Sadio Mané beim FC Bayern München: Tuchel will Seele streicheln, Kahn erwartet Leistungsexplosion

Sadio Mané galt vor der Saison als Königstransfer des FC Bayern. Bislang ist der 32-Millionen-Euro-Neuzugang vom FC Liverpool allerdings hinter den Erwartungen zurückgeblieben, auch verursacht durch eine fast vier Monate andauernde Verletzungspause. Mit dem Trainerwechsel von Julian Nagelsmann zu Thomas Tuchel erhofft man sich in München auch die Leistungsexplosion der "Maschine".

Tuchel nach Traumstart erleichtert: "War sehr nervös"

Quelle: SID

Sadio Mané suchte schnell das Weite. Als einer der ersten Bayernspieler verließ der Senegalese die Allianz Arena nach dem 4:2-Sieg der Münchner gegen Borussia Dortmund. Kommentarlos ließ er die wartenden Journalisten stehen. Auskunft geben über den Trainerwechsel, die drei Punkte oder seine persönliche Situation? Lieber nicht.
Mané hatte die ersten 70 Minuten auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen. Er war das erste "Opfer" von Neu-Coach Thomas Tuchel, wenngleich aus seiner Nichtberücksichtigung für die Startelf keinerlei Rückschlüsse möglich sind. Tuchel hatte im Vorfeld der Partie klar gemacht, dass seine Aufstellung gegen Dortmund "sehr unfair" sei, da er in der Kürze der Zeit keine Argumente für oder gegen bestimmte Spieler habe sammeln können.
Dass Mané in Spiel eins unter Tuchel außen vor blieb, passt jedoch in sein schwieriges Anfangsjahr beim FC Bayern. Als Königstransfer im letzten Sommer angepriesen aufgrund seiner Erfolge in Liverpool bringt Mané seine PS in München nicht richtig auf die Straße.
16 Torbeteiligungen in 29 Pflichtspielen sind an sich kein schlechter Wert, doch die Eindrücke von Manés Leistungen unterliegen extremen Schwankungen. Mitunter wirkte der 30-Jährige ein Fremdkörper. Bei der 1:2-Niederlage in Leverkusen kam er in der ersten Halbzeit auf ganze acht Ballkontakte. Das Datenportal "fbref.com" errechnete, dass Mané der Spieler aus den fünf großen europäischen Ligen ist, der am häufigsten im Abseits steht: 1,59 Mal pro Spiel.

Kahn: "Mané sucht sich immer noch selbst"

Oliver Kahn ließ am Sonntag in der TV-Sendung "Sky90" einen bemerkenswerten Satz über Mané fallen. "Ich glaube, er sucht sich immer noch ein bisschen selbst, auch beim FC Bayern", sagte der Vorstandsvorsitzende. Klare Botschaft: Mané ist auch nach einem Dreivierteljahr noch nicht in München angekommen.
Kahn blickte in seinen Ausführungen gleich mehrfach auf das letztjährige Champions-League-Finale zwischen Liverpool und Real Madrid zurück, in dem Mané für Kahn "einer der besten Spieler auf dem Platz" war.
Unter Jürgen Klopp spielte Mané bei den Reds permanent auf dem linken Flügel, beim FC Bayern pendelte er bis zu seiner im November erlittenen Verletzung am Wadenbeinköpfchen zwischen linker Außenbahn und der Sturmmitte. Dabei fühlt er sich laut eigener Aussage als Nummer neun nicht besonders wohl. "Ich habe meine ganze Karriere auf dem linken Flügel verbracht. Also ist es dort natürlich einfacher für mich", sagte er in einem Interview mit "DAZN" Anfang März.

Hamann: Mané durch seine Zeit in Liverpool ausgelaugt

Dietmar Hamann setzt die Ursache für Manés Probleme in München mit dessen intensiver Zeit in Liverpool in Zusammenhang. "Er hat wie die meisten Spieler bei Liverpool jetzt einen Kolbenfresser. Er war fünf, sechs Jahre am Limit. Wenn du so lange spielst, ist es irgendwann auch gut. Liverpool hangelt sich durch die Saison, die Mannschaft ist platt. Bei Mané ist das ähnlich und dann kam noch die Verletzung dazu. Er ist ausgelaugt", sagte Hamann bei "Sky90".
Die Bayern dürften bei Mané in den nächsten Wochen "keine Wunderdinge" erwarten. Für Holger Badstuber könnte der Trainerwechsel einen wesentlichen Faktor darstellen, Mané (endlich) in die Spur zu bekommen. "Wenn er fit ist, ist er eine absolute Maschine. Ich denke, dass Thomas Tuchel ein Gespür für diesen Spieler hat und dass er es schaffen wird, dass er Ende April auf Top-Niveau ist", sagte der ehemalige Bayernspieler bei "Sky90".
Tuchel kennt Mané aus vielen Duellen in der Premier League und hat eine sehr hohe Meinung von ihm. "Sadio ist ein absoluter Topspieler. Er hat jedes Jahr 20, 30 Tore für Liverpool in der härtesten Liga der Welt gemacht. Seine Wichtigkeit steht auch für Bayern außer Frage", sagte der Coach am Montag vor dem Spiel im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg (Di., 20.45 Uhr im Liveticker).

Tuchel will Mané Freude und Vertrauen zurückgegen

Manés schleppender Start bei Bayern sei nichts Ungewöhnliches, so Tuchel. "Selbst bei einem Spieler mit dieser Erfahrung kann ein Vereinswechsel immer dazu führen, dass es Zeit braucht, bis man den neuen Verein versteht und bis man sich wohlfühlt. Dinge, die über Jahre eingeschliffen sind, müssen neu justiert werden. Das kann Zeit brauchen", sagte er.
Im Umgang mit Mané gehe es jetzt primär darum, "dem Spieler Freude zurückzugeben. Stürmer wie Sadio sind sensibel und können dadurch Vertrauen und Form verlieren. Das merke ich ihm an. Es geht um Vertrauen und um ein bisschen Geduld, wieder in den Flow zu kommen", erklärte Tuchel.
Ewig kann der Verein darauf aber nicht warten. Der FC Bayern befindet sich in der heißen Phase, in den nächsten zwei, drei Wochen werden die Weichen für den Ausgang der Saison gestellt. Kahn hofft und wünscht sich daher, "dass diese Leistungsexplosion mal kommt".

Mané: Große Konkurrenz mit Coman, Sané und Gnabry

Doch Manés Konkurrenz auf den Außenpositionen ist in München mit dem derzeit in bestechender Form spielenden Kingsley Coman, Leroy Sané und Serge Gnabry größer als in Liverpool. "Das kennt er so nicht", sagte Kahn.
All seinen Problemen in München zum Trotz hat Mané verinnerlicht, worauf es beim FC Bayern ankommt. "Man muss es einfach mehr wollen und den Kampf annehmen, egal, wer der Gegner ist. Es braucht das richtige Mindset und du musst dir sagen: 'Ich bin der Beste und wir werden gewinnen'", hatte er vor dem Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen PSG bei "DAZN" gesagt.
Ein bisschen "Mia san mia"-Gefühl kann in diesen Zeiten beim FC Bayern nicht schaden.
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Nach Gala gegen den BVB: Tuchel äußert sich zu Sané

Quelle: Perform

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