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RB Leipzig zieht zum zweiten Mal in Folge ins Pokalfinale ein: Dramatischer Schlussakt gegen Union Berlin
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Publiziert 20/04/2022 um 22:43 GMT+2 Uhr
RB Leipzig steht zum zweiten Mal in Folge im Finale des DFB-Pokals. Die Roten Bullen bezwangen Union Berlin dank eines Last-Minute-Treffers durch Emil Forsberg (90.+2) 2:1 (0:1). Sheraldo Becker hatte die Eisernen nach 25 Minuten in Front geschossen, nach dem Seitenwechsel traf André Silva per Strafstoß (61.), ehe der eingewechselte Forsberg den umjubelten Siegtreffer beisteuerte.
Emil Forsberg traf zum entscheidenden 2:1
Fotocredit: Imago
Für den Double-Traum setzte RB-Coach Domenico Tedesco auf frische Kräfte, brachte insgesamt sechs neue Spieler im Vergleich zum letzten Pflichtspiel. Die Roten Bullen agierten in einer Dreierkette mit viel Personal im Mittelfeld und einer klaren Spitze in Person von André Silva. Dani Olmo und Christopher Nkunku agierten dahinter in der Offensive.
Union Berlin setzte ebenfalls auf eine Dreierkette, brachten neue Kräfte auf den Außenpositionen – insgesamt zwei Wechsel – und ging mit viel Schnelligkeit in die Partie, Sheraldo Becker und Taiwo Awoniyi stürmten als Doppelspitze. Zudem setzte Union-Trainer Urs Fischer gewohnt auf viel Körperlichkeit und Zweikampfstärke.
Beide Mannschaften scheuten zunächst großes Risiko, wollten sich nicht den ersten großen Fehler erlauben. So passierte viel im Mittelfeld, Chancen blieben bis zur Mitte der ersten Halbzeit die Ausnahme. Leipzig generierte in Summe zwar mehr Ballbesitz, hatte allerdings Probleme in der Offensive gegen gut gestaffelte Berliner.
In der 25. Minute gingen die Gäste nach einem starken Angriff in Führung. Christopher Trimmel spielte ins Mittelfeldzentrum auf Awoniyi, der sich fallen ließ und den Ball direkt auf den Flügel spielte – zurück auf Trimmel. Der Außenverteidiger flankte die Kugel aus dem rechten Halbfeld direkt scharf ins Zentrum und fand am zweiten Pfosten Becker, der aus sieben Metern perfekt abschloss und ins rechte Eck traf.
Es war der Trumpf, auf den die Berliner hofften. In der Folge zogen sie sich zurück, wurden von Leipzig hin- und hergespielt. Die Roten Bullen waren überlegen, hielten den Druck extrem hoch und drängten auf den Ausgleich – der zur Halbzeitpause auch verdient gewesen wäre. Die beste Chance vergab Silva, nach einer wunderschönen Kombination auf engstem Raum. Der Angreifer schoss freistehend aus elf Metern knapp rechts vorbei (37.).
Im zweiten Durchgang entwickelte sich eine sehr intensive und anspruchsvolle Partie mit viel Tempo auf beiden Seiten. Leipzig kontrollierte und dominierte nach Ballbesitz, suchte nach Räumen in der Offensive. Union Berlin ging auf schnelle Umschaltmomente und war nach Kontern über Becker und Awoniyi immer wieder gefährlich.
In der 60. Minute unterlief den Gästen ein folgenschwerer Fehler. In der Defensive fehlte die Abstimmung, Jaeckel kam zu spät und traf Nkunku im Strafraum an der Wade. Der Stürmer fiel, die Pfeife blieb zunächst stumm – doch nach Hinweis des VAR entschied Dr. Felix Brych auf Foulelfmeter. Silva übernahm die Verantwortung vom Punkt und verwandelte überzeugt in die Tormitte (61.).
Beide Mannschaften investierten in der letzten halben Stunde viel – es entwickelte sich eine hochintensive Partie mit dem glücklicheren Ende für die Hausherren. In der zweiten Minute der Nachspielzeit flankte Benjamin Henrichs den Ball aus dem rechten Halbfeld in die Mitte, der eingewechselte Emil Forsberg war aus elf Metern per Kopf zur Stelle und verwandelte in den rechten Torwinkel zum 2:1-Endstand (90.+2).
Die Stimmen:
Rani Khedira (Union Berlin): "Pure Enttäuschung trifft es schon auf den Punkt. Ein stückweit bin ich auch stolz auf diese Mannschaft, auf diesen Verein, auf diese Fans, was wir abgeliefert haben. Es war ein unglückliches Spiel und eine unglückliches Ende für uns."
Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig): "Es ist Gänsehaut. Spannender kann ein Pokalabend, ein Pokalkrimi nicht sein. Unfassbare Gefühle, schon überwältigend. Wir haben alle viel Druck gehabt mit dem Beginn dieser Saison. Dass das jetzt endet, dass wir nach Berlin fahren, das hätte uns nach der Bielefeld-Niederlage im letzten Hinrundenspiel niemand zugetraut."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Der perfekte Wettbewerb
Konstanz ist – theorisiert – nicht das Leitmotiv der Leipziger. In der Bundesliga unterliefen den Sachsen in den vergangenen Spielzeiten immer wieder Schwächephasen – zumeist zum Ende der Saison, in dieser Spielzeit zu Saisonbeginn. Zwar schafften es die Roten Bullen letztlich kontinuierlich, ihre Minimalziele zu erreichen, der große Sprung nach oben blieb jedoch – ebenfalls kontinuierlich – aus.
Es scheint allerdings der Pokalwettbewerb zu sein, der zur DNA der Roten Bullen passt: Jeweils ein Spiel pro Runde, in dem es um alles geht. Leipzig qualifiziert sich zum dritten Mal binnen vier Jahren für das Finale im DFB-Pokal. Ein weiteres Pokalfinale ist zudem noch möglich – in der Europa League.
Die Statistik: 15
Tedesco ist der Erfolgsbringer für RB Leipzig. Seit nunmehr 15 Spielen sind die Roten Bullen ungeschlagen.
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