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DFB-Pokal: BVB schlägt Zweitligist Hannover 96 und steht im Achtelfinale - Bellingham und Kobel stechen bei Sieg heraus
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Publiziert 19/10/2022 um 19:54 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund hat mit Mühe das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Das Team von Edin Terzic siegte 2:0 (1:0) bei Zweitligist Hannover 96 und darf weiter vom ersten Titelgewinn seit dem Triumph im Pokal 2021 träumen. Bayern Münchens Leihgabe Bright Akwo Arrey-Mbi (11.) per Eigentor und Jude Bellingham (71./FE.) erzielten die Tore für den BVB. Karim Adeyemi sah wegen einer Notbremse Rot (86.).
Jude Bellingham (Borussia Dortmund) bejubelt seinen Treffer gegen Hannover 96
Fotocredit: Getty Images
Mit reichlich Selbstvertrauen, Vorfreude und neuem Personal und veränderter Formation ging der ambitionierte Zweitligist das Match an. Stefan Leitl änderte seine Startelf im Vergleich zum Bielefeld-Sieg (2:0) auf sechs Positionen: Im Tor erhielt Ersatzmann Leo Weinkauf den Vorzug im Pokal, Ron-Robert Zieler nahm auf der Bank Platz. Auf dieser fanden sich auch Derrick Köhn, Antonio Foti, Enzo Leopold, Louis Schaub wieder. Zudem fehlte Cedric Teuchert mit einer Muskelverletzung. Dafür starteten Bright-Akwo Arrey-Mbi, Jannik Dehm, Max Besuschkow, Maximilian Beier und Hendrik Weydandt. Zudem setzte Stefan Leitl auf eine Dreier- bzw. Fünferkette statt auf eine Viererreihe in der Abwehr.
Nach den beiden enttäuschenden Spielen gegen Sevilla (1:1) und Union Berlin (0:2) stand der BVB unter Zugzwang. Trainer Edin Terzic beorderte hierfür mit Julian Brandt, Thorgan Hazard und Donyell Malen eine neue Offensivreihe in die Startelf. Mats Hummels, Jude Bellingham und Karim Adeyemi erhielten eine Pause. Kapitän Marco Reus fehlte aus Verletzungsgründen gänzlich.
Der Matchplan der Hausherren war von Beginn an klar: Gegen eine verunsicherte Borussia sollte Hannover hochstehen und früh pressen. Beinahe wäre diese Herangehensweise früh belohnt worden, doch Havard Nielsen scheiterte aus kurzer Distanz an BVB-Keeper Gregor Kobel (6.). Mit der ersten nennenswerten Aktion ging der Favorit dann in Führung: Youssoufa Moukoko hatte bei seinem gewollten Zuspiel in die Mitte Glück, dass Arrey-Mbi die Kugel entscheidend ablenkte – Eigentor und 1:0 für den BVB (11.).
Diese frühe Führung sollte dem BVB mehr Sicherheit geben. Moukoko setzte sich immer wieder ganz stark gegen die Hünen in Hannovers Abwehr durch. Auch die nächste Chance ging aufs Konto des 18-Jährigen (17.). Hannover tat sich nach dem 0:1 schwer, kam im weiteren Verlauf wieder besser ins Spiel. Dortmund nahm aus dem Nichts das Tempo aus dem Spiel und konnte sich in dieser Phase bei Kobel bedanken, der erst gegen Nielsen (31.) und dann gegen Beier (32.) sensationell parierte. Allen voran die rechte Abwehrseite mit Niklas Süle offenbarte dabei immer wieder Lücken.
Schwarz-Gelb verfiel Mitte der ersten Halbzeit in gewohnte und ungewollte Muster. Die Intensität stimmte nicht mehr, man agierte oft sorglos und offensiv fehlte es an Akzenten. Die Führung stand zu diesem Zeitpunkt auf wackeligen Beinen.
Auch im zweiten Durchgang ging es mit Hannovers Chancenwucher weiter: Direkt nach Wiederanpfiff fabrizierte Emre Can beinahe ein Eigentor (46.), ehe Weydandt aus kurzer Distanz den Ball nicht traf (53.). Auch in diesen Situationen war die Dortmunder Abwehr nicht auf der Höhe.
Im weiteren Verlauf erhöhte Hannover die Intensität, während Dortmund immer wieder Nadelstiche setzen konnte. Malen verpasste knapp das 2:0 (65.). Dieses besorgte dann der kurz zuvor eingewechselte Bellingham nach einem an ihm verschuldeten Elfmeter (71.). So war der BVB dem Achtelfinale ganz nahe. Hannover gab bis zum Schluss alles, während Dortmund die letzten Minuten nach Adeyemis Platzverweis wegen Notbremse (85.) in Unterzahl spielen musste.
Doch auf Kobel war einmal mehr Verlass, der Keeper hielt ein weiteres Mal souverän gegen Köhn (87.). Auf der Gegenseite ließ Felix Passlack in der Nachspielzeit das 3:0 aus. So rettete sich Dortmund über die Ziellinie. Bei Hannover werden sie der Vielzahl an vergebenen Chancen nachtrauern.
Für Hannover geht es am Samstag (13:00) mit dem schweren Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg weiter. Dortmund empfängt um 15:30 Uhr dann den VfB Stuttgart.
Stimmen zum Spiel
Emre Can (Borussia Dortmund): "Wir haben Gregor Kobel, er war heute weltklasse. Es war kein gutes Spiel von uns. Respekt an Hannover, sie haben ein gutes Spiel gezeigt. Wir haben es nicht gut gemacht, es war schwer auf dem Platz. Das soll keine Ausrede sein, aber zum Glück zählt im Pokal einfach nur das Weiterkommen. Wir versuchen alles, wir wollen auch schönen Fußball zeigen. Das gelingt uns nicht immer, aber wir arbeiten daran. Jeder darf alles sagen, ich mache das lieber intern."
Gregor Kobel (Borussia Dortmund): "Ich war heute nicht unbedingt doppelt motiviert, aber der Fehler gegen Union ist ein bisschen im Kopf drin. Ich wollte so entspannt wie möglich ins Spiel gehen. Es war ein sehr schwieriges Spiel, aber ich bin super happy, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Hannover hat das sehr gut gemacht, hat mit einer sehr hohen Intensität gespielt. Es war ein typisches dreckiges Pokalspiel, so wie es immer wieder ist. Es ist nicht unser Anspruch, so viele Chancen zuzulassen. Aber es gehört am Ende auch immer wieder dazu, den Sieg zu holen und das haben wir heute gemacht. Es ist angebracht, Kritik zu üben, aber wichtig ist auch, dass wir das in der Mannschaft machen."
Hendrik Weydandt (Hannover 96): "Ein großes Thema wird bei uns die Chancenverwertung sein. Wenn man das nach einem Spiel gegen Dortmund sagen kann, ist es eigentlich ein Kompliment, aber umso ärgerlicher, weil man das Gefühl hat, hier war eine Menge drin. Und wir vorne müssen uns das ankreiden lassen, dass wir die Dinger nicht gemacht haben. Es ist sehr bitter. Wir haben sechs bis sieben Hochkaräter, einen davon müssen wir machen. Wir haben gegen einen starken Champions-League-Teilnehmer dagegengehalten. Wir haben uns nicht versteckt, darauf können wir stolz sein."
Leo Weinkauf (Hannover 96): "Am Dienstagmorgen habe ich erfahren, dass ich spiele. Ich hatte darauf spekuliert, doch mich hat es umso mehr gefreut. Er (Ron-Robert Zieler, Anm. d. Red.) hat mir das gegönnt und auch vor dem Spiel viel Glück gewünscht. Beim 0:1 gehe ich auf einen Querpass, dann wird er abgefälscht und dann kann ich ihn nicht mehr aus dem kurzen Eck holen. Großes Lob ans Team. Wir haben uns selten in einem Spiel so viele Chancen erarbeitet. Der eine oder andere hätte reingehen können, dann hätten wir das Spiel offener gestalten können."
Marcus Mann (Sportdirektor Hannover 96): "Besonders in der ersten Halbzeit hatten wir drei Riesenchancen, einmal beim Stand von 0:0 durch Nielsen und dann nochmal durch Nielsen und Beier. Gregor (Kobel, Anm. d. Red.) hat dreimal gut gehalten. Sehr schade für uns. Ich glaube, die Effizienz war auch heute das, was uns gefehlt hat. Ganz klar, das müssen wir uns heute vorwerfen, dass wir uns da nicht belohnt haben. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, haben gut mitgespielt, haben wenige Chancen zugelassen. Unterm Strich hatten wir mehr Chancen als Dortmund. Die Effizienz, die wir am Samstag gegen Bielefeld hatten, hatten wir heute nicht. Wir waren sehr gut im Spiel, bekommen den ganz unglücklich das 0:1. Auf diese Leistung können wir extrem stolz sein."
Das fiel auf: Die Abwehr bleibt Dortmunds große Baustelle
14 Gegentore nach zehn Ligaspielen sind schon eine Hausnummer. Auch gegen Hannover 96 präsentierte sich die Dortmunder Abwehr alles andere als sattelfest. Die Angreifer des Zweitligisten hatten immer wieder extrem viel Zeit und Raum in der Gefahrenzone. Die Abwehr um die Nationalspieler Süle und Schlotterbeck war teilweise viel zu unorganisiert und agierte zu sorglos. So konnte sich Schwarz-Gelb bei Keeper Gregor Kobel bedanken, der mit mehreren Glanzparaden seine Mannschaft im Spiel hielt. Obwohl die Abwehr mit Schlotterbeck und Süle im Sommer namhaft und qualitativ verstärkt wurde, wirkt sie doch sehr oft fahrig. Hier muss Edin Terzic ganz schnell Optimierungen treffen, will man die Saisonziele nicht so früh in dieser Spielzeit aus den Augen verlieren.
Tweet zum Spiel
Jude Bellingham ist Mister Pokal in dieser Saison. In der Bundesliga noch ohne Treffer, schlägt der Engländer in den Pokalwettbewerben nach Belieben zu. Sechs Tore in sechs Spielen: Zwei im DFB-Pokal sowie vier in der Königsklasse. Auf Jude Bellingham ist beim BVB Verlass. Er war es auch, der die Entscheidung in Hannover herbeiführte.
Die Zahl zum Spiel: 7
Der DFB-Pokal und Edin Terzic, es bleibt eine besondere Beziehung. Der BVB-Trainer bleibt auch im siebten Pokalspiel ungeschlagen. Die ersten fünf Spiele endeten in Berlin mit dem Pokalsieg. Man darf gespannt sein, wo die Reise in dieser Saison endet. Der Anfang mit dem Einzug in die Runde der letzten 16 wäre gemacht.
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