Corona-Premiere im deutschen Profifußball: Nach mehreren positiven Tests bei Jahn Regensburg muss erstmals eine Einzel-Begegnung mit Beteiligung eines Erstligisten pandemiebedingt abgesagt werden. Das für Dienstag geplante Viertelfinalspiel des DFB-Pokals zwischen den Oberpfälzern und Werder Bremen findet nicht statt.
"Hintergrund sind die behördlich angeordneten Quarantänemaßnahmen für Regensburg", teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) 24 Stunden vor dem geplanten Anpfiff mit. Über eine Neuansetzung werde in Abstimmung mit beiden Vereinen "schnellstmöglich entschieden".
Regensburgs Chefcoach Mersad Selimbegovic war bereits am Freitag positiv auf die britische Virus-Mutation getestet worden. Daraufhin saß beim Zweitligaspiel gegen den SC Paderborn (1:0) Co-Trainer Sebastian Dreier auf der Bank. Bei einer weiteren Testreihe am Sonntag erhöhte sich die Zahl der Infizierten.
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Statt sich auf das größte Spiel in der 114-jährigen Vereinsgeschichte zu freuen, war die Stimmung beim SSV Jahn am Boden. "Wir waren nicht weniger vorsichtig und weniger achtsam, es ist alles so gelaufen wie immer. Wir können es uns deshalb auch nicht wirklich erklären", sagte Jahn-Geschäftsführer Christian Keller.

Werder und Regensburg vor Terminproblemen

Das Kreisgesundheitsamt Regensburg reagierte. "Derzeit laufen noch die Ermittlungen zur Kontaktpersonennachverfolgung. Es zeichnet sich aber ab, dass innerhalb der Mannschaft die einzelnen Kontakte nicht klar eruierbar sind", teilte die Behörde der "Bild"-Zeitung mit: "Für den gesamten Mannschaftskader wurde daher (...) am Vormittag bis zum endgültigen Ermittlungsergebnis Quarantäne angeordnet."
Werder hat laut Sportchef Frank Baumann "absolutes Verständnis" für die Absage. "Wir haben vom ersten Tag der Pandemie an gesagt, dass die Behörden entscheiden und wir uns daran halten. Es geht jetzt darum, dass alle Betroffenen gut durch die Infektion kommen", betonte er.
Beide Klubs stehen nun vor Terminproblemen. Der Zweitliga-Elfte Regensburg wird nicht am Sonntag beim VfL Osnabrück antreten können, fraglich ist auch, ob das Heimspiel am 13. März gegen die SpVgg Greuther Fürth stattfinden kann. Auch die Hanseaten stehen vor insgesamt zwei Nachholspielen, die im Februar wetterbedingt ausgefallene Bundesligapartie bei Arminia Bielefeld wurde bereits für den 10. März (18:30 Uhr) terminiert.
Speziell im Terminkalender des Pokalwettbewerbs ist wenig Luft. Eigentlich sollten schon am Sonntag (18:30 Uhr) die beiden Vorschlussrundenbegegnungen ausgelost werden, die für den 1. und 2. Mai angesetzt sind. Das Endspiel findet am 13. Mai im Berliner Olympiastadion statt.
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(SID)

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