BVB moralisch vor Spiel gegen den FC Bayern obenauf - Reus-Tor provoziert den Lederhosen-Klassiker
Borussia Dortmund gewinnt in der 2. Runde des DFB-Pokals dank eines Tores von Marco Reus (43.) mit neuer Sachlichkeit 1:0 (1:0) gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Weil sich der FC Bayern kurz darauf in Saarbrücken blamiert, geht der BVB moralisch obenauf in den Bundesliga-Klassiker am Wochenende. Aber reicht das schon, um dem Erzrivalen die viel zitierten Lederhosen auszuziehen?
"Sehr verdienter Sieg": Terzic lobt BVB-Stars
Quelle: Perform
Marco Reus wusste sofort, bei wem er sich zu bedanken hatte - neben Vorbereiter Jamie Bynoe-Gittens, natürlich.
Der Routinier des BVB hatte so eben in der zweiten DFB-Pokal-Runde das 1:0 gegen die TSG 1899 Hoffenheim erzielt, dabei jedoch den Ball nicht richtig getroffen.
Über sein rechtes Standbein war der Ball gehoppelt, sein Linksschuss damit unerreichbar für TSG-Keeper Oliver Baumann geworden (43.). Also tätschelte Reus liebevoll seinen rechten Fuß.
Gut gemacht, Standbein.
"Ich hatte vorher schon zwei, drei gute Gelegenheiten, wo ich aber nicht so gut zum Ball stand. Das Tor war dann ein bisschen typisch", sagte der 34-Jährige: "Dass ich dabei auch ein wenig Glück hatte, darüber brauchen wir nicht zu reden."
BVB-Offensive klickt auch in Rotationsbesetzung
Es war der Schlussakkord einer starken ersten Hälfte, in der Dortmund die so auswärtsstarken - sechs Pflichtspiele in der Fremde, sechs Siege - Kraichgauer dominiert hatte.
Nach einer anfänglichen Schrecksekunde, in der erst Ersatzkapitän Gregor Kobel und dann Nico Schlotterbeck auf der Torlinie retten mussten (2.), gab es im Signal Iduna Park lange nur eine Richtung: auf Baumann zu. Dortmund zeigte sein Top-Spiel-Gesicht.
Dass BVB-Trainer Edin Terzic die Offensive fast komplett durchgewechselt hatte, störte nicht, im Gegenteil: Im 4-1-4-1 wirbelte die offensive Viererreihe, in der Reus und Bynoe-Gittens Gio Reyna und Julian Brandt flankierten, eine Halbzeit lang, als wäre sie gut eingespielt.
Dortmund fehlen ein paar mehr Tore
"Wir haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, wie wir in der Offensive kombiniert, wie wir uns positioniert und auch, wie wir den Gegner weit weggelassen haben von unserem Tor", freute sich Trainer Edin Terzic.
"Wir hatten ein paar Wechsel und sind dennoch super ins Spiel gekommen. Kompliment!", sagte Reus: "Es war viel Bewegung im vordersten Drittel. Jamie hat überragend gespielt, Muki (Mittelstürmer Youssoufa Moukoko, Anm. d. Red.) hat's auch sehr gut gemacht." Allein die Tore fehlten.
In der zweiten Halbzeit ergab sich dann ein anderes Bild. Während Mats Hummels und Niclas Füllkrug auf der Bank ihre wohlverdiente Pause genossen, sparten die Kollegen ein paar Körner.
Dortmund lässt wenig zu
In Abwesenheit von Kapitän Emre Can (Oberschenkelprellung) regelte Salih Özcan dennoch den Verkehr vor der Abwehr solide, später bekam er Felix Nmecha an die Seite gestellt (70.). "Wir waren gallig, wir waren giftig. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen", sagte Özcan später.
Auch wenn das Spiel verflachte, ließ Dortmund wenig zu. Das war eine der Haupterkenntnisse des Abends: Die BVB-Defensive steht, in den letzten fünf Heimspielen spielte Dortmund wettbewerbsübergreifend viermal zu Null.
"Wir haben kaum Chancen des Gegners zugelassen", meinte Sportdirektor Sebastian Kehl zufrieden: "Ich bin sehr froh, dass wir es in 90 Minuten beendet haben. Es ist ein knackiges Programm."
Terzic will an den Borsigplatz
Durch den 1:0-Sieg bei Newcastle United steht Dortmund in der Champions League wieder besser da, ist außerdem nach den Patzern der Konkurrenz aus München und Leipzig schon jetzt heißer Kandidat aufs Pokalfinale. "Uns reicht nicht, nach Berlin zu kommen - wir wollen an den Borsigplatz", sagte Terzic nach dem Hoffenheim-Spiel entsprechend vollmundig.
Mit den vielen 1:0-Siegen kann sich der BVB-Coach durchaus anfreunden. "Natürlich wollen wir den nächsten Schritt gehen, nicht das einzige Tor zu beschützen, sondern das Spiel deutlicher zu gestalten", sagte Terzic: "Trotzdem gefällt uns, dass wir es bis zum Schluss klar uns sauber verteidigt haben, in den Schlussminuten sogar mit Ballbesitz. Wir haben uns immer wieder aktiv gezeigt."
Oder wie es Özcan formulierte: "Wir stehen defensiv stabiler und solange man kein Tor kassiert, kann man das Spiel nicht verlieren."
BVB-Fans singen den Klassiker
Entsprechend euphorisch sangen die BVB-Fans nach dem Pokalsieg auch schon den Klassiker "Zieht den Bayern die Lederhosen aus".
Für Samstag erwartet Özcan "ein hitziges Spiel. Aber wir haben unsere Fans im Rücken und wollen unsere Heimstärke ausspielen."
Das Plus beim BVB: die hohe Leistungsdichte im Kader. Und ein gewisses Gefühl der Unbesiegbarkeit. "Wir sind weiter ungeschlagen, haben eine tolle Serie, sind zuhause sehr stabil. Wir sind in einer guten Form und Verfassung, und wir haben einen breiten Kader", sprach Kehl der Mannschaft förmlich Mut zu für den Klassiker: "Der Trainer wird am Wochenende die Qual der Wahl haben."
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Pokal-Sensation: Bayern blamiert sich in Saarbrücken
Quelle: SID
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