die erste Halbzeit war ein bisschen langsam von uns, zwar kontrolliert aber mit zu vielen Fehlern. In der zweiten Hälfte waren wir dann besser, hätten aber früher das zweite oder dritte Tor machen müssen. Braunschweig stand tief, wir wollten sie müde machen, das hat gegen Ende auch gefruchtet. Allerdings sind auch wir ziemlich müde. Es war ein hartes Jahr für alle."
Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Braunschweig hat gut organisiert verteidigt, es war für uns das erwartet schwere Spiel. Spielerisch muss es in der Zukunft wieder mehr nach oben gehen. Jetzt sammeln wir uns und schauen dann, wo wir im Training ansetzen müssen."
Der Tweet zum Spiel:
Der lachende Dritte: Nach den Ausfällen von Erling Haaland und Youssoufa Moukoko bekam U23-Stürmer Steffen Tigges seine Chance, verpasste aber zwei Mal knapp sein Premieren-Tor.
Das fiel auf: Dortmund steigert sich, Brandt schwach
Dortmund erwischte den perfekten Start in ein potenziell-schwieriges Pokalspiel auf tiefem und ramponiertem Geläuf. Nach einer Standard-Situation beförderte Hummels den Ball zum 1:0 ins Tor. Aus dem Spiel heraus gelang dem BVB in den ersten 45 Minuten relativ wenig. Ein Beleg dafür war, dass auch die zweite Großchance durch Bellingham aus einem Sancho-Freistoß resultierte. Die beste Möglichkeit aus dem Spiel heraus vergab Brandt relativ kläglich, der erneut unter seinen Möglichkeiten spielte.
Im zweiten Durchgang präsentierte sich das Team von Edin Terzic wesentlich kreativer in der Vorwärtsbewegung. Vor allem die beiden Engländer Bellingham und Sancho waren – wie schon im ersten Abschnitt – immer wieder an gefährlichen Aktionen beteiligt. Im Abschluss waren die Dortmunder aber weiterhin viel zu fahrlässig und hielten die Gäste so unnötig lang im Spiel. Bär hätte die fehlende Effektivität beinahe bestraft, traf aber nur die Latte.
Die Statistik: 2
Es fielen nicht nur zwei Tore in der Partie, sondern auch das Alu kam doppelt ins Spiel. Im ersten Durchgang traf Bellingham den rechten Pfosten, nach dem Seitenwechsel setzte Bär seinen Versuch an den Querbalken des Tores.
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Quelle: SID
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